Ein blühender Nachmittag – Wie Helena und Vincent sich im Blumenladen dem Analsex zum ersten Mal hingeben

Analsex zum ersten Mal
Lesedauer 14 Minuten

Analsex zum ersten Mal

Helena bemerkte es erst, als Vincent den silbrigen Zweig zwischen Daumen und Zeigefinger drehte. Diese unnachahmliche Langsamkeit, mit der er den Stiel prüfte, weckte in ihr das Gefühl, als wäre es nicht bloß Grünzeug für einen Sommerstrauß. Es sei vielmehr etwas Zerbrechliches, das man nur mit der richtigen Spannung berühren durfte. Sie stand hinter dem breiten Holztisch des Blumenladens, die Hände noch feucht vom Wasser der Gladiolen, und sah zu, wie seine Fingerkuppen die feinen Härchen des Eukalyptus fast zärtlich nachfuhren. Ein Sonnenstreifen fiel schräg durch das Schaufenster und legte sich golden über seine Unterarme, und Helena dachte: So hat er mich noch nie berührt. Nicht, dass er sie nie zärtlich berührt hätte. In sechs Jahren Beziehung hatte es genügend Morgen gegeben, an denen seine Hand wie selbstverständlich in ihren Nacken geglitten war. Außerdem hatte es genügend Nächte gegeben, in denen seine Fingerspitzen die Landkarte ihrer Wirbelsäule abgefahren waren. Aber diese spezielle Aufmerksamkeit, diese fast meditative Langsamkeit, mit der er jetzt den Eukalyptus prüfte – nein, die kannte sie nicht.

Der Laden roch nach feuchter Erde und nach dem süßlichen Saft frisch geschnittener Stiele. Irgendwo ganz entfernt roch es auch nach dem Zitronenthymian, den die Inhaberin, eine ältere Frau mit gichtigen Fingern und einem unerschöpflichen Vorrat an Anekdoten, auf dem Fensterbrett zog. Frau Möller war heute abwesend. Sie hatte Helena und Vincent den Schlüssel anvertraut mit den Worten: »Bindet, was der Sommer hergibt, und stellt die Rosen ins Kühlhaus, bevor ihr geht.« Es war ein unausgesprochenes Geschenk – ein leerer Blumenladen an einem Donnerstagnachmittag, nur für sie beide, während draußen die Stadt in ihrer Juliträgheit vor sich hin brütete.

Vincent legte den Eukalyptus beiseite und griff nach einer Dahlie. Burgunderrot, fast schwarz im Schatten, mit Blütenblättern, die sich wie Seidenpapier übereinanderschoben. »Die da«, sagte er leise, »die hat etwas Unverschämtes.«

Helena lachte. »Unverschämt?«

»Wie sie sich öffnet. Ganz ohne falsche Scham. Bis zum Kern.« Er hob die Blüte an sein Gesicht, nicht um daran zu riechen – Dahlien duften kaum –, sondern um hineinzusehen, in dieses dunkle, von unzähligen kleinen Blütenzungen durchzogene Zentrum. Helena trat näher. Sie spürte, wie sich etwas in ihrem Bauch zusammenzog, kaum mehr als ein Hauch von Erwartung, aber unverkennbar. Vielleicht war es die Stille des Ladens, die jedes Rascheln eines Blattes, jedes Knistern des Packpapiers zu einem intimen Geräusch machte. Vielleicht war es die Art, wie Vincent sie ansah, als er die Dahlie senkte – direkt, ohne Eile, als hätte er alle Zeit der Welt, um sie zu lesen.

