Zwischen bemehlten Händen und heimlichem Verlangen – Eine erotische Geschichte nach Ladenschluss

Erotische Geschichte nach Ladenschluss
Lesedauer 16 Minuten

Zwischen bemehlten Händen und heimlichem Verlangen

Benedikts Finger waren das Erste, was mir auffiel, als er die letzte Blechreihe aus der Auslage hob. Nicht, weil sie ungewöhnlich gewesen wären – kräftige Bäckerhände mit hellen Narben an den Knöcheln, die vom jahrelangen Hantieren mit heißen Backblechen stammten –, sondern wegen der Art, wie er sie bewegte. Langsam, fast bedächtig strich sein Daumen über den rostfreien Rand des Blechs, als würde er die Temperatur prüfen, obwohl das Metall längst abgekühlt sein musste. Es war eine beiläufige Geste, eine, die kein Kunde je zu sehen bekam, und genau das machte sie so unverschämt intim. Ich stand hinter der Kasse und zählte die Tageseinnahmen, aber meine Konzentration war dahin.

Der Duft von Sauerteig und karamellisiertem Zucker hing schwer in der Luft, vermischt mit dem scharfen Reiniger, den ich vor einer Stunde über die Edelstahlflächen gezogen hatte. Die Filiale war seit zwanzig Minuten geschlossen, die Neonröhren über der Verkaufstheke ausgeschaltet. Nur das warme Licht aus der Backstube fiel durch die halboffene Tür und zeichnete lange Schatten auf den Fliesenboden. Benedikt arbeitete schweigend, wie immer um diese Zeit. Er trug sein weißes T-Shirt mit den aufgekrempelten Ärmeln und die Schürze, die ihm um die Hüften hing wie ein nachlässiges Zugeständnis an die Hygienevorschriften. Ich kannte ihn seit drei Jahren. Ich kannte die Art, wie er morgens seinen Kaffee trank – schwarz, drei Löffel Zucker, was bei einem Bäcker fast schon obszön wirkte. Ich kannte auch den Tonfall, in dem er »Morgen, Julia« sagte, bevor der erste Kunde durch die Tür kam. Aber diese Bewegung seiner Finger hatte ich noch nie gesehen.

Mein eigenes heimliches Verlangen überfiel mich nicht zum ersten Mal an diesem Abend, aber es traf mich mit einer Wucht, die mich erröten ließ. Es war etwas, das ich tagsüber wegsperren konnte, eingeordnet unter »Kollege« und »nette Zusammenarbeit« und »wir sind doch erwachsen und professionell«. Aber nach Ladenschluss, wenn die Jalousien heruntergelassen waren und die Stadt da draußen zur Kulisse schrumpfte, brach das Weggesperrte aus mir heraus wie Hefeteig, der zu lange gegangen war. Ich beobachtete Benedikt und stellte mir Dinge vor, die ich mir tagsüber nicht zu denken erlaubte. Wie seine Hände sich auf meiner Haut anfühlen würden. Nicht grob, nicht hastig, sondern mit genau dieser langsamen, prüfenden Aufmerksamkeit, die er dem Backblech schenkte.

Er drehte sich um, als hätte er meine Gedanken gehört, und unsere Blicke trafen sich. Seine Augen waren von einem undefinierbaren Graugrün, das im Halbdunkel der Filiale fast silbrig wirkte. »Noch lange?«, fragte er, und seine Stimme war tiefer als tagsüber, oder vielleicht bildete ich mir das nur ein, weil die Stille um uns herum jeden Ton verstärkte.

»Geht so«, sagte ich und deutete auf die Scheine und Münzen vor mir. »Der Automat hat heute Mittag gesponnen, ich muss alles zweimal zählen.«

Er nickte und wandte sich wieder der Vitrine zu. Ich sah, wie er sich bückte, um das unterste Fach zu erreichen, und wie sich dabei die Muskeln unter seinem T-Shirt spannten. Das Verlangen in mir wurde körperlich, ein Ziehen tief im Unterleib, das mich auf meinem Hocker unruhig werden ließ. Ich presste die Oberschenkel zusammen, eine unbewusste Reaktion, die nichts half und alles schlimmer machte.

