Einsame Lust
Der Regen prasselte gegen die hohen Bogenfenster, als Anna den Saal betrat. Das Palais atmete Geschichte aus jeder Pore seiner mit Rosetten verzierten Stuckdecke, und das spärliche Licht der wenigen Kerzen ließ den weißen Marmorboden schimmern wie erstarrten Mondschein. Sie fröstelte in ihrem dünnen Kleid, doch es war kein unangenehmes Gefühl – eher ein waches, erwartungsvolles Kribbeln, das von ihrem Nacken aus in Wellen ihren Rücken hinablief. Die Luft roch nach altem Stein, nach Wachs und nach dem leicht modrigen Aroma jahrhundertealter Teppiche, die irgendwo in den angrenzenden Räumen lagerten. Anna stellte sich vor, wie der Saal in seiner Blütezeit gewesen sein musste: voller Seide, Gelächter und verstohlener Blicke, die mehr versprachen, als Worte es je vermocht hätten.
Sie war allein hier. Christian hatte ihr die Schlüssel anvertraut, bevor die Dämmerung eingesetzt war. Er war ein Freund aus gemeinsamen Tagen, den sie kaum noch sah, aber er wusste, dass sie einen Ort suchte, um zur Ruhe zu kommen. Er hatte nicht gefragt, wovor sie floh, und das war eine der Eigenschaften, die sie an ihm am meisten schätzte. Die hohen Flügeltüren waren hinter ihr ins Schloss gefallen, und das Echo ihrer Absätze auf dem Marmor war längst verklungen. Jetzt stand sie in der Mitte des Saals, umgeben von siebenarmigen Kandelabern, deren warmes Licht auf ihrer bloßen Haut tanzte. Sie hatte die Schuhe abgestreift und spürte die Kühle des Steins unter ihren Fußsohlen. Zum ersten Mal seit Tagen lockerte sich auch der Knoten in ihrer Brust, unter dem sie kaum noch atmen konnte. Hier, zwischen den vergoldeten Stuckornamenten und den hohen Spiegeln, die ihr Bild in gedämpftem Gold zurückwarfen, begann etwas in ihr, sich zu regen. Es war etwas, das sie lange weggesperrt hatte, tief unter den alltäglichen Pflichten, den abendlichen Telefonaten und den belanglosen Serien, die sie sich zum Einschlafen anmachte.
Ein Teil von ihr wusste, dass Christian den Saal nicht nur aus reiner Freundlichkeit überlassen hatte. Der schmale, wissende Unterton in seiner Stimme, als er ihr den verzierten Schlüssel in die Hand legte, war nicht zu überhören gewesen. Er hatte nicht gefragt, ob sie allein bleiben würde – aber er hatte sie auch nicht begleitet. Vielleicht war es eine Einladung gewesen, ein leises Angebot, oder einfach das Vertrauen, dass sie den Raum für sich entdecken würde, ganz so, wie sie es brauchte. Anna spürte die Abwesenheit seiner Gegenwart deutlicher, als sie erwartet hatte.
Sie ließ ihren Blick über die Wände wandern, an denen goldgerahmte Gemälde in der Dunkelheit verschwanden. Dann blieb sein Blick an einem schmalen Diwan hängen, der am hinteren Ende des Saals auf einem erhöhten Podest stand. Das Möbel war überreich dekoriert, mit tiefroten Samtbezügen, deren Farbe selbst im flackernden Halbdunkel wie dunkles Blut wirkte. Anna zögerte einen Moment, bevor sie darauf zuging. Der Samt war weich unter ihrer Hand, als sie die Armlehne berührte. Sie stellte sich vor, wie viele andere Hände im Laufe der Zeit genau dieselbe Stelle gestreichelt hatten, wie viele Körper sich auf diesem Polster ausgestreckt hatten – und aus welchen Gründen. Ein leises Lächeln legte sich auf ihre Lippen, während die Luft im Saal dichter zu werden schien, aufgeladen mit etwas Unausgesprochenem.
