Als Marie den Stoff von Maximilians Badehose auf Brusthöhe klopfen sah – eine bisexuelle Entdeckung nach Badeschluss

Bisexuelle Entdeckung nach Badeschluss
  • Beitrags-Kategorie:Bisex
Lesedauer 13 Minuten

Bisexuelle Entdeckung

Das rhythmische Platsch-Platsch des undichten Wasserhahns in der Duschecke war das Einzige, was Marie noch von der Welt außerhalb dieser engen Umkleidekabine mitbekam. Sie stand, den Rücken gegen die kühle Holzwand gelehnt, und beobachtete, wie Maximilian sich mit dem Handtuch über den Nacken fuhr. Eine völlig alltägliche Bewegung, die er wahrscheinlich hundertmal am Tag machte, ohne darüber nachzudenken. Aber jetzt, in der Stille des leeren Freibads, mit dem letzten goldenen Licht, das durch die Oberlichter fiel, war es, als sähe Marie ihn zum ersten Mal richtig. Nicht als den Freund, mit dem sie seit Jahren durch Kneipen zog und über ihre dysfunktionalen Familien lachte. Sondern als Mann. Als Körper. Als etwas, das sie mit einer Plötzlichkeit anmachte, die ihr den Atem nahm. „Was glotzt du so?“, fragte er, ohne sich umzudrehen, aber sie hörte das Grinsen in seiner Stimme. Typisch. Er hatte Augen im Hinterkopf, wenn es darum ging, sie bei irgendetwas zu ertappen. Die Frage, die in ihrem Kopf aufstieg, während das Wasser aus dem Hahn weiter auf die Fliesen tropfte, war so klar und so absurd gleichzeitig, dass sie fast lachen musste: War es das, was alle meinten, wenn sie von einer bisexuellen Entdeckung sprachen? Dieses plötzliche, überwältigende Gewahrwerden, dass die Welt der Anziehung größer war, als man sich selbst jemals erlaubt hatte?

„Ich habe dich noch nie mit nassen Haaren gesehen“, log sie und schob sich eine Strähne aus dem Gesicht. Die Wahrheit war viel simpler und viel komplizierter zugleich: Sie hatte ihn noch nie so gesehen, Punkt. Nicht mit diesem Blick, der an seinen Schulterblättern hängenblieb, an der Art, wie sich die Muskeln unter der Haut bewegten, als er das Handtuch auf die Bank warf. Das Freibad hatte längst geschlossen. Die Lautsprecherdurchsagen waren verklungen, die Familien mit ihren quietschenden Kindern und den Tupperdosen voller geschnittener Äpfel waren abgezogen. Zurück blieben nur das leise Gluckern des Wassers in den Becken draußen und der Geruch nach Chlor, Sonnencreme und nassem Holz, der in den Kabinen hing wie ein schweres Parfüm.

Maximilian drehte sich endlich um. Seine Augen, dieses undefinierbare Graugrün, das sie schon tausendmal gesehen hatte und das ihr jetzt völlig neu vorkam, musterten sie mit einer Intensität, die ihr eine Gänsehaut über die Arme jagte. „Du hast mich noch nie mit nassen Haaren gesehen? Marie, wir gehen seit fünf Jahren zusammen schwimmen.“ Seine Stimme war rau vom vielen Reden im Lärm des Schwimmbads, vom Rufen gegen das Planschen und die Kinder an. Jetzt, in der Stille, klang sie tiefer. Intimer. „Ja, aber nicht so“, sagte sie und wusste selbst nicht genau, was sie damit meinte. Vielleicht: nicht allein. Vielleicht: nicht so nah. Vielleicht: nicht mit diesem Kribbeln im Bauch, das sie normalerweise nur bei völlig anderen Begegnungen spürte.