Die letzten Kunden des Tages waren zwei Teenager gewesen, die knutschend vor der Kasse gestanden und sich nicht hatten entscheiden können, ob sie ein halbes oder ein ganzes Brot wollten. Ich hatte sie beneidet – nicht um ihre Jugend, sondern um ihre Unbefangenheit. Um die Selbstverständlichkeit, mit der sie einander berührten, während ich meinem Kollegen beim Ausräumen der Vitrine zusah und mir wünschte, er würde mich mit derselben langsamen Gründlichkeit anfassen wie die abgekühlten Backbleche.

Mein Handy summte. Eine Nachricht von meiner Schwester, die wissen wollte, ob ich am Wochenende Zeit hätte. Ich ignorierte sie. Der Bildschirm wurde wieder schwarz, und im reflektierenden Glas sah ich mein eigenes Gesicht – gerötete Wangen, leicht geöffnete Lippen, ein Blick, der zu viel verriet. Ich schob das Handy beiseite und konzentrierte mich wieder auf Benedikt.

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Er hatte das letzte Blech aus der Vitrine gehoben und stellte es auf den Edelstahltisch. Jetzt zog er die Gummilippe ab, mit der die Glasfront abgedichtet war, und legte sie sorgfältig in die Reinigungslösung. Methodisch, wie er alles tat. Ich fragte mich, ob er im Bett auch so war. Ob er sich Zeit ließ. Ob er jeden Handgriff mit derselben ruhigen Präzision ausführte und dabei beobachtete, was er mit mir anstellte.

»Julia?«

Ich zuckte zusammen. Er stand keine zwei Meter von mir entfernt, die Augenbrauen fragend zusammengezogen.

»Hast du mich nicht gehört? Ich habe gefragt, ob du was vom Dinkel-Kürbisbrot willst. Das geht morgen früh nicht mehr über die Theke. Ich pack’s dir ein.«

»Ja«, sagte ich schneller als nötig. »Ja, gern.«

Er lächelte flüchtig, und ich bildete mir ein, dass sein Blick dabei über meine Lippen glitt. Dann drehte er sich um und verschwand in der Backstube. Ich atmete aus. Meine Hände zitterten leicht, als ich die nächste Münzreihe durchzählte.

Das Brot. Klar. Natürlich hatte er über Brot gesprochen. Und ich saß hier mit meinem heimlichen Verlangen und deutete jedes seiner Worte falsch. Denn ich hatte den ganzen Tag nichts anderes getan, als ihn anzusehen und mir vorzustellen, wie sich die feinen Mehlstäubchen auf seinen Unterarmen auf meinen Innenschenkeln anfühlen würden.

Die Stille nach dem Piepton der Kasse

Ich hatte die Einnahmen endlich gezählt, die Scheine gebündelt, die Münzrollen in den Tresor gelegt. Der vertraute Piepton der Kasse, die in den Ruhemodus wechselte, markierte das offizielle Ende meines Arbeitstages. Normalerweise wäre ich jetzt gegangen. Hätte meine Jacke vom Haken genommen, »bis morgen« gesagt und wäre die zweiundzwanzig Minuten zu meiner Wohnung gelaufen, wo eine kalte Dusche und ein Glas Wein auf mich warteten. Heute blieb ich.

Benedikt war noch in der Backstube. Ich hörte das Klappern von Blechen und das Zischen des Dampfbesens, mit dem er die Roste reinigte. Durch den Türspalt sah ich, wie er sich über die Arbeitsfläche beugte, den Rücken mir zugewandt, die Bewegungen seiner Schulterblätter unter dem dünnen Stoff sichtbar. Der Reiniger, den er benutzte, roch nach Zitrone und Alkohol, eine saubere, sterile Note, die seltsam erregend war, weil sie so gar nicht zu meinen Gedanken passte.

Ich hätte gehen sollen. Stattdessen stand ich auf, ging um die Verkaufstheke herum und lehnte mich in den Türrahmen der Backstube. »Kann ich noch helfen?«

Benedikt blickte auf. Überraschung flackerte in seinem Gesicht, dann etwas, das ich nicht sofort einordnen konnte. Interesse vielleicht. Oder einfach die Reflexion des Ofenlichts, das noch brannte. »Du bist noch da«, stellte er fest, überflüssigerweise.