Sie setzte sich auf die Kante des Diwans und ließ ihre Handflächen über den Stoff gleiten. Das feine Gewebe kitzelte ihre Haut, und die Empfindung wanderte als kaum wahrnehmbare Reaktion hinauf zu ihren Oberarmen, wo sich eine winzige Gänsehaut bildete. Die Einsamkeit dieses Ortes, die sie zunächst gesucht hatte, um Frieden zu finden, begann sich zu verwandeln in etwas anderes. Es wurde zu einer einsamen Lust, die ganz leise unter der Oberfläche ihres Bewusstseins zu summen begann, gedämpft noch, aber unverkennbar. Es war die Art von Verlangen, die entsteht, wenn niemand zusieht und alle Gedanken an das, was sich gehört, mit den letzten Spuren des Alltags von einem abfallen. Anna atmete tiefer ein, spürte, wie sich ihr Brustkorb weitete, wie das Mieder ihres Kleides über den Rippen spannte. Der Regen draußen fiel jetzt gleichmäßiger, ein beruhigendes Rauschen, das die Welt jenseits der Fenster auslöschte. Was zählte, war dieser Raum, war die Wärme der Kerzen auf ihrer Haut und das leise, pochende Verlangen, das in ihrem Unterleib langsam, aber stetig an Kraft gewann.
Sie ließ den Kopf in den Nacken sinken, schloss die Augen und spürte zum ersten Mal seit Stunden, dass ihr Körper mehr brauchte als Stille.
Die Stille zwischen zwei Herzschlägen
Anna hatte die Augen noch immer geschlossen, als sie Schritte hörte. Nicht das Echo ihrer eigenen Bewegungen, sondern einen leisen, fast zögerlichen Tritt auf dem Marmor, der näher kam. Sie öffnete die Augen und hob den Kopf – und dort, im Rahmen der halb geöffneten Seitentür, stand Christian. Er trug ein weißes Hemd, dessen oberste Knöpfe geöffnet waren, und hielt in der einen Hand eine brennende Kerze, deren Flamme sein Gesicht von unten beleuchtete. Die Schatten betonten die scharfe Linie seines Kinns und die leichte Spannung um seinen Mund. In seinen Augen lag ein Ausdruck, den Anna nicht sofort deuten konnte: halb Frage, halb etwas, das schon lange darin geschlummert hatte und nun nach außen drängte.
„Du bist also doch gekommen“, sagte er leise. Seine Stimme trug kaum weiter als bis zu ihr, als wäre der Raum zwischen ihnen eine Blase, in der jedes Wort kostbar war. Anna nickte nur, ihre Kehle war trocken, und sie spürte, wie eine Welle von Hitze durch ihren Körper raste, die nichts mit den Kerzen zu tun hatte. Christian stellte die Kerze auf einem der übrigen Ständer ab und kam langsam näher. Er trug keine Schuhe, seine nackten Füße machten kaum Geräusche auf dem Stein. Jeder seiner Schritte sandte eine Vibration durch den Boden, die Anna bis in den Diwan spürte, als wäre das gesamte Palais ein Resonanzkörper für die Spannung, die zwischen ihnen wuchs.
Er blieb zwei Schritte vor ihr stehen. So nah, dass sie den leichten Duft seiner Haut wahrnehmen konnte – etwas Holziges, Zimt vielleicht, oder Muskat, untermalt von der frischen, kühlen Note des Regens, der an seiner Jacke haftete. Er musste draußen gewesen sein, bevor er hereingekommen war, und der Gedanke, dass er den Weg durch die Nacht zu ihr gefunden hatte, ließ Annas Bauchmuskeln sich kurz verkrampfen in einer Mischung aus Erwartung und einem Anflug von Unsicherheit.
„Ich dachte, du wolltest allein sein“, sagte Christian. Kein Vorwurf, nur eine Feststellung, die eine Tür offenließ. Anna schüttelte leicht den Kopf. „Das dachte ich auch“, gab sie zurück, ihre Stimme jetzt fester, als sie sich fühlte. „Aber die Stille hat angefangen, mit mir zu reden.“ Es war die Wahrheit, wenn auch nur ein Teil davon. Der größere Teil saß in ihrem Bauch, sandte warme, pochende Signale zwischen ihre Beine, und sie konnte fühlen, wie das Verlangen, das sie vorhin nur als vage einsame Lust erkannt hatte, eine ganz neue Richtung bekam, seit Christians Silhouette in der Tür erschienen war.