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Die Kabine, die sie sich teilten – aus reiner Pragmatik, weil seine Tasche zufällig auf der Bank neben ihrer lag und es albern gewesen wäre, extra eine neue zu suchen –, kam ihr plötzlich viel zu klein vor. Maximilian lehnte an der gegenüberliegenden Wand, nur einen Meter von ihr entfernt, und das Tageslicht, das durch die Ritzen der Holzwände sickerte, zeichnete scharfe Schatten auf sein Gesicht. Er trug nur seine Badehose, dieses ausgeleierte blaue Ding, das er seit mindestens drei Sommern nicht ausgetauscht hatte und an dem jetzt die Feuchtigkeit dunkle Muster malte. Marie registrierte jedes Detail mit einer Schärfe, die sie erschreckte. Das kleine Muttermal unter seinem rechten Ohr. Die blasse Stelle an seiner Hüfte, wo die Sonne nie hinkam. Die feinen, blonden Härchen auf seinen Unterarmen, die im Gegenlicht golden schimmerten. Ihre Kehle war trocken. Das tropfende Wasser in der Duschecke war plötzlich kein Hintergrundgeräusch mehr, sondern ein Metronom, das die Spannung zwischen ihnen maß.

„Hast du manchmal das Gefühl, dass du jemanden jahrelang kennst und ihn dann plötzlich mit völlig neuen Augen siehst?“, fragte Marie und bereute die Worte sofort, als sie ausgesprochen waren. Sie klangen wie aus einem schlechten Film. Wie ein Satz, den man sagte, bevor alles kompliziert wurde. Aber anstatt sie damit aufzuziehen, hielt Maximilian einfach still. Sein Blick ruhte auf ihr, ruhig und abwartend, und es war genau dieses Schweigen, das ihr den Mut gab, weiterzusprechen. „Ich meine, wir erzählen uns alles, oder? Jeden beschissenen One-Night-Stand, jede Trennung, jede Dummheit. Aber es gibt Dinge, über die ich noch nie mit dir geredet habe. Dinge über mich selbst, die ich nicht mal richtig verstanden habe, bis. … „… naja, bis jetzt gerade.“

Ihr Herz klopfte so laut, dass sie sicher war, er müsste es hören. Bisexuelle Entdeckung – das Wort, das sie in Artikeln und Foren gelesen hatte, das sie immer für ein Phänomen anderer Leute gehalten hatte, klopfte jetzt an die Tür ihres eigenen Lebens und verlangte Einlass. Es fühlte sich an wie das Kribbeln vor dem ersten Sprung vom Zehnmeterturm, den sie heute Nachmittag völlig selbstverständlich gewagt hatte. Nur dass dieser Sprung hier keine klare Wasseroberfläche hatte, auf die sie zielen konnte.

Das Echo deiner Frage zwischen den Holzspinden

Maximilian setzte sich langsam auf die Holzbank, die mit ihren Kanten und Splittern mehr Feind als Möbelstück war, und klopfte neben sich auf die schmale Sitzfläche. Eine Einladung. Keine Aufforderung. Marie zögerte den Bruchteil einer Sekunde, bevor sie sich neben ihn setzte, so nah, dass ihre nackten Oberschenkel sich fast berührten. Fast. Das bisschen Luft zwischen ihrer Haut und seiner schien elektrisch geladen zu sein. „Redest du von …“, begann er und ließ den Satz in der Luft hängen, als wüsste er genau, wovon sie redete, und wartete nur darauf, dass sie es aussprach.

Der Geruch nach Chlor und Sonnencreme vermischte sich mit dem herben Duft seines Deos, etwas mit Sandelholz oder Moschus oder irgendeinem Zeug, das sie nie bewusst wahrgenommen hatte und das jetzt ihre Synapsen zum Glühen brachte. „Ich glaube, ich mag nicht nur Männer“, sagte Marie schließlich. Die Worte kamen leiser heraus, als sie beabsichtigt hatte, aber sie hallten in der leeren Kabine wider wie ein Geständnis. „Und ich glaube, ich versuche schon eine ganze Weile, das vor mir selbst zu verstecken. Vor dir. Vor allen.“ Maximilian nickte langsam. Kein Überraschungsschock. Kein ungläubiges Lachen. Nur dieses Nicken, als hätte er schon lange auf diesen Moment gewartet.