Er war dreiundvierzig, sie neununddreißig. Kein Alter für jugendliche Unbesonnenheit, aber eins, in dem Vertrauen eine andere Tiefe bekam. Sie hatten sich vor Jahren geschworen, einander nichts zu verschweigen, was im Körper brannte. Und so kam es, dass Helena zwei Wochen zuvor, mitten im Abwasch, einfach gesagt hatte: »Ich würde es gern probieren. Anal. Mit dir. Zum ersten Mal.« Keine Scham, keine Umschweife. Nur dieser Satz, der zwischen Spülbecken und Abtropfgestell stand, nackt und wahr. Vincent hatte den Lappen weggelegt und sie in den Arm genommen. Nicht, weil es tröstlich gewesen wäre, sondern weil sein eigener Körper mit einem Mal zu eng schien für das, was er fühlte.

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Jetzt, zwischen den Blumen, kam es ihr vor, als trüge der ganze Laden eine stumme Vorahnung. Die Gladiolen in ihren hohen Vasen reckten sich wie stille Zeugen. Die Pfingstrosen, überreif und schwer, ließen die Köpfe hängen, als lauschten sie. Und Vincents Hände – diese Hände, die sie so gut kannte – wirkten plötzlich wie etwas Neues, Unerforschtes.

Er begann, die Stiele zu sortieren. Zuerst die Dahlie, dann die filigranen Spitzen des Schleierkrauts, dann die kräftigen Stängel der Glockenblumen. Helena sah zu, wie er das Bündel in der linken Hand hielt und mit der rechten nach dem Bast griff. Seine Unterarme spannten sich, die Adern traten leicht hervor, und sie dachte daran, wie es wäre, wenn diese Hände sie an Stellen berührten, an denen sie noch nie zuvor Kontakt gehabt hatte. Nicht beiläufig, nicht im Eifer eines gewöhnlichen Liebesspiels, sondern mit genau dieser Konzentration, die er jetzt dem Strauß widmete.

Der Bast riss mit einem trockenen Geräusch, als er ihn um die Stiele schlang. Einmal, zweimal. Beim dritten Mal hielt er inne und sah sie an. »Zu fest?«, fragte er.

Helena schüttelte den Kopf. Sie wusste, dass er nicht den Bast meinte.

Wo die Finger den Weg vorzeichnen

Statt einer Antwort nahm sie ihm das halbfertige Bündel aus der Hand und legte es beiseite. Das Bastband lag locker um die Stiele, eine glatte Umarmung. Helena griff nach Vincents Handgelenk – sie konnte seinen Puls unter ihrer Daumenkuppe spüren, ein ruhiges, verlässliches Klopfen – und führte seine Hand an ihre Hüfte. Nicht fordernd, sondern fragend. Es war, als würde man eine Tür einen Spalt öffnen, um zu sehen, ob jemand eintreten möchte.

Vincent verstand. Er verstand immer. Das war das Unheimliche an ihm, dieses wortlose Begreifen, das sich in sechs Jahren zu einer eigenen Sprache entwickelt hatte. Jetzt ließ er seine Hand von ihrer Hüfte zu ihrem Rücken gleiten, langsam, mit demselben prüfenden Druck, mit dem er den Eukalyptus befühlt hatte. Durch den dünnen Stoff ihres Sommerkleids spürte Helena die Wärme seiner Handfläche wie einen Versprechensabdruck.

»Hier?«, murmelte er. Seine Stimme war tief, fast ein Summen.

Helena nickte. Sie lehnte sich mit dem Rücken gegen die Tischkante, und der Tisch gab ein leises Knarren von sich, als wollte auch das Holz seine Zustimmung geben. Vincents Hand wanderte tiefer, folgte der Wölbung ihres Gesäßes, und als seine Finger die Rundung fanden, schloss Helena für einen Moment die Augen. Nicht aus Scham. Sondern weil sie die Berührung ungeteilt spüren wollte, ohne die Ablenkung des Sehens.