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»Offensichtlich.« Ich verschränkte die Arme vor der Brust, weniger aus Abwehr als aus dem Impuls heraus, meine Hände zu beschäftigen. »Du hast mir Brot versprochen.«

»Stimmt.« Er wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn und hinterließ einen Mehlstreifen über seiner linken Augenbraue. Ich unterdrückte den Drang, ihn wegzuwischen. »Moment, ich pack’s dir ein.«

Er wandte sich dem Regal zu, wo die nicht verkauften Brote des Tages auf ihren Abtransport in die Tafelspenden warteten. Ich blieb im Türrahmen stehen und sah ihm zu, wie er das Dinkel-Kürbisbrot in eine Papiertüte schob, sorgfältig darauf bedacht, die Kruste nicht zu zerbrechen. Diese Achtsamkeit. Diese verdammte Achtsamkeit bei jeder Bewegung.

»Hier.« Er hielt mir die Tüte hin, und als ich danach griff, berührten sich unsere Finger. Es war keine zufällige Berührung. Er zog seine Hand nicht sofort zurück, sondern ließ seine Fingerspitzen länger als nötig, länger als zufällig, an meinen ruhen. Die Wärme seiner Haut schoss durch meinen Arm wie ein elektrischer Impuls und sammelte sich tief in meinem Bauch.

Ich sah ihn an. Er sah mich an. Die Backstube roch nach Hefe und warmem Ofen und diesem verdammten Zitronenreiniger, und sein Mund war nah genug, dass ich den Kaffee in seinem Atem riechen konnte. Das heimliche Verlangen, das ich den ganzen Abend unter Kontrolle gehalten hatte, pochte jetzt in mir wie ein zweiter Herzschlag.

»Julia«, sagte er leise. Es war keine Frage. Es war eine Feststellung, als hätte er gerade etwas begriffen, das vorher nur vage spürbar gewesen war. Sein Blick wanderte zu meinem Mund und wieder zurück zu meinen Augen, und ich wusste, dass er es wusste.

»Was?«, fragte ich, obwohl ich die Antwort bereits spürte.

Er nahm mir die Brottüte aus der Hand und legte sie auf die Arbeitsplatte. Dann berührte er mein Gesicht. Seine Fingerspitzen waren rau, aber seine Berührung war weich wie der Teig, den er jeden Morgen knetete. Er strich über meine Wange, meinen Kieferknochen entlang, bis seine Hand an meinem Hinterkopf lag. Ich lehnte mich hinein, bevor ich nachdenken und mein Verstand einschreiten und etwas sagen konnte wie »Wir arbeiten zusammen« oder »Das ist keine gute Idee«.

Seine andere Hand legte sich auf meine Taille, direkt unter den Saum meiner Bluse. Ich spürte seine Finger auf meiner bloßen Haut, warm und fest, und mein Körper antwortete, bevor mein Kopf es erlaubte. Ich machte einen Schritt auf ihn zu, dann noch einen, bis unsere Körper sich fast berührten. Ich konnte seinen Herzschlag spüren, oder vielleicht war es meiner. Vielleicht waren sie synchron.

»Das hier«, sagte er und seine Stimme war heiser, »ist der Grund, warum du immer die Spätschicht mit mir machst, oder?«

Ich lachte leise, überrascht von seiner Direktheit. »Vielleicht.«

»Vielleicht?« Sein Daumen zeichnete kleine Kreise auf meine Kopfhaut. »Ich habe dich beobachtet, Julia. Seit Monaten seh ich, wie du mich ansiehst, wenn du denkst, ich merke es nicht.«

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Die Hitze stieg mir ins Gesicht, aber ich wich seinem Blick nicht aus. »Und du? Siehst du mich nur an oder hast du auch zurückgesehen?«

Statt einer Antwort zog er mich an sich. Sein Mund traf meinen, und es war nichts Zögerliches darin, nichts Fragendes. Er küsste mich, wie ich es mir vorgestellt hatte – langsam, gründlich, mit dieser unerschütterlichen Konzentration, die er auch dem Brotbacken widmete. Seine Zunge glitt in meinen Mund, warm und forschend, und ich schmeckte Zucker und Kaffee und etwas, das einfach nur er war. Meine Hände fanden seinen Nacken, gruben sich in sein Haar, das am Ansatz noch warm war vom langen Tag am Ofen.

