Als die letzte Kuchenglocke klirrte: Wie verbotene Nähe zwischen Frauen in einer Bäckerei alles veränderte

verbotene Nähe zwischen Frauen
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Verbotene Nähe zwischen Frauen

Ich stellte den schweren Korb mit den restlichen Roggenbroten auf dem Edelstahltresen ab und zog mir die Schürze enger um die Taille. Der süßlich-warme Geruch von Sauerteig und Zuckerguss hing noch in der Luft. Es war vermischt mit dem scharfen Aroma der Reinigungsmittel, die wir in einer halben Stunde aus dem Schrank holen würden, um die Küche vorzubereiten. Durch die imposante Fensterfront fiel das orange-goldene Licht der untergehenden Sonne und ließ die leergefegten Bleche in der Auslage matt schimmern.

Die Straße draußen war ruhig geworden, nur gelegentlich rollte ein Auto vorbei oder eine letzte Taube pickte nach den Krümeln vor der Tür. Von drinnen hörte ich das leise Klappern, mit dem Amelie die Restbestände in der kleinen Küche sortierte. Es war ein Geräusch, das ich in den letzten drei Monaten so sehr verinnerlicht hatte wie meinen eigenen Herzschlag. Diese Abende waren mein heimlicher Schatz geworden, die Stunde zwischen Ladenschluss und dem endgültigen Zusperren, in der die Bäckerei zu unserer Welt wurde und die Welt draußen vergaß, dass es uns gab. Oder vielleicht vergaßen wir auch, dass es die Welt gab. Eine verbotene Nähe zwischen Frauen, dachte ich. So nannte es niemand laut, aber genau das war es, was in diesen stillen Minuten zwischen uns atmete – unausgesprochen, aber so spürbar wie der Teig unter den Händen.

Nele! Amelies Stimme schreckte mich auf. Ich merkte, dass ich minutenlang einfach nur dagestanden und ins Leere gestarrt hatte, die Gedanken irgendwo zwischen Mehlstaub und dem Duft ihrer Haarspülung verloren. Komm, die Brötchen warten nicht. Ich lächelte, ohne dass sie es sehen konnte, und griff nach dem ersten Blech. Das leise Scheppern hallte durch den leeren Raum, als ich es herauszog. Von hinten roch ich jetzt nicht nur Backstube, sondern auch Amelie – diesen leichten Hauch von Vanille, der immer an ihr hing, auch nach zehn Stunden Schicht. Ich hatte mich daran gewöhnt, sie zu riechen, bevor ich sie sah.

Es war eines dieser Dinge, die ich nie jemandem erklären könnte, nicht einmal mir selbst. Ich kannte die Temperatur in einem Raum, in dem sie sich aufhielt, die winzige Veränderung der Luft, wenn sie lächelte. Und ich wusste, dass sie an diesem Abend anders lächelte als sonst. Vielleicht lag es an der Wärme, vielleicht an der Stille. Vielleicht daran, dass wir beide spürten, dass etwas in der Schwebe hing, etwas, das sich nicht länger unter Sterne-Zimtschnecken und Kassenbons verstecken ließ.

Amelie tauchte neben mir auf, so plötzlich, dass ich zusammenzuckte. Sie lachte leise, dieses tiefe, warme Lachen, das ich vom ersten Tag an seltsam gefunden hatte. Es passte so gar nicht zu ihrem zierlichen Körperbau und zu den feinen Händen, die jetzt nach dem zweiten Blech griffen. Lass uns die Reste rüberbringen, sagte sie und nickte zur Küche. Ich folgte ihr mit dem Korb, vorbei an der riesigen Knetmaschine, die noch leicht summte, als würde sie im Schlaf von Sauerteig träumen. Die Neonröhren an der Decke hatte Amelie schon ausgeschaltet, nur die kleine Lampe über der Spüle brannte und tauchte den Raum in ein honigfarbenes Halbdunkel. Ich stellte den Korb auf der Arbeitsfläche ab und sah zu, wie Amelie mechanisch die Brote in die Plastikboxen schichtete. Sie trug ihr Haar heute offen. Es fiel ihr in einem dunkelblonden Strom über die Schultern. Ich ertappte mich dabei, wie ich zusah, wie sich einzelne Strähnen lösten und wieder einfanden, während sie sich bewegte.