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Es war seltsam, dachte sie, wie sehr wir unseren Körper in Zonen einteilen. Erlaubte und weniger erlaubte. Bekannte und unbekannte. Dabei lag doch alles nebeneinander unter derselben Haut, und es war nur eine Frage des Mutes, die Grenzen zu verschieben. Sie hatte darüber gelesen, hatte in Foren gestöbert und mit einer befreundeten Hebamme gesprochen, die ihr geraten hatte: »Lass dir Zeit, mehr Zeit, als du für nötig hältst. Und dann noch etwas mehr. Der Körper muss verstehen, dass er sich nicht wehren muss.«

Vincents Finger fuhren die Naht ihres Kleides entlang, wo der Stoff sich über dem Steißbein spannte. Es war keine eindeutig sexuelle Berührung, noch nicht – eher eine Erkundung, ein Kartografieren von etwas, das sie beide nicht kannten. Der Blumenladen lag still um sie herum, nur die alte Kühltheke summte leise, und irgendwo im hinteren Raum tropfte ein Wasserhahn in einem unregelmäßigen Takt.

»Ich habe Angst«, sagte Helena plötzlich. Die Worte standen im Raum, bevor sie sie zurückhalten konnte. Keine gewaltige, dramatische Angst, sondern jenes feine Vibrieren, das man spürt, bevor man ins kalte Wasser springt.

Vincent zog seine Hand nicht weg. Er ließ sie genau dort, auf dem wärmsten Punkt ihres Rückens, und sagte: »Gut. Dann sind wir zwei.«

Dieses Eingeständnis – dass auch er etwas fürchtete, vielleicht weniger den körperlichen Akt als die Verantwortung, ihr wehzutun, und die Schwere dieses Vertrauens – ließ Helena ruhiger werden. Sie drehte sich um, so dass ihr Rücken nun vollständig an seiner Brust lag, und lehnte den Kopf gegen seine Schulter. Durch das Schaufenster sah sie die Kastanien auf der gegenüberliegenden Straßenseite, sattgrün und reglos in der Mittagshitze.

Seine Hände fanden ihre Taille, dann langsam, Zentimeter um Zentimeter, den Saum ihres Kleides. Es war ein dünner Stoff, bedruckt mit verblassten Blüten, und als Vincent ihn hochschob, raschelte es wie trockene Blätter. Darunter trug Helena nur einen Slip aus Baumwolle, nichts Besonderes, nicht für diesen Nachmittag ausgewählt, sondern einfach das, was sie an diesem Morgen übergestreift hatte. Und vielleicht, dachte sie, war das genau richtig. Keine Inszenierung, kein Kostüm. Nur ihr Körper, so wie er war.

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Vincents Finger glitten unter den Bund des Slips, nicht hastig, sondern tastend, als zögen sie eine Linie nach, die unsichtbar auf ihrer Haut eingezeichnet war. Helena spürte, wie sich die kleinen Härchen auf ihren Unterarmen aufrichteten. Das Wasser tropfte noch immer im Hinterzimmer, jetzt wie ein Metronom zu dieser langsamen, unaufhaltsamen Annäherung.

»Ist das gut?«, fragte Vincent. Seine Lippen waren dicht an ihrem Ohr, und sie spürte seinen Atem wärmer als den Sommer draußen.

»Ja«, sagte sie. Und dann, leiser: »Bleib genau da.«

Er blieb. Seine Fingerspitze lag auf dem Punkt, wo das Kreuzbein endet und etwas Neues beginnt, und sie standen reglos, als atmeten sie im selben Rhythmus. Helena schloss die Augen wieder und ließ die Empfindung in sich aufsteigen: kein Begehren im eigentlichen Sinn, sondern etwas anderes, etwas, das sie nicht benennen konnte. Eine Bereitschaft vielleicht. Oder das Gegenteil von Zurückweichen.

Dann bewegte Vincent den Finger, und alles wurde anders.

Die Sprache, die der Körper mit dem Öl erlernt

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Es war nur eine kleine Bewegung, nicht mehr als ein Kreis, den er mit der Fingerkuppe auf ihre Haut zeichnete. Aber es genügte, um Helenas Atem für einen Moment stocken zu lassen. Nicht vor Schreck – vor etwas, das eher einem Wiedererkennen glich. Als hätte ihr Körper schon immer gewusst, dass diese Stelle empfindlich war, und wartete nur darauf, dass jemand es bestätigte.