Er zog mich tiefer in die Backstube, ohne den Kuss zu unterbrechen. Meine Hüfte stieß gegen einen Teigwagen, die Räder quietschten, irgendwo fiel ein Messbecher zu Boden und rollte klappernd davon. Wir ignorierten es. Er lehnte mich an die gekachelte Wand neben dem Gärraum, und die Fliesen waren kühl an meinem Rücken, während sein Körper heiß an meiner Vorderseite presste. Sein Mund wanderte meinen Hals entlang, seine Zunge zeichnete feuchte Linien auf meine Haut, seine Zähne streiften sanft mein Schlüsselbein.

Ich stöhnte auf, und das Geräusch hallte von den Kacheln wider, unanständig und echt. Benedikt hob den Kopf, sah mich an, und in seinen Augen lag eine Frage, die ich beantwortete, bevor sie ausgesprochen war: Ich zog sein T-Shirt aus der Hose und schob meine Hände darunter. Seine Haut war glatt und warm, darunter spannten sich Muskeln, die ich hundertmal gesehen, aber nie gefühlt hatte.

Hände wie warmer Sauerteig

Seine Hände waren überall. An meiner Taille, meinen Rippen, unter dem Stoff meiner Bluse, den er Stück für Stück nach oben schob, bis er den Verschluss meines BHs erreichte. Er öffnete ihn mit einer Hand, eine geübte Bewegung, die mich für den Bruchteil einer Sekunde neidisch machte auf jede Frau, mit der er diese Übung erworben hatte. Dann war der Neid vergessen, weil seine Finger meine Brüste fanden und zu kneten begannen, genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nicht hastig, nicht grob, sondern mit dieser langsamen, prüfenden Gründlichkeit, die er dem Brotteig vorbehielt. Seine Daumen umkreisten meine Brustwarzen, erst sanft, dann mit mehr Druck, bis sie hart wurden unter seiner Berührung.

»Du fühlst dich genau so an, wie ich es mir vorgestellt habe«, murmelte er an meinem Hals.

»Du hast dir was vorgestellt?« Meine Stimme war atemlos.

»Jede verdammte Spätschicht. Seit Monaten. Weißt du, wie lange ich schon darüber fantasiere, dass du nach Ladenschluss nicht einfach gehst?«

Seine Worte trieben die Hitze tiefer in meinen Unterleib. Ich griff nach seiner Schürze, nestelte an dem Knoten, der sich hinter seinem Rücken hartnäckig hielt, bis ich ihn aufgeben wollte. Er lachte leise und half mir, seine Hüften zu befreien. Die Schürze fiel zu Boden, und ich zerrte an seinem Gürtel, während sein Mund meine Brustwarze umschloss. Er saugte sanft, dann fester, und ich krallte meine Finger in seine Schultern. Die feinen Mehlspuren auf seiner Haut vermischten sich mit meinem Schweiß, ein klebriges, intimes Zeugnis davon, dass das hier wirklich passierte.

Ich bekam seinen Gürtel endlich auf, den Knopf, den Reißverschluss. Seine Hose rutschte über seine Hüften, und ich schob meine Hand in seine Boxershorts. Er war hart, härter, als ich erwartet hatte, und als meine Finger ihn umschlossen, stieß er einen Laut aus, der irgendwo zwischen Überraschung und Erlösung lag. Ich wollte mehr von diesen Lauten hören. Ich wollte sie aus ihm herausziehen, einen nach dem anderen, bis er so willenlos war, wie ich mich fühlte, seit er meine Brust in den Mund genommen hatte.

Aber er hatte andere Pläne. Er löste sich von mir, sah mir in die Augen, und dann begannen seine Hände eine Reise, die mich vergessen ließ, wer hier eigentlich wen verführen wollte. Er öffnete den Knopf meiner Hose, zog den Reißverschluss Millimeter für Millimeter herunter, als hätten wir alle Zeit der Welt. Seine Finger schoben sich unter den Bund meines Slips, und ich spürte, wie nass ich bereits war.