Der Abend, an dem du angefangen hast, fing sie plötzlich an und unterbrach ihre Arbeit nicht. Da hast du Kaffee über die ganze Theke gekippt und mich nur angesehen wie ein nasses Rehkitz. Ich musste grinsen. Du hast mir einen neuen Kaffee gemacht, ohne zu fragen, und gesagt, dass das jedem passiert. Sie wandte sich mir zu und lehnte sich mit der Hüfte gegen den Tisch. Ihre Augen waren von einem Graublau, das im Kunstlicht fast silbern wirkte. Ich habe damals gedacht: Die ist anders. Die sieht mich wirklich.

Ein warmer Schauer lief mir über den Rücken, und ich spürte, wie meine Finger sich um den Rand der leeren Plastikbox krampften, die ich gerade hielt. Was siehst du jetzt?, fragte ich und erschrak selbst über den Klang meiner Stimme – tiefer als sonst, als hätte jemand anderes gefragt. Sie antwortete nicht sofort, hielt nur meinem Blick stand, und die Stille zwischen uns dehnte sich aus wie Sirup, langsam, süß und zäh. Dann hob sie ihre Hand, zögerte einen Atemzug lang, bevor sie ihre Finger um mein Handgelenk legte – ganz leicht, kaum eine Berührung, und doch fühlte es sich an, als hätte sie mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich sehe eine Frau, die genauso viel Angst hat wie ich, flüsterte sie.

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Ihre Worte trafen mich mitten ins Brustbein. Nicht, weil sie neu waren, sondern weil sie aussprachen, was ich wochenlang mit mir herumgetragen hatte, eingewickelt in Ausreden und Verdrängung. Mein Puls hämmerte gegen ihre Fingerkuppen, und ich wusste, sie konnte es fühlen. Hier, in der abendlichen Stille dieser Bäckerei, inmitten von Brotresten und Mehlresten, gab es keine Kulissen mehr, hinter denen wir uns verstecken konnten. Die verbotene Nähe zwischen Frauen war kein abstrakter Gedanke mehr, etwas, das ich in mir vergrub.

Sie stand hier, atmete, berührte mich und wartete auf eine Antwort, die ich nicht in Worte fassen konnte. Ich atmete aus, und mit dem Atem wich etwas von mir, eine Anspannung, die ich nicht einmal bemerkt hatte, bis sie nachließ. Mein Handgelenk drehte sich unter ihren Fingern, bis meine Handfläche nach oben zeigte, offen und bloß. Sie legte ihre Hand hinein, und unsere Finger verschränkten sich so selbstverständlich, als hätten sie nie etwas anderes getan. Das Licht über der Spüle summte leise. Draußen wurde es langsam dunkel.

Als ihre Lippen die Worte ersetzten, die wir beide nicht fanden

Wir standen eine Ewigkeit so, oder vielleicht waren es nur Sekunden – die Zeit hatte ihre Bedeutung verloren. Amelies Daumen strich über meinen Handrücken, eine so zärtliche Geste, dass meine Kehle sich zusammenzog. Ich hatte Berührungen gekannt, die forderten, die nahmen, die besetzten. Aber das hier war anders. Das hier war ein Angebot. Ich hob meine freie Hand und legte sie an ihre Wange, und sie schloss die Augen, lehnte sich kaum merklich in die Berührung hinein wie eine Katze, die Wärme suchte.

Ihre Haut war weich und warm, und unter meinen Fingerspitzen spürte ich das feine Zittern, das durch sie hindurchlief – Anspannung und Erwartung, gespiegelt in meinem eigenen Körper. Ich strich mit dem Daumen über ihren Wangenknochen, die zarte Erhebung unter dem Auge, die Kurve hinab zu ihrem Mundwinkel. Ihre Lippen öffneten sich ein wenig, und ich sah, wie sich ihre Brust unter dem Baumwollshirt hob und senkte, schneller jetzt.

Nele, murmelte sie, und mein Name in ihrem Mund klang wie eine Frage und eine Bitte zugleich. Ich beugte mich vor, langsam, gab ihr jeden Raum, sich zurückzuziehen, wenn sie wollte – aber sie wollte nicht. Sie kam mir entgegen, und unsere Lippen trafen sich, weich, warm und schüchterner, als ich es mir je vorgestellt hatte. Ihre Lippen waren spröde vom langen Tag, und ich konnte einen winzigen Rest von Kaffee schmecken, bitter und vertraut. Der Kuss war kein Feuerwerk und keine Explosion.