Christian setzte sich neben sie auf den Diwan, zunächst mit einem Abstand, der mehr mit Höflichkeit als mit Scheu zu tun hatte. Der Samt gab unter seinem Gewicht nach, und Anna rutschte ein kleines Stück auf ihn zu, bevor sie sich bewusst abstützte. Er bemerkte die Bewegung und lächelte – ein schmales, fast verborgenes Lächeln, das um seine Mundwinkel spielte wie Kerzenlicht auf Marmor. Er hob die Hand, zögerte einen Atemzug lang und legte dann seine Fingerspitzen auf ihren Unterarm. Die Berührung war federleicht, kaum mehr als ein Hauch, aber sie schickte einen Blitz durch Annas Nervenbahnen, der direkt in ihren Schoß fuhr und dort eine feuchte, pochende Wärme hinterließ, die ihr den Atem stocken ließ.
„Du bist kalt“, sagte er. „Deine Haut ist ganz kühl.“ Seine Finger wanderten ihren Arm hinauf, millimeterlangsam, und jede winzige Bewegung zog eine Spur aus prickelnder Hitze hinter sich her. „Nur an der Oberfläche“, flüsterte Anna und sah ihm dabei direkt in die Augen. Sie wusste nicht, woher der Mut kam, aber es war, als hätte der Saal mit seinen alten Wänden und seiner schweren Geschichte alles Gedämpfte, jede Rücksichtnahme von ihr genommen und durch etwas Roh-Körperliches ersetzt. Sein Blick verschob sich kaum merklich von ihrem Gesicht zu ihrem Hals, den Sehnen, die unter der blassen Haut hervortraten, dem Ansatz ihres Schlüsselbeins, das der Ausschnitt ihres Kleides freigab.
Er beugte sich vor, so langsam, dass sie seinen Atem schon auf ihrer Haut spürte, bevor seine Lippen sie berührten. Ein Kuss, der nicht auf ihren Mund traf, sondern auf die empfindliche Stelle direkt unter ihrem Ohr, wo der Puls pochte wie ein verirrter Vogel. Anna schloss die Augen und ein Laut entwich ihrer Kehle, den sie nicht geplant hatte – ein halb ersticktes Seufzen, das mehr nach Hingabe klang als alles, was sie seit langem geäußert hatte. Seine Lippen glitten tiefer, zu ihrem Hals, während seine Hand ihren Arm losließ und stattdessen an ihrer Hüfte zu liegen kam, warm und schwer durch den dünnen Stoff ihres Kleides.
Sie spürte die wachsende Feuchte zwischen ihren Schenkeln, ein unmissverständliches Zeichen dafür, dass ihr Körper längst entschieden hatte, was ihr Verstand noch nicht ganz zugeben wollte. Christians Zunge fand die Kuhle an ihrem Schlüsselbein und verweilte dort, zeichnete kleine, feuchte Kreise, die Anna die Zehen krümmen ließen. Ihre Hände, bisher untätig in ihrem Schoß, hoben sich und legten sich auf seine Schultern, spürten die Wärme seiner Haut unter dem Leinen, die Spannung der Muskeln, die sich unter ihren Fingern kaum merklich bewegten. Sie zog ihn näher, und der leichte Widerstand, mit dem er ihrer Bewegung folgte, machte das Verlangen in ihr nur umso heftiger. Die einsame Lust, die vorhin noch ein stiller, nach innen gerichteter Impuls gewesen war, verwandelte sich in etwas, das nach ihm griff – zielgerichtet, ungeduldig, mit jedem Atemzug fordernder.