»Julia«, sagte er, und die Art, wie er meinen Namen aussprach – ehrfürchtig und hungrig gleichzeitig – ließ mich gegen seine Hand drängen. Er verstand. Seine Finger glitten zwischen meine Beine, ganz sacht, ganz behutsam, als würde er eine empfindliche Teigstruktur prüfen. Ich stöhnte auf, als sein Mittelfinger meine Klitoris fand. Er bewegte ihn in langsamen Kreisen, beobachtete mein Gesicht dabei, las jede Reaktion, jedes Zucken meiner Lippen, jedes Flattern meiner Lider.

»Mehr«, flüsterte ich, und er gab mir mehr. Zwei Finger glitten in mich hinein, während sein Daumen auf meiner Klitoris blieb. Ich packte seine Unterarme, spürte die Sehnen unter seiner Haut, während er mich fickte mit einer Langsamkeit, die fast unerträglich war. Die Kacheln an meinem Rücken waren längst warm geworden von meiner Körperhitze. Irgendwo tropfte ein Wasserhahn. Der Gärraum summte. Benedikt flüsterte meinen Namen wieder und wieder, während seine Finger in mir pumpten, langsam und tief. Sein Daumen malte Kreise auf meine Klitoris, die mich näher und näher an den Rand trieben.

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Ich packte sein Handgelenk. »Warte.«

Er hielt sofort inne. Sorge flackerte in seinem Gesicht. »Alles okay?«

»Mehr als okay.« Ich zog ihn hoch zu meinem Mund und küsste ihn, während meine Hand wieder in seine Boxershorts glitt. »Ich will dich in mir spüren. Nicht nur deine Finger.«

Er atmete scharf ein und dann lächelte er, dieses flüchtige Lächeln, das ich seit Jahren kannte, das aber plötzlich eine unverhoffte Bedeutung bekam. Er zog meine Hose und meinen Slip über meine Hüften, und ich trat beides ungeduldig von meinen Füßen, während er in der Tasche seiner herunterhängenden Jeans nach einem Kondom tastete. Er fand eines, riss die Verpackung auf mit Zähnen, die weiß vom Mehlstaub waren, und rollte es über sich mit derselben ruhigen Präzision, mit der er Fondant ausrollte.

Dann hob er mich hoch. Meine Beine schlangen sich um seine Hüften, meine Arme um seinen Nacken, und er drang in mich ein, während ich mit dem Rücken gegen die Kacheln gepresst stand. Der Laut, der aus meiner Kehle kam, war kehlig und tief und gehörte nicht zu der Julia, die morgens Brötchen verkaufte und freundlich lächelte. Das hier war die andere Julia. Es war die Julia mit dem heimlichen Verlangen, das kein Geheimnis mehr war.

Er bewegte sich langsam, ganz wie er. Nicht die schnellen, harten Stöße, die ich von anderen Männern kannte, sondern ein Wiegen, ein tiefes rhythmisches Gleiten, das mich jedes Mal, wenn er ganz in mir war, leise aufschreien ließ. Sein Gesicht war dicht an meinem, sein Atem vermischte sich mit meinem, und seine Augen waren von diesem undefinierbaren Graugrün, das ich nie vergessen würde, egal, was morgen passierte.

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Ich spürte jeden Zentimeter von ihm in mir. Meine Welt bestand nur noch aus diesem Gefühl. Es war ein tiefer, gleichmäßiger Rhythmus, mit dem er mich gegen die gekachelte Wand presste und wieder zurückzog, nur um im nächsten Moment noch tiefer in mich hineinzustoßen. Die Kälte der Fliesen an meinen Schulterblättern kontrastierte mit der Hitze, die sich in meinem Unterleib ausbreitete, einer Hitze, die von innen kam und mit jeder seiner Bewegungen zunahm.

Benedikt hatte seine Stirn an meine gelegt, unsere Lippen fast berührend, aber nicht ganz. Wir atmeten denselben Atem, schwer und feucht und nach Kaffee. Seine Hände hielten mich mit einer Kraft, die mich erregte, weil ich wusste, dass er mich jederzeit loslassen würde, wenn ich es wollte. Aber ich wollte es nicht. Ich wollte mehr, fester, tiefer.

»Schneller«, flüsterte ich gegen seinen Mund, und er verstand, ohne dass ich es erklären musste. Sein Tempo änderte sich, wurde dringlicher, und mit jedem Stoß stieß ich einen Laut aus, der zwischen Keuchen und Stöhnen lag. Meine Fingernägel gruben sich in seinen Nacken, und ich spürte, wie seine Muskeln unter meinen Händen arbeiteten, während er mich nahm, als gäbe es nichts anderes auf der Welt als diesen Moment.