Er war wie das erste Glas Wasser nach einem langen heißen Tag, wie Heimkommen nach einer Reise, von der man nicht wusste, dass man sie angetreten hatte. Amelie löste sich nach einem Moment, sah mich an, und in ihren Augen lag etwas, das mir den Atem verschlug: reines, unverstelltes Begehren, untermalt von einer solchen Zärtlichkeit, dass es wehtat. „Alles okay?“, flüsterte sie, und ich nickte, brachte keinen Ton heraus. Stattdessen zog ich sie an mich, diesmal fester, und der zweite Kuss war kein zaghaftes Fragen mehr.

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Ihre Hände fanden meinen Nacken und gruben sich in mein Haar. Ich spürte ihren Körper an meinem, die weichen Kurven ihrer Brüste gegen meine und den leichten Druck ihrer Hüfte, die sich an meine schmiegte. Ich küsste ihren Mundwinkel, die kleine Narbe an ihrem Kinn und die Furche unter ihrer Unterlippe. Sie seufzte, ein Laut, der durch meinen ganzen Körper hallte und sich tief in meinem Bauch sammelte, warm und ziehend.

Das Neonlicht summte unbeirrt weiter, und irgendwo tropfte ein Wasserhahn, aber ich hörte nur ihr Atmen, spürte nur ihre Hände, die unter mein T-Shirt glitten und meine bloße Haut fanden. Ihre Finger waren kühl, und die Berührung ließ mich erschaudern. Gänsehaut breitete sich auf meinem Rücken aus, während ihre Fingerspitzen meine Wirbelsäule entlangwanderten, langsam, jeden einzelnen Knochen nachfahrend, als wolle sie mich auswendig lernen. Ich legte den Kopf in den Nacken und ließ es geschehen. Ich ließ mich fallen in diese unwirkliche Wirklichkeit, in die verbotene Nähe zwischen Frauen, die sich endlich erfüllte, im Lagerraum einer Bäckerei, zwischen lauwarmen Broten und dem Duft von Hefe.

Amelies Lippen fanden meinen Hals, und sie küsste die Stelle unter meinem Ohr, eine Stelle, von der ich nicht gewusst hatte, dass sie so empfindlich war. Ein leises Keuchen entfuhr mir, und ich spürte ihr Lächeln gegen meine Haut. Sie zog mein Shirt nach oben, ich hob die Arme, und der Stoff glitt über meinen Kopf, fiel irgendwo zu Boden. Einen Moment lang stand ich halb entblößt vor ihr, nur im BH, und unter ihrem Blick prickelte meine Haut, als würde sie mich nicht nur ansehen, sondern berühren. Sie betrachtete mich ernst, fast andächtig, und dann senkte sie den Kopf und küsste den Ansatz meiner Brust, dort, wo der Stoff meines BHs die Wölbung unterbrach. Ihre Zunge fuhr die Kante entlang, und ich grub meine Hände in ihre Schultern, hielt mich fest, während die Welt sich auf diesen einen Punkt konzentrierte.

Was passiert, wenn die Hände nicht mehr fragen müssen?

Wie verbotene Nähe zwischen Frauen in einer Bäckerei alles veränderte

Ich zog sie hoch zu mir, küsste sie wieder, tiefer diesmal, und während unsere Zungen sich fanden, nestelten meine Finger an den Knöpfen ihrer Bluse. Das Ding war altmodisch, mit kleinen Perlmuttknöpfen, die unter meinen zittrigen Händen wegrutschten, und ich fluchte leise, frustriert und erregt zugleich. Amelie lachte gegen meinen Mund, ein kehliges Kichern, und half mir, befreite sich mit einer fließenden Bewegung aus dem Stoff. Darunter trug sie nichts, und der Anblick ihrer nackten Brüste – klein, fest, mit dunklen Brustwarzen, die sich in der kühlen Luft sofort zusammenzogen – ließ mein Blut schneller rauschen. Ich legte beide Hände um ihre Brüste, spürte das weiche Gewicht, die Wärme, und sie drängte sich mir entgegen, ein leises Stöhnen auf den Lippen. Langsam, ganz langsam rieb ich mit meinen Daumen über ihre Brustwarzen und spürte, wie sie unter meiner Berührung hart wurden und sich aufrichteten. Amelies Lider flatterten, ihre Lippen öffneten sich, und ich beugte mich hinab und nahm eine der Spitzen in meinen Mund.