Flackernde Konturen im Kerzenschein

Er zog sich Zentimeter für Zentimeter zurück, nur um ihre Reaktion zu sehen. Annas Lider waren halb geschlossen, ihre Lippen leicht geöffnet, und das flackernde Licht der Kerzen ließ die feinen Härchen auf ihrer Haut schimmern wie Goldstaub. Christian genoss den Anblick mit einer Intensität, die ihn selbst überraschte. Er hatte sich diesen Moment oft genug vorgestellt, in Nächten, in denen der Schlaf nicht kommen wollte, und jetzt, da er Wirklichkeit war, hatte er etwas fast Überwältigendes. Seine Finger fanden den Saum ihres Kleides, spielten mit dem Stoff, ließen ihn über ihre Knie gleiten, während seine Lippen den Weg von ihrem Schlüsselbein zu ihrem Kinn hinauffuhren, bis sie endlich ihren Mund fanden – und das war kein zarter Kuss mehr, sondern ein tiefes, forschendes Eintauchen, bei dem ihre Zungen sich berührten wie zwei Körper, die sich lange umkreist hatten und nun keine Distanz mehr ertrugen.
Anna stöhnte in den Kuss hinein, ihre Finger krallten sich in das Leinen seines Hemdes, zogen ihn mit einer Kraft näher, die sie selbst nicht erwartet hätte. Sein Oberschenkel schob sich zwischen ihre Beine, drückte gegen die empfindliche Wölbung unter dem dünnen Stoff ihres Kleides, und die Reibung war so plötzlich, so gezielt, dass sie den Kuss unterbrach und nach Luft schnappte. Eine heiße, pulsierende Welle von Lust zog durch ihren Unterleib und hinterließ ein Ziehen, das nach mehr verlangte, nach mehr Druck, mehr Haut, mehr von diesem Fremden, der doch keiner war.
„Warte“, murmelte er gegen ihre Lippen, „nicht so schnell.“ Aber seine Hände sprachen eine andere Sprache. Sie schoben das Kleid über ihre Hüften hinauf, legten die nackte Haut ihrer Oberschenkel frei, und seine Finger glitten über die Innenseite, wo die Haut so dünn war, dass sie jede einzelne Linie seines Fingerabdrucks zu spüren glaubte. Anna hob unwillkürlich die Hüften, drängte sich seiner Hand entgegen, und als seine Fingerspitzen den feuchten Stoff ihres Slips erreichten, blieb ihr der Atem stehen. Er berührte sie durch den dünnen Baumwollstoff, spürte die Hitze, die Nässe, die sich dort gesammelt hatte, und hörte das leise, kehlige Geräusch, das sie machte, als er begann, langsame, kreisende Bewegungen über dem am stärksten geschwollenen Punkt zu vollführen.
„Du bist so nass“, sagte er, die Stimme jetzt heiser vor eigener Erregung. Es war keine Frage, sondern eine Feststellung, die sie beide elektrisierte. Anna presste die Lippen aufeinander, um nicht zu laut zu werden, aber ihre Hüften bewegten sich ganz von selbst im Rhythmus seiner Finger, die den feuchten Stoff gegen ihre Schamlippen drückten, die die Konturen ihres Kitzlers umfuhren, ihn mit jedem Kreis ein wenig mehr freilegten, bis der Slip so durchnässt war, dass er fast durchsichtig wurde. Sie spürte, wie sich ihr Becken immer wieder hob, ihm entgegen drängend, wie die innere Spannung sich aufbaute, Schicht um Schicht, und wie jeder Nerv ihres Körpers auf diesen einen Punkt gerichtet war, den er mit so fachkundiger Geduld bearbeitete.
