Lesbische Leidenschaft
Meine Fingerspitzen glitten über das frisch bezogene Sitzpolster, als könnte ich allein durch die Berührung prüfen, ob der dunkelgrüne Samt auch wirklich so makellos saß, wie Kira es versprochen hatte. Die Polsterei roch nach Holzleim, altem Leder und diesem unverwechselbaren Duft von frisch geschnittenem Schaumstoff, der mich seit meiner Kindheit an die Werkstatt meines Großvaters erinnerte. Kira stand hinter dem massiven Eichentresen, die Ärmel ihres grauen Leinenhemds bis zu den Ellbogen hochgekrempelt, und beobachtete mich mit einem halben Lächeln, das ich nicht recht einordnen konnte.
„Du bist die Erste, die nicht sofort mit dem Finger über die Nähte fährt, sondern einfach nur fühlt“, sagte sie und ihre Stimme war tiefer, als ich sie von unserem Telefonat in Erinnerung hatte.
Ich zog meine Hand nicht zurück, obwohl ich mich ertappt fühlte. „Ich vertraue auf mein Gefühl. Wenn sich etwas richtig anfühlt, dann ist es das meistens auch.“
Die Worte hingen einen Moment länger im Raum, als ich beabsichtigt hatte. Oder vielleicht bildete ich mir das auch nur ein. Denn Kira sah mich auf eine Weise an, die meine Gedanken in eine Richtung lenkte, mit der ich nicht gerechnet hatte, als ich heute Morgen meine Wohnung verlassen hatte. Sie war vielleicht Mitte vierzig, schlank, mit kräftigen Händen und kurzen, silbergrauen Haaren, die an den Schläfen leicht zerzaust waren. Ihre Augen waren von einem hellen Graublau, das sich mit dem Staub in der Luft zu einer fast unwirklichen Farbe vermischte.
Ich war fünfunddreißig und seit zwei Jahren geschieden, und ich hatte mir geschworen, dass ich nie wieder zulassen würde, dass jemand mein Leben so durcheinanderbrachte wie mein Exmann. Aber jetzt stand ich hier, in einer kleinen Polsterei in der Altstadt, und meine Finger ruhten auf grünem Samt. Ich spürte, wie sich etwas in mir regte, das ich lange nicht gespürt hatte.
„Möchtest du einen Kaffee?“, fragte Kira und trat hinter dem Tresen hervor. „Bevor wir das Sofa einladen, ich mache gerade frischen.“
„Gern“, sagte ich und richtete mich auf. „Schwarz, bitte.“
Sie nickte und verschwand durch einen mit schwerem Stoff verhängten Durchgang in den hinteren Teil der Werkstatt. Ich hörte das Klappern von Tassen und das leise Zischen einer Espressomaschine. Meine Blicke wanderten durch den Raum, blieben an halbfertigen Sesseln hängen, an Stoffbahnen, die von der Decke hingen, an Werkzeugen, deren Namen ich nicht kannte. Alles hier atmete Handwerk, Geduld, Hingabe. Es war ein Ort, an dem Dinge repariert wurden, die man anderswo längst weggeworfen hätte.
Vielleicht war das der Grund, warum ich mich auf Anhieb wohlfühlte – weil ich selbst mich in den letzten Jahren oft wie ein weggeworfenes Möbelstück gefühlt hatte, das niemand mehr haben wollte.
Der Moment, in dem sich zwei Blicke zu lange halten
Kira kam mit zwei kleinen Espressotassen zurück, die sie auf einem alten Holztablett balancierte. Sie reichte mir eine, und unsere Finger berührten sich kurz. Ihre Haut war warm und rau, die Hornhaut an den Fingerkuppen spürbar, und doch war die Berührung seltsam zart, fast zögerlich. Ich spürte einen winzigen elektrischen Schlag, der von meinen Fingerspitzen direkt in meinen Bauch fuhr.
„Danke“, sagte ich und war selbst überrascht, wie heiser meine Stimme klang.
„Setzen wir uns doch einen Moment“, schlug Kira vor und deutete auf ein fertiggestelltes Sofa in der Ecke des Raums, das mit einem tiefblauen Leinenstoff bezogen war. „Das ist mein aktuelles Lieblingsstück. Probier mal, wie es sitzt.“
Ich ließ mich neben ihr nieder, den kleinen Espresso in der Hand, und spürte sofort, wie perfekt die Polsterung war – fest genug, um Halt zu geben, weich genug, um darin zu versinken. Kira saß nah genug, dass ich den leichten Duft von Sandelholz und frischem Schweiß wahrnehmen konnte, der von ihr ausging. Es war kein unangenehmer Geruch, im Gegenteil. Er war erdig, echt, lebendig.