Mein Rücken rieb an den Kacheln, und ich würde später blaue Flecken haben, aber jetzt war mir das egal. Jetzt zählte nur noch das Gefühl von Benedikts hartem Schwanz in seinen Fingern und mir, die sich in meine Hüften gruben, während er mich in einem Rhythmus fickte, der mein Denken ausschaltete. Ich war nur noch Körper, nur noch Empfindung. Seine Hände wanderten von meinen Hüften zu meinem Hintern, hoben mich noch ein Stück höher, veränderten den Winkel, und plötzlich traf er eine Stelle in mir, die mich aufschreien ließ.

»Da?«, fragte er heiser, und ich nickte, konnte nicht sprechen, während er genau dort blieb und zustieß, wieder und wieder, bis ich zitterte.

Ich wollte ihn berühren, aber meine Hände fanden keinen Halt an seinem mehlbestaubten Rücken. Also ließ ich sie über seine Schultern gleiten, seine Oberarme, seine Brust, und genoss, wie seine Muskeln unter meinen Fingern zuckten. Seine Brustwarzen verhärteten sich, als ich mit den Daumen darüberstrich, und er stöhnte auf, ein tiefer, rauer Laut, der von den gekachelten Wänden widerhallte und direkt zwischen meine Beine fuhr.

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»Noch mal«, sagte ich, und er stöhnte wieder für mich, während er sich in mich grub. Ich fühlte, wie der Druck in mir wuchs, wie sich etwas zusammenballte, das nach Erlösung verlangte. Meine Klitoris rieb bei jeder Bewegung gegen seinen Schamhügel, und es war fast genug, aber nicht ganz. Ich schob meine Hand zwischen unsere Körper, fand mich selbst und begann, mich im Takt seiner Stöße zu berühren.

Benedikts Blick folgte meiner Hand, und was er sah, ließ ihn den Rhythmus verlieren, nur für einen Moment. »Scheiße, Julia«, presste er hervor, und dann schloss er die Augen und konzentrierte sich wieder, fand seinen Takt, während meine Finger auf meiner Klitoris Kreise zogen.

Die Spannung in mir wurde unerträglich. Meine Beine zitterten, meine Hände waren feucht, und jeder seiner Stöße trieb mich näher an etwas heran, das außerhalb meiner Kontrolle lag. Ich wollte es, ich hatte Angst davor, ich brauchte es so sehr, dass mir Tränen in die Augen stiegen.

»Komm für mich«, sagte er, und es war kein Befehl, sondern eine Bitte, ein Wunsch, so leise, dass ich es fast nicht hörte. Aber meine Ohren hörten es, und mein Körper hörte es noch lauter. Der Orgasmus überfiel mich nicht, er baute sich auf, Welle um Welle, bis ich nichts mehr tun konnte, als mich fallenzulassen. Ich krallte meine Finger in Benedikts Schultern und schrie auf, während mein Körper sich um ihn zusammenzog und die Lust durch mich hindurchraste, unaufhaltsam und blendend hell.

Er fickte mich durch meinen Orgasmus hindurch, langsamer jetzt, ließ mich jede Kontraktion auskosten, bis mein Zittern nachließ und ich schlaff in seinen Armen hing. Seine Hände hielten mich sicher, während ich versuchte, wieder zu Atem zu kommen, und die Kacheln in meinem Rücken waren längst warm geworden.

Dann zog er sich aus mir zurück, und ich protestierte mit einem leisen Laut, bevor ich verstand, was er vorhatte. Er ließ mich herunter, bis meine Füße den kalten Fliesenboden berührten. Seine Hände legten sich auf meine Schultern und drückten mich sanft, aber bestimmt nach unten. Ich ging vor ihm auf die Knie, und der Boden war hart und kalt, aber das war mir so egal wie die blauen Flecken, die ich morgen haben würde.