Christian ließ seine andere Hand über ihren Bauch gleiten, schob das Kleid höher, bis er die Wölbung ihrer Brüste sah, die sich unter dem spitzenbesetzten BH drängten. Er zog die Körbchen mit einer geübten Bewegung nach unten, sodass ihre Brustwarzen freilagen – hart und aufgerichtet im kühleren Luftzug des Saals. Er senkte den Kopf und nahm eine davon zwischen seine Lippen, saugte sanft, während seine Finger unter ihrem Slip ihr Tempo erhöhten. Anna schluchzte auf, diesmal lauter, und das Echo des Marmorsaals warf den Laut zurück, als wäre der Raum mit ihren Stimmen bevölkert. Die Kombination aus seinem Mund an ihrer Brust und seinen Fingern zwischen ihren Beinen ließ jede Kontrolle von ihr abfallen. Sie grub die Finger in sein Haar, hielt seinen Kopf fest, während er mit der Zunge über die empfindliche Spitze leckte, sie umspielte, sie zwischen seine Zähne nahm mit einem Druck, der genau an der Grenze zwischen Schmerz und Lust balancierte.
„Mehr“, keuchte sie, und es war kein Bitten, sondern eine Aufforderung, der er bereitwillig folgte. Er schob den Slip zur Seite, eine schnelle, entschiedene Bewegung, und dann berührte er sie nackt. Seine Finger glitten durch die Feuchtigkeit, die sich zwischen ihren Schamlippen gesammelt hatte, verteilten sie und fanden die geschwollene Perle ihres Kitzlers, die sich unter seinen Berührungen hart und prall anfühlte. Er beschrieb kleine, feste Kreise, während sein Daumen tiefer wanderte und langsam, sehr langsam in sie eindrang – erst nur die Spitze, dann mehr, bis er den Widerstand ihrer inneren Muskeln spürte, die sich um ihn zusammenzogen, ihn tiefer zogen, und das Gefühl, gefüllt zu sein, wenn auch nur von einem Finger, ließ Annas Rücken sich durchbiegen wie ein Bogen.
Die feuchten Geräusche ihrer Erregung füllten den Saal, unüberhörbar, triefend und auf eine Weise obszön, die Anna nur noch mehr erregte. Die einsame Lust hatte sich verwandelt in eine zügellose, geteilte Geilheit, die sie beide gleichermaßen umfing, die jede Zurückhaltung verbrannte, jede rationale Regung im Keim erstickte. Sie spürte, wie das Ziehen in ihrem Bauch sich zu einem unerträglichen Druck steigerte, wie alle Muskeln sich anspannten, wie ihr Atem immer schneller und flacher wurde, aber Christian zog im entscheidenden Moment die Hand zurück und ließ sie zitternd und unerlöst auf dem Samt zurück.
„Nicht so“, flüsterte er, während er sich aufrichtete, seinen Gürtel löste und mit ruhigen, aber fliegenden Händen seine Hose öffnete. Sein Glied sprang frei, hart und an der Spitze glänzend von der Flüssigkeit, die ausgetreten war. Anna sah es, sah, wie die Haut straff über den geschwollenen Schaft gespannt war, sah die pulsierende Ader, die sich an der Unterseite entlangzog, und ihr Mund wurde trocken vor Verlangen. Sie setzte sich auf, streckte die Hand aus, aber er schüttelte kaum merklich den Kopf und drückte sie sanft, aber bestimmt in die Polster zurück. „Ich will in dir sein“, sagte er, jedes Wort schwer vor Lust, „wenn du kommst – will ich dich spüren, wie du mich umschließt.“
Kein Zurück hinter den Spiegeln
Anna antwortete nicht mit Worten, sondern mit einer Bewegung, die jede Diskussion überflüssig machte. Sie spreizte die Beine, zog ihn an den Hüften zu sich heran, und als die Spitze seines Gliedes gegen ihre nasse Öffnung stieß, durchzuckte sie ein Beben, das sie beide spürten. Er drang ein – langsam, Zentimeter für Zentimeter, während sie beide den Atem anhielten. Das Gefühl, gedehnt, ausgefüllt zu werden, sandte Sternenexplosionen durch Annas gesamten Unterleib, und sie schlang die Beine um seine Hüften, zog ihn näher, tiefer, bis er vollständig in ihr war und sie nichts anderes mehr fühlte als dieses vollkommene, pochende Ausgefülltsein.