Vincent spürte ihr Einatmen. Seine Hand hielt inne. »Zu viel?«

»Nein. Anders. Weiß nicht.« Helena öffnete die Augen und starrte auf die Dahlienblüte, die verlassen auf dem Holztisch lag. Sie war jetzt vollständig aufgeblüht, die innersten Blättchen so dunkelrot, dass sie fast schwarz wirkten. »Es fühlt sich an, als würde mein Körper eine neue Sprache lernen. Buchstabe für Buchstabe.«

Vincent nickte gegen ihren Hinterkopf. Er verstand auch das. Seine Finger, die noch immer unter dem Bund ihres Slips lagen, begannen nun, diese Sprache mitzuschreiben. Keine hastigen Worte, sondern sorgfältig gesetzte Silben. Ein Streichen, das die Haut kaum berührte. Ein Nachfahren der natürlichen Linie, die sich zwischen ihren Pobacken hinabzog. Helena konzentrierte sich darauf, nicht zu verkrampfen – die erste Lektion, die sie aus den Foren mitgenommen hatte: Wer sich anspannt, macht es schwerer. Wer vertraut, lässt zu.

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»Ich hole das Öl«, sagte Vincent leise. Seine Hand verließ ihren Rücken, und für einen Moment fühlte Helena die Abwesenheit wie ein Frösteln, obwohl der Tag heiß war. Sie sah ihm nach, wie er zu dem kleinen Rucksack ging, den sie mitgebracht hatten, und ein Fläschchen hervorholte. Mandelöl. Keine parfümierte Massage-Essenz, kein Gleitgel mit Kälte-Wärme-Effekt. Es handelte sich nur um reines, warmes Mandelöl, das Helena am Abend zuvor in eine kleine Glasflasche umgefüllt hatte, weil die Küche dann nach Gebäck roch und sie darüber lachen mussten.

Jetzt gab es nichts zu lachen. Vincent kam zurück, goss etwas Öl in seine Handfläche – sie sah, wie es golden über seine Haut lief und in den Furchen seiner Handlinien glänzte – und rieb die Hände aneinander. Das Geräusch war glitschig und leise, fast zärtlich. Als er sie wieder berührte, diesmal mit geölten Fingern, veränderte sich die Qualität der Empfindung grundlegend. Wo vorher die Trockenheit der Haut eine feine Reibung erzeugt hatte, glitt jetzt alles weich und warm. Helena stellte sich vor, wie das Öl ihre Poren öffnete und sie geschmeidig machte für das, was kommen sollte.

Sie lehnte weiter vornüber an den Tisch, das Gesicht den Blumen zugewandt. Vincents linke Hand lag auf ihrer Hüfte, stabilisierend, während seine rechte tiefer wanderte. Ein Finger, der Zeigefinger, glitt zwischen ihre Pobacken, und Helena spürte, wie ihr Körper sich einen Augenblick lang wehrte – ein automatisches Zuziehen, ein uraltes Nein –, bevor sie bewusst losließ. Der Muskel gab nach. Vincents Finger lag nun auf dem Zentrum, das sich so lange verborgen gehalten hatte.

»Atme«, sagte er.

Sie atmete. Einmal tief ein, und beim Ausatmen ließ sie noch mehr los. Der Finger umkreiste die Öffnung mit einer Geduld, die fast unerträglich war. Nicht eindringend, nur fragend, den Rand entlang, immer wieder, in hypnotischen Kreisen. Helena spürte, wie die feinen Nervenenden dort erwachten, wie sie zu senden begannen – nicht Schmerz, auch noch nicht Lust, sondern ein unbestimmtes, elektrisierendes Prickeln.

»Jetzt«, flüsterte sie.