Sein Schwanz stand vor meinem Gesicht, noch feucht von mir, und ich nahm ihn in den Mund, ohne zu zögern. Er schmeckte nach Latex und nach mir und nach etwas, das einfach nur Haut war. Seine Hände fuhren in mein Haar, nicht fordernd, eher zärtlich, während ich ihn mit meiner Zunge erkundete. Ich nahm ihn tiefer auf, bis er an meinem Gaumen stieß, und das Geräusch, das er machte, trieb mich an, mehr zu tun. Meine Hand umfasste seine Basis, während mein Mund auf und ab glitt, und ich spürte, wie sein Atem schneller ging, wie seine Finger sich in meinen Haaren verkrampften.

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»Julia«, sagte er, und sein Tonfall war eine Warnung. Ich hörte nicht auf. Ich wollte, dass er in meinen Mund kam und spüren, wie er die Kontrolle verlor, so wie ich sie verloren hatte. Meine Zunge kreiste um seine Spitze, meine Hand massierte seine Hoden, und dann stöhnte er auf, ein tiefer, animalischer Laut, der von den Wänden widerhallte. Sein Körper versteifte sich, seine Hände in meinem Haar schlossen sich fester, und er kam mit einem Zittern, das durch seinen ganzen Körper lief.

Ich hielt ihn, bis er aufhörte zu zittern. Dann ließ ich ihn los und lehnte mich zurück. Er streckte seine Hand nach mir aus und zog mich hoch, und ich stand auf wackligen Beinen, während er das Kondom abstreifte und in den Mülleimer unter der Arbeitsplatte warf. Der Mülleimer für die Teigreste. Ich musste lachen, und nach einem Moment kam er mit.

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Das Lachen war das erste Geräusch, das nicht von Lust getrieben war. Es brach etwas, das zwischen uns gestanden hatte – eine Spannung, die älter war als dieser Abend, vielleicht sogar als unsere gesamte Zusammenarbeit. Benedikt lehnte sich gegen den Edelstahltisch, zog seine Hose hoch und ließ sie offen. Sein T-Shirt war zerknittert, seine Haare standen in alle Richtungen, und auf seiner Stirn klebte noch der Mehlstreifen von vorhin. Noch nie hatte ich ihn so unperfekt gesehen. Noch nie hatte er mir so sehr gefallen.

Ich suchte meine Kleider zusammen. Meine Bluse lag neben dem Gärraum, mein Slip unter dem Teigwagen. Meine Hose fand ich halb unter die Arbeitsplatte geschoben, als hätte irgendjemand – ich oder er – sie mit dem Fuß weggestoßen. Ich zog mich an, Stück für Stück, und spürte seinen Blick auf mir, während ich meinen BH schloss und die Bluse darüber zog. Es war ein anderer Blick als zuvor. Weniger Dringlichkeit, mehr Neugier. Als würde er mich zum ersten Mal wirklich sehen, jetzt, wo das heimliche Verlangen seinen Schatten verloren hatte und einfach nur noch Verlangen war, erfüllt und beruhigt und seltsam friedlich.

»Dein Brot«, sagte er plötzlich.

Ich blickte auf. Das Dinkel-Kürbisbrot lag noch immer auf der Arbeitsplatte, wo er es vor einer Ewigkeit abgelegt hatte. Die Papiertüte war umgekippt, und ein paar Krümel hatten sich über das Edelstahl verteilt. Ein Bild für die Ewigkeit: Unser Beweisstück, dass das hier wirklich passiert war.

»Wird Zeit, dass ich es einpacke«, sagte ich, und meine Stimme klang normal, fast alltäglich. Als hätten wir nicht gerade auf dem gekachelten Boden der Backstube Sex gehabt. Als wäre meine Frisur nicht völlig zerstört und mein Körper nicht voller blauer Flecken und meine Sättigung nicht so tief, dass ich wahrscheinlich zwölf Stunden schlafen könnte.

Ich trat an den Tisch, nahm das Brot und schob es in die Tüte zurück. Benedikt beobachtete mich, und als ich aufblickte, lächelte er dieses flüchtige Lächeln, das ich inzwischen so gut kannte, das aber plötzlich eine neue Tiefe bekommen hatte. »Julia.«

»Ja?«

Er zögerte, und ich sah, wie er nach Worten suchte. Benedikt, der immer die richtigen Worte fand, wenn es um Sauerteigführung oder Bräunungsgrade oder die optimale Wassertemperatur für Hefe ging, stand vor mir und wusste nicht, was er sagen sollte.