Christian stützte sich auf seine Arme, hielt für einen Moment inne, um sie beide atmen zu lassen, aber das Feuer in ihren Augen ließ ihn nicht lange ruhen. Er begann, sich zu bewegen, und zog sich fast ganz zurück. Nur um dann wieder tief in sie zu stoßen. Jeder Stoß riss einen Laut von Annas Lippen, der von den Marmorwänden zurückgeworfen wurde. Bis der ganze Saal erfüllt war von den Geräuschen ihrer Vereinigung. Das feuchte Schmatzen, mit dem ihre Körper sich trafen, das Stöhnen, das sich ihren Kehlen entrang, das rhythmische Quietschen der Diwanfedern – all das verschmolz zu einer einzigen, überwältigenden Sinnlichkeit, die alles um sie herum vergessen ließ.
Anna spürte jede einzelne Ader seines Gliedes an ihren inneren Wänden, spürte, wie er immer wieder gegen ihren Muttermund stieß, tief genug, um ein dunkles, fast schmerzhaftes Ziehen auszulösen, das aber sofort von einer Woge der Lust überdeckt wurde. Sie bewegte ihr Becken gegen seine Stöße, fand einen Rhythmus, der sie beide schneller atmen ließ, und als Christian eine Hand zwischen ihre Körper schob und mit dem Daumen wieder ihren Kitzler zu reiben begann, wusste sie, dass es nicht mehr lange dauern würde.
„Komm für mich“, murmelte er gegen ihr Ohr, seine Stimme brüchig vor Erregung, und gleichzeitig intensivierte er die Kreise auf ihrem empfindlichsten Punkt. Anna spürte, wie die Spannung in ihr sich zu etwas Unaufhaltsamem aufbaute – ein Druck, der von ihrem Bauch aus in alle Richtungen strahlte, der ihre Schenkel zittern ließ und ihre Zehen krümmte. Die Stöße wurden schneller, härter, der Daumen auf ihrem Kitzler rieb jetzt so unerbittlich, dass jeder Nerv in ihrem Körper auf diesen einen Punkt fixiert war, und dann – dann zersprang etwas in ihr.
Der Orgasmus riss durch sie hindurch wie eine Welle, die sie für endlose Sekunden unter sich begrub. Ihre inneren Muskeln zogen sich rhythmisch um sein Glied zusammen, so fest, dass Christian aufstöhnte und die Kontrolle verlor. Er stieß noch einmal tief zu, dann noch einmal, und während Annas Körper unter ihm bebte und zuckte, spürte sie, wie er kam – ein heißes, pulsierendes Strömen, das tief in ihrem Inneren freigesetzt wurde und sie beide zusammenzucken ließ in einer letzten, gemeinsamen krampfartigen Bewegung.
Sie hielten sich aneinander fest, als der Sturm abebbte, als ihre Atmung von jagendem Keuchen zu einem ungleichmäßigen, tiefen Heben und Senken der Brust überging. Christians Gewicht auf ihr war schwer, aber tröstlich, und sie spürte, wie sein Glied, immer noch halbhart, in ihr zuckte, ein letztes Echo ihrer gemeinsamen Ekstase. Er legte seine Stirn auf ihre Schulter, sein Atem warm auf ihrer Haut, und sie strich mit zittrigen Fingern durch sein feuchtes Haar und spürte, wie alle Spannung aus ihrem Körper wich und einer tiefen, samtigen Erschöpfung Platz machte.
Spuren auf Samt und Seele
Lange Minuten lagen sie einfach nur da, reglos, während die Kerzen an den Wänden weiterhin ihr unruhiges Licht über den Saal warfen. Christians Kopf ruhte jetzt auf Annas Bauch, seine Wange auf der feuchten Haut, wo der Schweiß in kleinen Perlen glänzte und langsam trocknete. Sie betrachtete die vergoldeten Stuckleisten an der Decke. Sie ließ ihren Blick den verschlungenen Ornamenten folgen, während tief in ihrem Körper ein Nachbeben dem anderen folgte, wie leise Wellen, die noch lange nach dem Sturm gegen das Ufer schlagen.