Vincent verstand. Der Finger, nass vom Öl, drückte sanft gegen die Mitte, und Helena fühlte den Dehnungsschmerz als ein Brennen, das sich sofort wieder legte, als sie bewusst ausatmete. Nur die Kuppe war eingedrungen, kaum mehr als das erste Glied, aber es fühlte sich an wie ein ganzes Land, das sie betraten. Sie hielt Vincents freie Hand, die auf ihrer Hüfte lag, und drückte zu.

»Mehr«, sagte sie, und diesmal war ihre Stimme sicher.

Der Finger glitt tiefer, Millimeter für Millimeter, und Helena spürte, wie sich etwas in ihr öffnete, das sie nie zuvor als Hohlraum wahrgenommen hatte. Es war kein Schmerz, es war Fülle. Eine seltsame, fast erschreckende Intimität, die nichts mit der Lust zu tun hatte, die sie kannte, und doch das Potenzial von etwas Neuem in sich trug.

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»Da drin bist du«, murmelte Vincent, und seine Stimme klang gebannt.

Helena hätte fast gelacht, aber es blieb ein ersticktes Keuchen. »Das klingt komisch.«

»Ist aber so.« Er bewegte den Finger vorsichtig, nicht stoßend, eher wie eine Frage, die auf Antwort wartet. »Da ist alles, was Helena ist. Nur anders.«

Sie verstand, was er meinte, obwohl es keine Logik hatte. Sein Finger in ihr, an dieser ungewohnten Stelle, fühlte sich nicht an wie eine Penetration, sondern wie eine Umarmung von innen. Sie begann, sich leicht zu bewegen, ihre Hüften kippten ganz von selbst, und der Finger glitt ein wenig zurück, um sofort wieder tiefer einzudringen.

Das Öl machte alles geschmeidig, und jetzt, da der erste Widerstand überwunden war, begann Helenas Körper, sich an die Empfindung zu gewöhnen. Nicht, dass es normal war. Es war alles andere als normal. Aber es wurde vertraut, wie ein neues Zimmer in einem alten Haus, von dessen Existenz sie nie gewusst hatte und dessen Tür sie nun aufgestoßen hatte.

»Noch einer?«, fragte Vincent.

Helena nickte gegen die Blumen hin. Die Gladiolen standen kerzengerade in ihrer Vase, alabasterfarben und unschuldig.

Wie der Strauß sich bindet, so tut es die Lust.

Der zweite Finger veränderte alles. War der erste noch ein Besucher gewesen, eine vorfühlende Sonde, so machte die Zwei aus der Erkundung einen Ernst. Helena spürte die Dehnung nun deutlicher. Ein Brennen zerrte an den Rändern der Öffnung. Sie zwang sich, ruhig weiterzuatmen und die Luft tief in den Bauch sinken zu lassen, bis das Ziehen nachließ. Vincent wartete. Seine Stirn lag an ihrem Haar, und sie hörte seinen Atem, schneller jetzt, aber beherrscht.

Seine Finger – zwei jetzt, Zeige- und Mittelfinger – lagen in ihr, bewegungslos, während ihr Körper sich an die neue Breite gewöhnte. Helena dachte an die Dahlie, wie sie sich Blatt für Blatt geöffnet hatte, unverschämt und ohne Scham. So wollte sie sein. So musste es sein, wenn dies gelingen sollte.

»Beweg dich«, bat sie.

Und Vincent bewegte sich. Langsam zuerst zog die Finger ein Stück zurück, bis überwiegend die Kuppen blieben, und schob sie dann wieder in die warme Enge. Das Öl machte ein leises, saugendes Geräusch, das Helena unter anderen Umständen vielleicht peinlich gewesen wäre, aber jetzt war es nur ein weiterer Teil dieser körperlichen Wahrheit, die sie einander abverlangten. Vincents Finger fanden einen gemächlichen und stetigen Rhythmus, und mit jeder Bewegung weitete sich Helenas Inneres, wurde weicher und ließ mehr zu.