„Warum vor mir?“, fragte er, und seine Stimme hatte einen warmen, fast zärtlichen Unterton, den sie selten an ihm hörte. „Sehe ich aus wie jemand, der dich verurteilen würde?“ Sein Knie berührte jetzt ihres, eine flüchtige Berührung, die trotzdem wie ein kleiner Stromschlag durch ihren Körper fuhr. Marie schüttelte den Kopf. Natürlich nicht. Maximilian war der offenste Mensch, den sie kannte. Vielleicht war genau das der Grund. Vor jemandem, der so mühelos zu sich selbst stand, die eigene Verwirrung zuzugeben, fühlte sich an wie ein Eingeständnis des Scheiterns. „Weil ich es selbst nicht verstanden habe“, antwortete sie. „Und weil. … „…“ … weil es bei dir anders ist. Du bist anders. Du bringst mich dazu, Dinge zu fühlen, die ich nicht einordnen kann.“

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Sie drehte sich zu ihm um. Sein Profil war scharf gegen das verblassende Licht gezeichnet: die Nase, die Lippen, der leichte Bartschatten, der sich auf seinen Wangen ausbreitete. Sie kannte dieses Gesicht so gut wie ihr eigenes, und doch war nichts daran vertraut. Alles war neu, aufregend, beängstigend. Eine bisexuelle Entdeckung, dachte sie wieder, war kein Ziel, das man erreichte. Es war eine Tür, die aufging, und dahinter lagen nicht nur neue Verlangen, sondern auch neue Ängste. Die Angst, jemanden zu verlieren, während man ihn auf eine völlig neue Weise zu gewinnen suchte.

„Marie.“ Er sagte ihren Namen so leise, dass es fast ein Hauch war. Und dann hob er seine Hand und legte sie an ihre Wange. Die Berührung war so zart und so bestimmt zugleich, dass Marie die Tränen in die Augen stiegen. Nicht aus Traurigkeit, sondern aus einer Erleichterung, die so tief saß, dass sie körperlich schmerzte. Seine Finger, noch kühl vom Schwimmbadwasser, wanderten langsam an ihrem Kiefer entlang, als würde er blind eine Landkarte lesen, die nur er sehen konnte. „Weißt du, was ich sehe, wenn ich dich anschaue?“, murmelte er. Sie schüttelte stumm den Kopf, unfähig zu sprechen. „Ich sehe jemanden, der viel zu lange versucht hat, in eine Schublade zu passen, die nie für ihn gemacht war. Und ich sehe jemanden, der gerade erst begreift, dass die Schublade komplett überbewertet ist.“

Seine Worte taten etwas mit ihr. Etwas, das sich wie ein inneres Aufbrechen anfühlte, wie Eis, das unter der ersten warmen Sonne des Jahres krachend nachgibt. Sie legte ihre Hand auf seine, die noch immer an ihrer Wange lag, und hielt sie fest. Nicht um sie wegzuziehen, sondern um sie genau dort zu halten, wo sie war. Der Stoff seiner Badehose klopfte nicht mehr. Es gab nur noch das leise Tropfen des Wassers und ihre Beschleunigung des Atems, der sich in der Stille zwischen ihnen ausbreitete wie ein Versprechen.

Wo deine Hand auf meiner Hüfte das erste Mal fremde Sprachen spricht

Bisexuelle Entdeckung nach Badeschluss

Maximilian beugte sich vor und küsste sie. Es war kein zaghafter Testkuss, kein vorsichtiges Vortasten in unbekanntes Terrain. Es war ein Kuss, der alles wusste. Fünf Jahre Freundschaft, tausend Gespräche bis in die frühen Morgenstunden, unzählige Umarmungen zur Begrüßung und zum Abschied – sie alle schienen in dieser einen Bewegung zu kulminieren wie Flüsse, die endlich ins Meer mündeten. Seine Lippen waren weicher, als Marie es sich vorgestellt hatte, und sie schmeckten nach dem billigen Kaffee aus dem Automaten am Eingang und nach etwas darunter, das sie nicht benennen konnte, das aber unverkennbar er war. Sie erwiderte den Kuss mit einer Verzögerung von vielleicht zwei Herzschlägen, zwei Schlägen, in denen ihr Gehirn versuchte, das Ungeheuerliche dieser Situation mit der Vertrautheit von Maximilians Geruch zu vereinbaren.