Der Regen draußen war leiser geworden, fast nur noch ein feines Sprühen, das kaum hörbar gegen die Fensterscheiben tupfte. Die Temperatur im Saal schien sich verändert zu haben – nicht kälter, sondern dichter, gesättigt mit ihrem gemeinsamen Geruch, der schwer in der Luft hing wie der Duft von Blumen nach einem Gewitter. Annas Schenkel waren noch immer feucht von ihren Säften und von seinem Samen, der jetzt langsam aus ihr herausfloss und einen kleinen, kühlen Fleck auf dem roten Samt hinterließ – eine Spur, die noch da sein würde, wenn sie längst gegangen waren.
Christian hob den Kopf und sah zu ihr auf. Sein Gesicht war entspannt, die scharfen Konturen weicher, als hätte die Ekstase der letzten Minuten eine Maske gelöst, die er sonst trug. „Das war nicht geplant“, sagte er, und es klang fast verwundert, als könnte er immer noch nicht ganz fassen, was geschehen war. Anna lächelte, ein erschöpftes, tief befriedigtes Lächeln, und fuhr mit einem Finger über seine Lippen, die gerötet waren von ihren Küssen. „Das Beste kommt nie geplant“, erwiderte sie leise, und die Wahrheit dieser Worte hallte in ihr nach wie das Echo ihrer Schreie von vorhin.
Sie setzte sich langsam auf, spürte die Empfindlichkeit zwischen ihren Beinen, ein wohliges Wundsein, das sie an jeden einzelnen Moment erinnerte. Christian richtete sich ebenfalls auf und zog sie an sich, ohne Hast, und sie lehnte sich an seine Brust und horchte auf seinen Herzschlag, der noch immer erhöht war, aber nun einen ruhigeren Rhythmus fand. Sie schwiegen beide, und es war kein unangenehmes Schweigen, sondern das Schweigen zweier Menschen, die miteinander an einem Punkt angekommen waren, an dem Worte überflüssig schienen.
Der Gedanke an das, was sie hierhergeführt hatte – die Flucht vor dem Alltag, das Bedürfnis nach Stille, die einsame Lust, die sie zunächst nur in sich selbst gesucht hatte – kam ihr jetzt fast fremd vor. Was sie gefunden hatte, war so viel mehr gewesen: eine Nähe, die nicht nur körperlich war, obwohl der Körper unbestreitbar das Medium gewesen war. Es war, als hätte der Marmorsaal alle Schichten von ihr abgetragen, eine nach der anderen, bis nichts mehr übrig war außer dem Kern dessen, was sie eigentlich wollte, und dieser Kern hatte nach Christian verlangt – und Christian hatte geantwortet.
Er strich ihr das Haar aus dem Gesicht, eine zärtliche, fast andächtige Geste, und küsste ihre Schläfe. „Bleib hier“, sagte er, und es war weder Bitte noch Forderung, sondern eine Einladung in eine Zukunft, die noch offen vor ihnen lag. Anna nickte, ohne zu zögern, und spürte, wie eine Wärme in ihr aufstieg, die nichts mit körperlicher Erregung zu tun hatte – eine Wärme, die bleiben würde.
Draußen vor den hohen Fenstern begann der Himmel, sich langsam zu verfärben, ein tiefes Blau, das in der Ferne bereits einen Hauch von Grau trug. Der Morgen war nicht mehr weit, aber in diesem Saal, zwischen erloschenen Kerzen und zerdrücktem Samt, schien die Zeit stillzustehen. Anna wusste, dass sie gehen würden, irgendwann, dass das Palais wieder in seinen Dornröschenschlaf fallen und dass der Alltag sie beide wieder einholen würde. Aber sie wusste auch, dass etwas von dieser Nacht in ihr bleiben würde – etwas, das die einsame Lust in ihr nicht ausgelöscht, sondern verwandelt hatte in eine geteilte, eine zärtliche, eine tief verankerte Bereitschaft, sich nicht mehr zu verstecken.
Sie griff nach Christians Hand, verschränkte ihre Finger mit seinen und hielt ihn fest, während die letzten Kerzen flackerten und erloschen und der neue Tag sich leise, fast entschuldigend, durch die Fenster stahl.
– ENDE –
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