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Sie spürte, wie die Lust sich anmeldete. Nicht zwischen den Beinen, nicht dort, wo sie es gewohnt war – sie strahlte von diesem neuen Zentrum aus. Sie breitete sich in Wellen durch den Unterleib aus, erreichte den Bauch, die Schenkel, kroch die Wirbelsäule hinauf. Es war eine Lust, die sie nicht benennen konnte, weil sie nichts mit Reibung oder dem zu tun hatte, was sie kannte. Es war die Lust der Hingabe selbst. Die Lust, sich so tief zu öffnen, dass Vincent einen Teil von ihr berührte, den noch nie jemand angefasst hatte. Die Lust des absoluten Vertrauens.

»Ich will dich«, sagte sie. Es kam heiserer heraus als beabsichtigt. »Jetzt. Richtig.«

Vincent zog seine Finger behutsam zurück. Das Gefühl der plötzlichen Leere war fast schmerzhaft, als hätte ihr Körper sich bereits an die Fülle gewöhnt und forderte sie nun zurück. Sie hörte, wie er seine Hose öffnete, hörte das Rascheln von Stoff und das feuchte Geräusch von Öl auf Haut. Sie sah sich nicht um – sie wollte den Moment der Berührung nicht mit Sehen vorwegnehmen, wollte ihn ganz spüren, wenn er kam.

Dann spürte sie ihn. Nicht seine Hände, sondern seine Eichel, warm und glitschig vom Öl, die sich zwischen ihre Pobacken schob und gegen die vorbereitete Öffnung drückte. Helena holte tief Luft. Seine Eichel war breiter als zwei Finger, viel breiter, und für einen Augenblick schoss Panik durch ihren Bauch – das passt nicht, das kann nicht sein, wir sind verrückt, es ist zu eng –, aber dann erinnerte sie sich an das, was die Foren gesagt hatten: Der Körper kann mehr, als der Verstand glaubt. Vertrau dem Öl. Vertrau dem Atem. Vertrau ihm.

Vincent hielt still. Er drückte nicht, er wartete. Nur die Spitze lag an der Schwelle, und Helena spürte, wie ihr Schließmuskel sich erst verkrampfte und dann, Zug um Zug, nachgab, als würde er selbst entscheiden, wann er bereit war. Es war ein eigenartiges Gefühl von Kontrollverlust und Souveränität zugleich – sie konnte nichts erzwingen, nur zulassen.

Der erste Zentimeter war der schwerste. Die Eichel drang ein, und Helena stöhnte auf, ein langes, gezogenes Stöhnen, das alle Vögel vor dem Fenster hätte aufschrecken können. Es brannte, ja, aber das Empfinden war nicht unangenehm. Es war ein Brennen, das sagte: Hier entsteht etwas. Dehnung, Fülle, Präsenz. Vincents Hände lagen auf ihren Hüften, seine Finger gruben sich in ihr Fleisch, und sie wusste, dass er sich beherrschte, dass jeder Muskel in ihm danach schrie, tiefer zu stoßen, und dass er es nicht tat, weil er wartete, auf sie wartete, auf das Okay, das sie noch nicht gegeben hatte.

Sie gab es, indem sie ihr Becken zurückschob. Ein kleines Stück nur, aber es genügte. Vincent glitt tiefer, und Helena spürte, wie ihr Körper ihn umschloss, ihn hielt, ihn aufnahm. Nicht wie beim Vaginalsex, wo die Feuchtigkeit alles weich und gleitend machte. Hier war es enger, intensiver, ein Gefühl von Ausgefülltsein, das sie an die Grenze dessen brachte, was sie aushalten konnte, ohne zu zerbrechen.