„Wie lange machst du das schon?“, fragte ich, um die Stille zu füllen, die plötzlich eine andere Qualität bekommen hatte.
„Die Polsterei? Seit zwanzig Jahren. Ich hab sie von meinem Vater übernommen.“ Sie nahm einen Schluck von ihrem Espresso und stellte die Tasse dann auf dem Boden ab. „Und du? Was machst du, wenn du nicht gerade Sofas rettest?“
Ich lachte leise. „Ich bin Lektorin. Ich rette Bücher. Das ist weniger handfest, aber manchmal genauso mühsam.“
„Bücher retten“, wiederholte sie nachdenklich. „Das klingt nach einer schönen Aufgabe. Ich lese viel, aber ich könnte nie das, was du machst. Ich bin zu ungeduldig. Ich muss Dinge anfassen können, sie spüren, ihnen Form geben.“ Sie hob ihre Hände und betrachtete sie, als sähe sie sie zum ersten Mal. „Das hier sind meine Werkzeuge. Ohne sie wäre ich nichts.“
Ich stellte meine Tasse ebenfalls ab, drehte mich ein wenig zu ihr und nahm ihre rechte Hand in meine, ohne lange darüber nachzudenken. Ihre Finger waren lang und schmal, die Gelenke leicht knotig von der Arbeit, die Nägel kurz geschnitten und trotzdem gepflegt. Ich strich mit meinem Daumen über ihren Handrücken, über die feinen Linien und die kleinen Narben, die von unzähligen kleinen Schnitten und Kratzern zeugten.
„Sie sind wunderschön“, sagte ich leise. „Diese Hände haben so viel geschaffen. So viel repariert. So viel wieder zusammengefügt, was andere aufgegeben haben.“
Kira erwiderte nichts, aber ihre Finger schlossen sich um meine, und sie hob den Blick. In ihren graublauen Augen lag etwas, das ich nur als tiefe, ruhige Gewissheit beschreiben konnte. Kein Zögern, keine Unsicherheit. Nur diese stille Frage, die keiner Worte bedurfte. Ich beantwortete sie, indem ich ihre Hand nicht losließ.
Als ihre Finger meine Wirbelsäule entlangfuhren
Wir saßen so eine Weile, unsere Hände ineinander verschränkt, während das Nachmittagslicht durch die hohen Fenster fiel und den Staub in der Luft in goldene Partikel verwandelte. Es war still, nur das leise Ticken einer alten Wanduhr und das gelegentliche Knarren der Holzdielen unter unseren Füßen durchbrachen die Stille. Ich spürte Kiras Puls an meinem Handgelenk, ruhig und gleichmäßig. Währenddessen beschleunigte sich mein eigener Herzschlag, als hätte mein Körper längst begriffen, worauf das hier hinauslief, noch bevor mein Verstand es zulassen wollte.
„Maja“, sagte Kira schließlich, und mein Name klang in ihrem Mund wie ein Wort, das sie schon tausendmal ausgesprochen hatte, so vertraut und selbstverständlich. „Ich will nicht, dass du denkst, ich mache das öfter. Ich habe noch nie eine Kundin so angesehen wie dich. Noch nie.“
„Das denke ich nicht“, flüsterte ich. „Ich denke gar nichts. Ich fühle nur. Und es fühlt sich richtig an. So wie der Samt vorhin. Erinnerst du dich?“
Sie lächelte, und dieses Lächeln veränderte ihr ganzes Gesicht. Die kleinen Fältchen um ihre Augen vertieften sich, und plötzlich wirkte sie jünger, weicher, verletzlicher. Sie hob ihre freie Hand und strich mir eine Haarsträhne aus der Stirn, eine Geste, die so zärtlich war, dass mir die Tränen in die Augen stiegen. Ich hatte vergessen, wie sich Zärtlichkeit anfühlte. Nicht die mechanische Zärtlichkeit einer langjährigen Ehe, die zur Gewohnheit geworden war, sondern diese achtsame, fast ehrfürchtige Berührung, die nichts forderte und alles gab.
„Kann ich dich küssen?“, fragte sie, und ihre Stimme war jetzt nur noch ein Hauch.
Statt einer Antwort legte ich meine Hand in ihren Nacken, spürte die kurzen, weichen Härchen an meinen Fingerspitzen, und zog sie sanft zu mir heran. Unser erster Kuss war kein stürmisches Überwältigtsein, sondern ein vorsichtiges Erkunden, ein Fragen und Antworten, ein Geschmack von Kaffee und etwas Süßem, das ich nicht benennen konnte. Ihre Lippen waren weich und warm, und sie bewegten sich so behutsam auf meinen, als hätten wir alle Zeit der Welt.