Seine freie Hand wanderte von ihrer Hüfte zu ihrem Rücken, zog sie näher, und Marie ließ es geschehen. Mehr als das: Sie drängte sich an ihn, spürte die Wärme seiner Brust durch den dünnen Stoff ihres Bikinis, die Festigkeit seiner Schultern unter ihren Fingern, die plötzlich ein Eigenleben entwickelt hatten und seinen Rücken erkundeten, als wäre es das erste Mal, dass sie einen männlichen Körper berührte. In gewisser Weise war es das auch. Alles, was vorher gewesen war – die wenigen Freunde, die flüchtigen Affären, die sie nie wirklich befriedigt hatten – verblasste neben der Intensität dieses Augenblicks. Seine Zunge, die ihre Lippen teilte und forschend in ihren Mund glitt, schrieb eine neue Sprache, die Marie sofort verstand, ohne sie je gelernt zu haben.

Ihre Badeanzüge waren ein lächerliches Hindernis, ein paar läppische Zentimeter nasser Stoff, die sich anfühlten wie Betonmauern. Maximilian schien dasselbe zu denken, denn seine Finger nestelten bereits am Verschluss ihres Bikini-Oberteils, unbeholfen und entschlossen zugleich. „Warte“, flüsterte Marie gegen seine Lippen, und er hielt sofort inne. Sein Blick suchte ihren, und sie sah darin keine Enttäuschung, nur die aufrichtige Frage, ob sie weitermachen wolle. Diese stumme Rücksichtnahme war so typisch für ihn, dass sie fast lachen musste. Sie schüttelte den Kopf, nicht als Ablehnung, sondern als Klärung. „Ich will nicht warten. Ich will nur. … ich will dich. Richtig. Nicht irgendwie. Nicht so nebenbei.“ Die Worte sprudelten aus ihr heraus, unbeholfen und wahr. „Diese ganze Sache, diese bisexuelle Entdeckung oder wie man das nennt – ich will nicht, dass es nur eine Phase ist, die ich ausprobiere und dann abhake. Ich will dich, Max. Seit fünf Jahren, glaube ich, ohne es zu wissen. Oder ohne es zuzugeben.“

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Er sah sie lange an. So lange, dass das Tropfen des Wasserhahns sieben Mal platsch machte, sie zählte mit. Dann lächelte er dieses schiefe, selbstironische Lächeln, das sie immer an ihm geliebt hatte, lange bevor sie verstand, dass es Liebe war. „Marie, ich bin bisexuell. Schon immer. Ich dachte, du wüsstest das.“ Die Beiläufigkeit, mit der er das sagte, als ob er ihr mitteilte, dass er lieber Tee als Kaffee trank, haute sie fast um. Sie starrte ihn an, den Mund halb geöffnet, während ihr Gehirn versuchte, diese Information zu verarbeiten. Fünf Jahre. Fünf verdammte Jahre hatte er dieses Wissen mit sich herumgetragen, während sie sich mit ihren eigenen, unverstandenen Gefühlen abgequält hatte. „Du. … was?“, brachte sie hervor. „Und das sagst du mir jetzt?“

Er zuckte mit den Schultern, eine Bewegung, die so vertraut und so unmöglich liebenswert war, dass sie ihn am liebsten gleichzeitig geküsst und geschlagen hätte. „Es war nie der richtige Moment. Und ich wollte dich nicht verwirren. Oder unsere Freundschaft gefährden. Oder…“ Er unterbrach sich selbst, strich eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht, die sich aus ihrem Zopf gelöst hatte. „… eigentlich hatte ich einfach Schiss. Weil du mir wichtiger bist als jeder andere Mensch, und die Vorstellung, dich zu verlieren, war schlimmer als die Vorstellung, dir nie zu sagen, was ich fühle.“ Seine Finger legten sich wieder an ihre Wange, genau wie vorhin, und plötzlich war da kein Zögern mehr zwischen ihnen, nur eine Klarheit, die so hell leuchtete wie die Nachmittagssonne auf den Wasserflächen draußen.