Aber sie zerbrach nicht. Sie atmete, und Vincents Hände auf ihren Hüften waren ein Anker. Die Blumen auf dem Tisch waren stumme Zeugen. Irgendwo summte die Kühltheke, und nichts an diesem Nachmittag war falsch oder schmerzhaft oder erzwungen. Es war nur wahr, so wahr wie wenig in ihrem Leben, und Helena begann zu verstehen, warum Menschen das taten. Es ging nicht um das Tabu. Es ging um das Vertrauen, das man brauchte, um sich auf diese letzte, intimste aller Arten zu öffnen.

Vincent bewegte sich nun in langen, fließenden Stößen. Nicht tief – noch nicht tief –, sondern vorsichtig, die Hälfte seiner Länge, die er gleiten ließ und wieder herauszog, gleiten ließ und herauszog, während Helena sich ganz auf das Gefühl konzentrierte. Wie es sich veränderte, weniger brannte, mehr füllte. Wie ihr Körper sich immer weiter öffnete, als wäre er nie etwas anderes gewesen als diese weiche, warme Aufnahme.

»Ganz«, keuchte sie. »Ich will dich ganz.«

Und Vincent gab ihr, was sie wollte. Sein nächster Stoß war tiefer, vollständig, und Helena spürte ihn in einer Tiefe, von der sie nicht gewusst hatte, dass sie existierte. Es war, als hätte er ein verborgenes Fach in ihr geöffnet, einen Raum, der nur für ihn bestimmt war. Sie schrie auf – ein kurzer, abgeschnittener Laut –, dann biss sie sich auf die Lippen und ließ ihn weitermachen.

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Er stieß zu, tief und gleichmäßig, und sein Atem ging stoßweise an ihrem Ohr. Der Tisch knarrte, die Vase mit den Gladiolen wackelte und Helena klammerte sich an der Tischkante fest. Währenddessen schrumpfte die Welt um sie herum auf dieses eine Zentrum zusammen. Es war dieses rhythmische Gleiten in ihr, das so anders war als alles, was sie kannte, und doch so richtig, so absolut richtig.

Sie kam nicht, nicht so, wie sie es kannte. Es war kein vulkanischer Orgasmus, kein Muskelbeben, kein zuckendes Entladen. Es war ein langsames, alles durchdringendes Strömen, das irgendwo in ihrem Becken begann und bis in die Fingerspitzen und Zehen wanderte. Es war ein tiefes, fast spirituelles Loslassen, das keine Spitze und kein Ende zu haben schien. Es dauerte an, solange Vincent in ihr war, eine anhaltende Welle von Hingabe.

Als auch er kam – mit einem erstickten Laut, tief in ihrem Inneren, pulsierend und warm –, hielt er sie so fest, dass sie dachte, sie würden nie wieder auseinandergehen. Und für einen langen Moment wollte sie das auch nicht.

Was zwischen den Stielen zurückbleibt

Die Stille nach dem Sturm war keine Leere. Sie war erfüllt von kleinen Geräuschen – Vincents keuchender Atem, das leise Tropfen des Wasserhahns, das Sirren einer Fliege, die sich ins Schaufenster verirrt hatte. Helena lag noch immer über den Tisch gebeugt, die Wange fast auf den zerstreuten Blumen, und spürte, wie Vincent sich langsam, fast widerwillig, aus ihr zurückzog. Das Gefühl der Leere war diesmal weniger schmerzhaft. Es war eher ein Nachhallen, ein Abdruck, den sein Körper in ihrem gelassen hatte und der noch eine Weile bleiben würde, ehe er verblasste.

Sie richtete sich auf. Ihre Beine waren weich, als hätte sie einen Marathon hinter sich, und das Baumwollkleid klebte ihr am Rücken, feucht vom Schweiß. Vincent stand dicht hinter ihr, seine Stirn gegen ihren Nacken gelegt, und seine Arme schlangen sich um ihre Taille, haltlos und haltend zugleich. Keiner sagte etwas. Was gab es auch zu sagen? Sprache war für diesen Nachmittag nicht gemacht, sie hätte das, was zwischen ihnen stand, nur zerkleinert und in unzulängliche Worte gepresst.