Der Laut, den sie von sich gab, war unbeschreiblich – ein halb erstickter Schrei, der irgendwo zwischen Überraschung und Lust lag. Ich umschloss die harte Knospe mit meinen Lippen, saugte sanft, ließ meine Zunge spielen, und ihre Hände krallten sich in meine Schultern, suchten Halt. Ihre Haut schmeckte leicht salzig, und darunter lag ein unverwechselbarer Geschmack, den ich nicht benennen konnte, der jedoch unverkennbar zu ihr gehörte. Ich wechselte zur anderen Brust, gab ihr die gleiche Aufmerksamkeit, und Amelie drückte meinen Kopf fester an sich, ihre Hüften begannen, sich gegen meine zu bewegen, ein instinktives Suchen nach mehr. Es war, als hätte die Berührung eine Schleuse geöffnet – plötzlich gab es kein Halten mehr, keine Scheu, nur noch Lippen und Hände und das unbändige Verlangen, einander ganz zu spüren.

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Wir sanken zu Boden, auf die abgewetzten Gummimatten vor der Spüle, und das war so unbequem und so absurd und so vollkommen egal. Amelie lag halb unter mir, ihre Hände an meinem Gürtel, meine Jeans waren offen und irgendwie verschwunden. Sie streifte mir den Slip herunter, und ich erschauderte, als die kühle Raumluft meine feuchte Mitte traf. Wie sehr ich mich nach ihr sehnte, konnte ich selbst spüren – ich war nass, so unglaublich nass, dass es mich fast beschämte, aber das verflog sofort, als Amelies Finger mich fanden.

Zuerst nur eine leichte Berührung, ein zaghaftes Streichen über meine empfindlichsten Stellen, und ich stöhnte auf, vergrub mein Gesicht an ihrem Hals. Sie war vorsichtig, erkundete mich, als wäre ich etwas Kostbares. Ihre Finger glitten durch meine Falten, sammelten meine Feuchtigkeit, verteilten sie. Fester, keuchte ich, und sie gehorchte. Ihr Mittelfinger fand meine Klitoris, und sie begann, langsame, gleichmäßige Kreise zu ziehen, erst mit leichtem, dann mit stärkerem Druck, und ich verlor jede Kontrolle über die Laute, die meinen Körper verließen.

Ich griff zwischen ihre Beine, fand den Bund ihrer Hose, öffnete ihn mit einer Dringlichkeit, die mich selbst überraschte. Meine Hand glitt in ihren Slip, und das erste Gefühl ihrer Wärme und Nässe ließ mich innehalten und einfach nur fühlen. Amelie war genauso bereit wie ich, weich und offen unter meinen Fingern. Als ich in sie eindrang – erst mit einem, dann mit zwei Fingern –, bäumte sie sich auf und presste sich mir entgegen.

Wir bewegten uns gemeinsam, ein Rhythmus ohne Absprache, ich in ihr, ihre Finger auf mir, und unsere Münder fanden sich immer wieder zu atemlosen Küssen. Die Neonröhre surrte, der Hahn tropfte, und irgendwo im Kühlschrank sprang der Kompressor an, aber wir existierten nur noch in diesem Kokon aus Haut und Atem und den Geräuschen, die wir machten. Amelies Atem ging stoßweise, ihre Bewegungen wurden schneller, fahriger, und ich spürte, wie sich alles in ihr zusammenzog, ihre innere Muskulatur sich um meine Finger krampfte. Jetzt, flüsterte sie, bitte – und ich spürte, wie sie kam. Ein Beben durchlief ihren ganzen Körper, während ihre Hand auf mir erstarrte und sie den Kopf zurückwarf, die Kehle entblößt und wunderschön.