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»Morgen«, begann er schließlich, »morgen früh, wenn du um sechs kommst – wird das komisch sein?«

Ich dachte darüber nach. Der Morgen um sechs, das Brötchenblech aus der Vitrine, die ersten Kunden, sein »Morgen, Julia« und die dritte Tasse Kaffee, die er mir immer hinstellte, bevor ich sie orderte. Die Routine, die uns drei Jahre lang zusammengehalten hatte und die jetzt so unwiederbringlich zerbrochen war wie die Kruste des Dinkel-Kürbisbrots, wenn man zu fest zupackte.

»Wahrscheinlich«, sagte ich ehrlich. »Eine Weile zumindest.«

Er nickte langsam. »Und wenn es eine Weile komisch ist – ist es das wert gewesen?«

Ich musste nicht nachdenken. »Ja.«

Sein Lächeln wurde breiter, und ich sah, wie sich die Anspannung in seinen Schultern löste. Er griff nach dem Dampfbesen, den er vor einer halben Stunde hatte fallen lassen, und stellte ihn zurück in die Halterung. Die Bewegungen waren dieselben wie immer – methodisch, ruhig, präzise. Aber etwas hatte sich verändert. Vielleicht war es die Art, wie er sich bewegte, als wüsste er plötzlich, dass ich zusah. Weil es keinen Grund mehr gab, so zu tun, als täte ich es nicht.

Ich nahm meine Jacke vom Haken, stopfte das Brot in meine Tasche und ging zur Hintertür. Der Schlüssel steckte von innen, wie immer, wenn einer von uns noch da war. Ich drehte ihn herum und öffnete die Tür. Die Nachtluft roch nach Herbst und nassem Asphalt und den Kastanien, die draußen vor der Bäckerei auf dem Gehweg lagen. Kühl, sauber und ganz anders als die schwere, körperwarme Luft der Backstube.

»Bis morgen«, sagte ich, ohne mich umzudrehen.

»Julia?«

Jetzt drehte ich mich doch um. Er stand im Türrahmen, das warme Ofenlicht im Rücken, die Silhouette so vertraut, dass es fast wehtat.

»Ich habe zurückgesehen«, sagte er. »Seit Monaten. Ich hab zurückgesehen.«

Ich lächelte, und das Lächeln trug mich durch die zweiundzwanzig Minuten Heimweg, an den geschlossenen Geschäften und den Laternen und den Kastanien vorbei. Meine Wohnung war kalt, als ich ankam. Ich hatte morgens vergessen zu heizen, und jetzt war es zu spät dafür. Ich zog meine Jacke aus, stellte das Brot in die Küche und mich unter die Dusche. Das Wasser war heiß, und ich ließ es über meine Schultern laufen, über die Stellen, wo Benedikts Hände mich gehalten hatten. Ich würde morgen blaue Flecken haben, tatsächlich. Kleine, fingerförmige Male an meinen Hüften, die unter meiner Jeans niemand sehen würde.

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Als ich im Bett lag, in meinem dunklen Schlafzimmer, die Decke bis zum Kinn gezogen, dachte ich an morgen. An die Pieptöne der Kasse und den Geruch von frischem Kaffee und Benedikts Hände, die die Brötchen in die Auslage legten. Hände, die ich jetzt kannte – nicht nur von außen, sondern von innen. Hände, die wussten, wie ich mich anfühlte, wenn ich kam.

Das heimliche Verlangen war fort, ersetzt durch etwas, das ich noch nicht benennen konnte. Erwartung vielleicht. Oder Vorfreude. Oder einfach nur die Gewissheit, dass morgen früh um sechs nichts mehr so sein würde wie heute morgen um sechs. Und dass das völlig in Ordnung war.

Ich schloss die Augen und roch an meinen Fingern. Sie rochen nach nichts als Seife. Aber tief in meinem Körper, da, wo keine Dusche hinkam, trug ich noch die Erinnerung an ihn. An seine Langsamkeit. Seine Gründlichkeit. Seine verdammten Bäckerhände.

Morgen um sechs würde ich »Morgen, Benedikt« sagen, und er würde mir meinen Kaffee hinstellen. Und das Brot würde ich mitbringen. Wir würden frühstücken, bevor die ersten Kunden kamen.

– ENDE –

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