Die nasse Spur, die wir auf der Holzbank hinterlassen

Marie zog ihren Bikini selbst aus. Nicht mit der langsamen Bedächtigkeit einer Verführung, sondern mit der ungestümen Entschlossenheit einer Frau, die ausreichend Zeit mit Warten verbracht hatte. Der nasse Stoff landete mit einem feuchten Klatschen auf dem Holzboden, und die kühle Luft der Umkleidekabine küsste ihre nackte Haut und ließ ihre Brustwarzen hart werden. Maximilian stieß einen Laut aus, der irgendwo zwischen Staunen und Verlangen lag, einen tiefen, kehligen Ton, der direkt in Maries Unterleib fuhr und dort ein heißes Pochen entfachte. „Du bist so verdammt schön“, murmelte er, und es klang nicht wie eine Floskel, sondern wie eine Feststellung, die er gerade zum ersten Mal in Worte fasste.

Seine Hände, diese Hände, die sie schon tausendmal gesehen hatte, wie sie Biergläser hoben und ihre Schulter bei schlechten Witzen stupsten, legten sich um ihre Taille und zogen sie auf seinen Schoß. Das Holz der Bank knarrte protestierend unter ihrem gemeinsamen Gewicht, aber es hielt, und Marie schlang ihre Beine um seine Hüften, spürte durch den dünnen Stoff seiner nassen Badehose die Hitze und Härte seiner Erregung. Er war schon so hart, dass der blaue Stoff sich wölbte, und der Anblick, das Wissen, dass sie das verursacht hatte, gab Marie ein Gefühl von Macht und Hingabe zugleich, das sie noch nie erlebt hatte. Sie beugte sich vor und küsste ihn wieder, gieriger diesmal, ließ ihre Zunge tiefer in seinen Mund gleiten, während ihre Hüften einen instinktiven Rhythmus fanden, sich an ihm rieben in einer wortlosen Bitte um mehr.

Maximilian verstand. Seine Hände wanderten von ihrer Taille zu ihren Brüsten, umfassten sie mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Gier, die Marie den Atem stocken ließ. Seine Daumen strichen über ihre harten Spitzen, einmal, zweimal, und dann beugte er sich vor und nahm eine davon in den Mund. Seine Zunge, warm und rau, zeichnete Kreise, die sich wie elektrische Impulse bis in ihre Zehenspitzen fortsetzten. Marie stöhnte auf, ein unkontrolliertes, heiseres Geräusch, das in der leeren Kabine viel zu laut klang und das ihr völlig egal war. Das Freibad war geschlossen. Es gab nur sie beide, nur diesen Moment, nur dieses langsame, unaufhaltsame Entgleisen aller Grenzen, die sie jahrelang um sich herum aufgebaut hatte.

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Ihre Finger wanderten seinen Oberkörper hinab, über die festen Muskeln seiner Brust, die weiche Senke seines Bauchnabels, bis sie den Gummizug seiner Badehose erreichten. Sie zögerte. Nicht aus Unsicherheit, sondern um den Moment auszukosten, dieses letzte bisschen Spannung, bevor sie die letzte Barriere zwischen ihnen beseitigte. Maximilian sah zu ihr auf, seine Lippen noch feucht von ihrem Körper, seine Augen dunkel vor Verlangen. „Zieh sie aus“, sagte er, und es war keine Bitte, sondern ein Befehl, der so voller Zärtlichkeit war, dass Marie dahinschmolz. Sie tat es. Sie zog den nassen Stoff über seine Hüften, befreite seine Erektion, die hart und heiß gegen ihre Handfläche drückte. Ein Zittern lief durch seinen Körper, als sie ihn berührte, und sie registrierte es mit einer Befriedigung, die fast animalisch war.