Nach einer Weile löste sich Vincent und ging zum Kühlschrank, wo eine Flasche Wasser stand. Er goss ihr ein Glas ein, und Helena trank es in durstigen Schlucken, während das kühle Nass durch ihre Kehle rann und sie zurückholte in die Gegenwart des Blumenladens. Jetzt sah sie die verstreuten Stiele, die abgeschnittenen Blätter, das ungebundene Bastband, und sie musste lächeln. Der Sommerstrauß, dessentwegen sie eigentlich hier waren, lag halbfertig und vergessen da.

»Wir sollten ihn binden«, sagte sie und wies mit dem Kinn auf das Chaos aus Grün und Blüten.

Vincent nickte. Er wusch sich die Hände in dem kleinen Emaillebecken im hinteren Raum, und Helena tat es ihm nach. Das Wasser war kalt und klar, und sie sah zu, wie das Öl von ihren Fingern in kleinen Schlieren davontrieb, zusammen mit dem Geruch von Mandeln und Sex.

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Zurück am Tisch begannen sie schweigend, die Stiele zu sortieren. Die burgunderrote Dahlie, vom Liegen etwas gequetscht, aber immer noch unverschämt schön. Das silbrige Eukalyptusgrün, das Vincents Finger so zärtlich gedreht hatten. Die Glockenblumen mit ihren stolzen Stängeln, das Schleierkraut, die Gladiolen. Helena hielt das Bündel, während Vincent den Bast darum schlang. Diesmal riss er nicht. Es war ein gleichmäßiger, ruhiger Zug, fest genug, um zu halten, locker genug, um den Stielen Raum zu geben.

»Weißt du, was komisch ist?«, fragte Helena, während sie das Papier um den fertigen Strauß wickelte. ». Aber jetzt, danach, fühlt es sich gar nicht so an. Es fühlt sich eher an wie … eine Fortsetzung. Von etwas, das längst angefangen hat.«

Vincent band eine Kordel um das Papier, einen einfachen Knoten, kein Geschenkband. »Vielleicht war das ja das, worum es ging. Es ging nicht darum, ein Tabu zu brechen, sondern darum, eines weniger zu haben. Zwischen uns.«

Helena nickte. Das war es. Kein Überschreiten einer Linie, sondern ein Auswischen dieser. Sie spürte die Stelle, wo er in ihr gewesen war, als leises Pochen, das sie noch Stunden begleiten würde. Sie trug es wie einen Schatz unter der Kleidung, unsichtbar für alle außer für ihn.

Sie stellten den fertigen Strauß in eine Vase auf dem Tresen. Er war nicht perfekt – die Dahlie lehnte ein bisschen schief, und das Schleierkraut war zu dicht auf einer Seite –, aber er war ehrlich. Ein Sommerstrauß, der von nichts anderem handelte als von dem, was der Sommer hergab.

Frau Möller würde später, wenn sie den Laden wieder betrat, nichts ahnen. Sie würde den Strauß sehen und sagen: »Hübsch, ein bisschen wild heute«, und Helena würde lächeln und Ja sagen, weil es die Wahrheit war.

Bevor sie gingen, hob Vincent die einzelne Dahlienblüte auf, die vom Tisch gefallen war. Er steckte sie Helena ins Haar, ohne etwas zu sagen, und sie ließ es geschehen. Draußen auf der Straße war die Hitze erträglicher geworden, der späte Nachmittag tauchte die Kastanienblätter in ein weicheres Licht. Helena und Vincent gingen nebeneinander her, ohne sich zu berühren, aber ihre Schultern waren nur eine Handbreit voneinander entfernt, und das genügte.

Der Strauß blieb zurück im leeren Laden, zwischen Kühltheke und Fensterbrett. Mit ihm blieb die Erinnerung an das erste Mal, das kein Anfang war und kein Ende, sondern nur ein weiterer Satz in der langen Unterhaltung zweier Körper.

– ENDE –

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