Wenn der eigene Körper zur Landkarte wird

Amelie löste sich langsam von mir, ihr Atem noch schwer, ihre Wangen gerötet. In ihren Augen lag ein Glanz, den ich nie zuvor gesehen hatte – eine Mischung aus Erschöpfung und Triumph und einer Zärtlichkeit, die mich fast überwältigte. Sie richtete sich auf, schob mich sanft zurück, bis ich mit dem Rücken gegen die kühle Front des Edelstahlschranks lehnte. Die Kälte des Metalls an meiner erhitzten Haut ließ mich erschaudern, aber es war ein köstlicher Schauder, der sich durch meinen ganzen Körper zog und in meinem Schoß pulsierte. Meine Lust hatte sie unterbrochen, und das Verlangen, die köchelnde Hitze, hatte sich nur noch weiter aufgestaut, war zu einem drängenden, fast schmerzhaften Pochen geworden. Amelie sah es mir an, ein wissendes Lächeln spielte um ihre Lippen – geschwollen vom Küssen, feucht, rot und unglaublich einladend. Keine Sorge, murmelte sie, ihre Stimme rau und tief, ich bin noch nicht fertig mit dir.

Sie kniete sich zwischen meine gespreizten Beine. Der Anblick – diese Frau, die ich drei Monate lang nur von der Arbeit kannte, jetzt halb nackt, mit zerzaustem Haar und entschlossenem Blick – war so erotisch, dass ich die Luft anhielt. Ihre Hände legten sich auf meine Oberschenkel, schoben sie weiter auseinander, und ich ließ es geschehen, gab mich der Bewegung hin, vertraute ihr vollkommen. Sie beugte sich vor, und ihr Atem streifte meine feuchte Mitte, warm und verheißungsvoll.

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Als ihre Zunge mich zum ersten Mal berührte, schoss ein Stromstoß durch meinen Körper. Ich schrie auf, laut und ungeschützt, ohne jede Rücksicht auf die leere Bäckerei und die geschlossenen Jalousien und die Welt da draußen. Amelies Zunge war weich und beweglich und wissend. Sie leckte mich in langen, genüsslichen Zügen, tauchte zwischen meine Falten, fand meine Klitoris und umkreiste sie mit einer Präzision, die mir die Sinne raubte. Meine Hände fanden ihren Kopf, wühlten in ihrem Haar, hielten sie fest, während sie mich mit einer Hingabe liebkoste, die mich sprachlos machte.

Sie variierte den Rhythmus – schnell, dann wieder quälend langsam –, und ich spürte, wie sich die Spannung in mir aufbaute, Schicht um Schicht, ein Druck, der nach Entladung schrie. Sie ließ ihre Zunge tiefer gleiten, tauchte in mich ein, und ich fühlte jeden Muskel in meinem Körper sich anspannen. Ihre Nase drückte gegen meine Klitoris, während ihre Zunge mich füllte, und ich kam nicht mehr mit, verlor jedes Zeitgefühl, jedes Raumgefühl, existierte nur noch als Bündel von Nerven unter ihren Lippen.

Dann kehrte sie zu meiner Klitoris zurück und nahm sie ganz in den Mund. Sie saugte sachte und gleichzeitig glitten ihre Finger in mich, erst einer, dann zwei. Die Kombination ließ mich beinahe die Besinnung verlieren. Ich hörte mich selbst keuchen und betteln, Worte, die keinen Sinn ergaben, aber Amelie verstand sie trotzdem. Sie steigerte den Rhythmus, ihre Finger glitten schneller in mir, ihre Zunge tanzte auf mir, und ich spürte, wie sich alles in mir zusammenzog, wie die Welt sich auf diesen einen Punkt konzentrierte, diesen winzigen, pulsierenden Punkt unter ihrer Zunge. Dann zerbarst ich.

Der Orgasmus riss durch mich hindurch wie eine Welle, die mich mit sich riss und unter sich begrub. Meine Muskeln krampften sich um Amelies Finger, mein Rücken wölbte sich vom kalten Metall ab, und ich schrie – wirklich, ich schrie, und es war mir egal, völlig gleichgültig, wer es hörte.

Amelie ließ nicht nach, führte mich durch die Wellen, kostete jeden Spasmus aus, bis ich zitternd und erschöpft zurücksank und sie endlich, endlich von mir abließ. Ich lag keuchend auf der Gummimatte, den Kopf an den Schrank gelehnt, und spürte, wie mein Herz gegen meine Rippen hämmerte, als wolle es ausbrechen. Amelie kroch zu mir hoch, schmiegte sich an meine Seite, legte ihren Kopf auf meine Schulter. Ihr Haar kitzelte mein Kinn, und ich atmete den vertrauten Vanilleduft ein, jetzt vermischt mit dem Duft von Sex und Schweiß, und es war der schönste Geruch, den ich je wahrgenommen hatte.