Er ließ sie keine Zeit, ihn länger zu erkunden. Seine Hände schlossen sich um ihre Hüften, hoben sie an, positionierten sie über sich. Das Klatschen des undichten Wasserhahns setzte kurz aus, als hielte selbst das Gebäude den Atem an. Und dann ließ er sie langsam herab, Zentimeter für Zentimeter, bis sie ihn in sich spürte. Ein Laut, halb Stöhnen, halb Lachen, entkam Maries Kehle. Es war so viel, so intensiv, so unfassbar richtig, dass alle Worte, die sie über diese Art von bisexueller Entdeckung gelesen hatte, plötzlich lächerlich unzulänglich schienen. Theorien über Sexualität und Identität zerfielen zu bedeutungslosem Staub angesichts der Realität von Maximilians Händen auf ihren Hüften, der Dehnung in ihrem Inneren, dem Schweiß, der sich auf ihrer Haut sammelte und mit dem Chlorgeruch der Kabine verschmolz.

Sie bewegte sich. Erst zaghaft, dann schneller, fand einen Rhythmus, der so alt war wie die Menschheit und doch völlig neu. Maximilian stieß ihr entgegen, seine Finger gruben sich in das Fleisch ihrer Hüften, seine Atemzüge kamen stoßweise gegen ihren Hals. Die Holzbank ächzte unter ihnen, ein rhythmisches Quietschen, das sich mit ihren Stöhnlauten zu einer seltsamen, perfekten Musik vermischte. Marie warf den Kopf zurück und schloss die Augen, überließ sich ganz der Empfindung, diesem Gefühl der Vollständigkeit, das sie noch nie zuvor erlebt hatte. Es war nicht nur Sex. Es war das Ende einer jahrelangen Suche, der Zusammenbruch einer Mauer, die sie selbst um sich errichtet hatte, ohne es zu merken.

Was vom Chlorwasser übrig bleibt, wenn alle Becken leergepumpt sind

Sie kamen fast gleichzeitig. Marie spürte, wie die Spannung in ihrem Unterleib sich zu einem Knoten zusammenzog, der immer fester und fester wurde, bis er mit einer Wucht zerriss, die sie erschütterte wie eine Welle. Ihre Muskeln krampften sich um ihn zusammen, und sie hörte Maximilian aufstöhnen, spürte, wie er sich in sie ergoss, heiß und pulsierend, während seine Hände sie so fest an sich drückten, als wolle er sie nie wieder loslassen. Sie blieben so, ineinander verschlungen, keuchend, schwitzend, lachend. Das Lachen kam zuerst aus Maximilians Kehle, ein tiefes, erleichtertes Grollen, und dann stimmte Marie ein, bis sie beide dalagen, halb auf der Bank, halb gegeneinander gelehnt, und über die Absurdität und die Schönheit und die Unvermeidbarkeit dieses Moments lachten.

Die Dämmerung kroch durch die Oberlichter der Umkleidekabine, tauchte den Raum in ein weiches, blaues Licht, das die Kanten der Spinde verschwimmen ließ und ihren nackten Körpern einen fast unwirklichen Schimmer verlieh. Marie hatte ihren Kopf an Maximilians Schulter gelehnt, lauschte seinem Herzschlag, der sich langsam wieder beruhigte, und dachte über den Begriff nach, der sie seit Wochen verfolgte. Bisexuelle Entdeckung. Es klang so sauber, so ordentlich, so nach einem abgeschlossenen Prozess. Eine Entdeckung war ein Punkt auf der Landkarte, ein markierter Ort, den man besucht und von dem man dann zurückkehrt. Aber das hier fühlte sich nicht wie ein Ende an. Es fühlte sich an wie ein Anfang. Wie das Öffnen einer Tür, hinter der kein einzelner Raum lag, sondern eine ganze Landschaft, die darauf wartete, erkundet zu werden.