Wofür diese Stille zwischen Brotkrumen steht

Wir lagen lange so, ineinander verschlungen, auf dem unebenen Boden einer Bäckereiküche. Langsam kehrte die Welt zurück – zuerst in Form des summenden Neonlichts, dann des tropfenden Wasserhahns, schließlich des fernen Martinshorns, das irgendwo durch die abendlichen Straßen heulte. Amelies Finger malten Muster auf meine nackte Schulter, Kreise und Schleifen, und ich spürte, wie sich mein Atem beruhigte, wie mein Herz seinen gewohnten Takt wiederfand. Meine Gedanken jedoch waren noch immer aufgewühlt, ein Strudel aus Bildern und Gefühlen, die ich sortieren musste. Das war’s, dachte ich. Das war der Moment, vor dem ich mich wochenlang gefürchtet und den ich mir gleichzeitig so sehr herbeigesehnt hatte. Die verbotene Nähe zwischen Frauen hatte einen Raum gefunden, war explodiert zwischen Brotkrumen und Plastikboxen, und nichts würde je wieder sein wie vorher.

Amelie richtete sich auf, sah mich an, und ich erkannte in ihrem Gesicht dieselbe Mischung aus Erstaunen und Nachdenklichkeit, die auch in mir arbeitete. Ohne Worte stand sie auf, reichte mir die Hand und zog mich hoch. Meine Knie waren weich, meine Beine zitterten noch leicht, aber ich lächelte, und sie lächelte zurück. Gemeinsam sammelten wir unsere Kleider vom Boden auf, und es war etwas so Alltägliches, so Normales in dieser Geste, dass ich beinahe lachen musste. Wir zogen uns schweigend an und halfen uns gegenseitig mit den widerspenstigen Knöpfen und den verhedderten Trägern. Jede Berührung war jetzt anders – vertrauter, intimer, als hätten unsere Körper eine Sprache gelernt, die wir beide fließend sprachen, ohne je Unterricht genommen zu haben.

„Ist es das, was du willst?“, fragte ich schließlich, als wir vor der Vitrine standen und auf die leeren Bleche starrten, die noch immer auf ihren Abtransport warteten. Amelie griff nach meiner Hand, verschränkte ihre Finger mit meinen, ganz wie zu Beginn, und drückte sie fest. Was ich will, sagte sie langsam, als wöge sie jedes Wort, ist nicht nur ein Abend in einer Bäckerei. Ich will sehen, wohin das führt. Mit dir. Ich will morgen früh aufwachen und wissen, dass es echt war.

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Ich wandte mich zu ihr, nahm ihr Gesicht in meine Hände und küsste sie, sanft diesmal, ohne die Dringlichkeit von vorhin, aber mit all der Bedeutung, die dieser Moment brauchte. Dann gehen wir jetzt, sagte ich gegen ihre Lippen, und morgen sehen wir weiter. Und übermorgen auch. Sie nickte, und in ihren silbrigen Augen glitzerte etwas, das verdächtig nach Tränen aussah, aber sie lächelte dabei.

Wir räumten die restlichen Brote weg, mehr schlecht als recht, schalteten das Licht aus und warfen einen letzten Blick in die leere Filiale. Der Duft von Gebäck würde auch morgen noch hier sein, genauso wie die Neonröhre summen und der Hahn tropfen würde. Aber für uns war es nicht mehr nur eine Bäckerei. Es war der Ort, an dem wir uns gefunden hatten, zwischen all dem Mehl und dem Schweigen und den Blicken, die wir uns monatelang zugeworfen hatten.

Draußen auf der Straße war es jetzt stockdunkel, die Laternen warfen warme Lichtpfützen auf das Kopfsteinpflaster. Amelie zog die Tür hinter uns zu, drehte den Schlüssel zweimal um, und dann standen wir auf dem Bürgersteig, Schulter an Schulter, und wussten beide nicht so recht, wohin jetzt. Also gingen wir einfach los, in die Nacht hinein, in eine Zukunft, die noch keinen Namen hatte, aber zum ersten Mal Form annahm. Meine Hand in ihrer, ihre Wärme an meiner Seite, das leise Echo der Lust noch in meinen Knochen. Morgen würden wir die Brote backen und die Brötchen und die Kuchenglocken richten. Aber heute Nacht gehörte uns.

– ENDE –

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