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„Warum hast du es mir nie gesagt?“, fragte Marie leise und malte mit dem Finger unsichtbare Muster auf seine Brust. „Dass du bi bist, meine ich.“ Maximilian zuckte mit den Schultern, eine Bewegung, die ihren Kopf sanft auf und abbewegte. „Ich dachte, du würdest es irgendwann selbst merken. Oder dass es nicht wichtig ist. Für mich war es nie eine große Sache, weißt du? Ich mag Menschen. Männer, Frauen, alles dazwischen und außerhalb. Für mich ist das keine Identität, sondern einfach. … eine Tatsache. Wie meine Schuhgröße.“ Er grinste, und sie spürte das Grinsen an seiner Brust, ohne es zu sehen. „Okay, das ist der unromantischste Vergleich, den du je gebracht hast“, erwiderte Marie und boxte ihn leicht gegen die Rippen. „Schuhgröße. Wirklich.“

Sie lagen noch eine Weile so, während das letzte Licht schwand und die automatische Beleuchtung mit einem leisen Summen ansprang. Irgendwo in der Ferne hupte ein Auto, ein völlig normales Geräusch aus der Welt außerhalb ihrer Blase, und Marie wurde sich langsam der Kühle bewusst, die von den Kacheln aufstieg, der Härte der Holzbank unter ihren nackten Oberschenkeln. Aber sie wollte diesen Moment noch nicht verlassen. Wollte noch etwas in dem Gefühl schwelgen, das größer war als Erregung oder Befriedigung – das Gefühl, endlich, nach Jahren des Suchens, bei sich selbst angekommen zu sein.

„Weißt du, was das Beste an dieser ganzen Sache ist?“, murmelte Maximilian in ihr Haar. Sie schüttelte den Kopf. „Dass du jetzt nicht mehr so tun musst, als würdest du nur meine Persönlichkeit mögen.“ Marie lachte auf, ein Geräusch, das von den Kacheln widerhallte. „Idiot“, sagte sie liebevoll und küsste seine Schulter, das Muttermal unter seinem Ohr, seine Wange. „Absoluter Idiot.“ Aber sie wusste, was er meinte. Die Erleichterung, die sie fühlte, war nicht nur körperlich. Es war die Erleichterung, jemandem nichts mehr vormachen zu müssen. Nicht ihm, und vor allem nicht sich selbst. Ihre bisexuelle Entdeckung war kein einsamer Leuchtturm auf einer stürmischen See gewesen, sondern eine ruhige Bucht, die schon immer da gewesen war und in die sie nur endlich eingelaufen war.

Sie stand schließlich auf, die Beine noch etwas wacklig, und sammelte ihre Sachen vom Boden auf. Der nasse Bikini war kalt und unangenehm in ihrer Hand, ein Relikt aus einer Zeit vor zwei Stunden, die sich anfühlte wie eine andere Ära. Maximilian beobachtete sie vom Rand der Bank aus, immer noch nackt, völlig ungeniert, mit diesem Ausdruck stiller Zufriedenheit im Gesicht, den sie so gut kannte und der jetzt eine völlig neue Bedeutung hatte. „Gleiche Zeit nächste Woche?“, fragte er, und es war scherzhaft und ernst zugleich, die Quintessenz von allem, was sie beide ausmachte. Marie warf ihm sein Handtuch zu, das er mühelos mit einer Hand fing. „Gleiche Zeit nächste Woche“, sagte sie. Und dann, nach einer Pause, in der sie die Tür der Umkleidekabine öffnete und den ersten Schritt in den Abend wagte: „Und vielleicht auch nächste Woche noch etwas mehr. Ich habe schließlich noch einiges nachzuholen.“ Sein Lachen folgte ihr auf den gekiesten Weg hinaus, wo die Luft nach Sommer roch und nach endlosen Möglichkeiten.

– ENDE –

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