Ich schloss die Augen und ließ mich fallen in diesen Kuss, in die Wärme ihrer Nähe, in das Gefühl, endlich wieder berührt zu werden von jemandem, der mich wirklich meinte.
Kiras Hände wanderten meinen Rücken hinab, langsam, tastend, als würde sie einen kostbaren Stoff prüfen. Ihre Finger fanden die Mulde zwischen meinen Schulterblättern, folgten der Linie meiner Wirbelsäule, und selbst durch den dünnen Stoff meiner Bluse spürte ich jeden einzelnen Fingerabdruck, jede kleine Bewegung. Ich seufzte in ihren Mund und drängte mich näher an sie, und sie verstand sofort, was ich brauchte, ohne dass ich es aussprechen musste.
„Hier?“, murmelte sie zwischen zwei Küssen. „Oder sollen wir nach hinten gehen? Da ist ein kleiner Raum mit einer Couch, die ich für mich selbst bezogen habe. Sie ist noch unberührt. Niemand außer mir hat je darauf gesessen.“
„Zeig sie mir“, sagte ich, und meine Stimme klang fremd in meinen eigenen Ohren, rau und voller Verlangen.
Sie erhob sich und zog mich sanft mit sich hoch. Ihre Hand ließ meine nicht los, während sie mich durch den stoffverhangenen Durchgang führte, vorbei an Werkbänken und Stoffrollen. Schließlich standen wir in einem kleinen, warmen Raum, der mehr einer Wohnhöhle glich als einem Arbeitszimmer. In der Ecke stand tatsächlich eine Couch, bezogen mit einem tiefroten Samt, der im gedämpften Licht fast schwarz wirkte. Ein kleiner Bücherstapel lag daneben auf dem Boden, und an den Wänden hingen gerahmte Stoffmuster, die aussahen wie abstrakte Kunst.
„Setz dich“, sagte Kira, und es war keine Aufforderung, sondern eine Bitte.
Ich ließ mich auf die Couch sinken, und der Samt war so weich, dass ich das Gefühl hatte, in eine Umarmung zu gleiten. Kira kniete sich vor mich, ihre Hände auf meinen Oberschenkeln, und sah zu mir auf. In diesem Moment, in dieser Haltung, wirkte sie nicht wie die selbstbewusste Handwerkerin von vorhin. Vielmehr wirkte sie wie eine Frau, die kurz davor war, sich vollkommen zu öffnen, und die zugleich Angst davor hatte, was das bedeuten könnte.
„Wir müssen nichts tun, was du nicht willst“, sagte sie. „Wir können auch einfach hier sitzen und reden. Oder ich bringe dir noch einen Kaffee. Oder wir laden dein Sofa ein und tun so, als wäre nichts gewesen. Alles ist in Ordnung für mich, solange du hier bist.“
Jede Faser meines Körpers spannte sich ihrer Zunge entgegen.

Ich beugte mich vor und küsste sie wieder, diesmal fordernder, mit mehr Druck, mehr Zunge, mehr von allem, was ich mir in den letzten zwei Jahren versagt hatte. Kira erwiderte den Kuss mit einer Intensität, die mich überraschte. Ihre Hände krallten sich in den Stoff meiner Jeans, und ein leises Stöhnen löste sich aus ihrer Kehle, das direkt in meinen Unterleib fuhr. Meine Finger nestelten an den Knöpfen ihres Hemdes, ungeschickt und zitternd. Dann nahm sie meine Hände sanft weg und knöpfte das Hemd selbst auf, einen Knopf nach dem anderen, ohne Hast, ohne Eile, während sie mich unverwandt ansah.
Unter dem Hemd trug sie ein schlichtes, graues Unterhemd, das sich über ihren kleinen, festen Brüsten spannte. Ich konnte die Umrisse ihrer Brustwarzen erkennen, die sich unter dem dünnen Stoff abzeichneten, und der Anblick ließ meine eigene Erregung so plötzlich und heftig ansteigen, dass mir schwindlig wurde. Ich zog sie zu mir auf die Couch, und sie kam bereitwillig, legte sich halb über mich, ihr Bein zwischen meinen Schenkeln, ihr Mund an meinem Hals.
„Du riechst so gut“, murmelte sie gegen meine Haut. „Nach Zitronen und Sonne und irgendetwas, das ich nicht benennen kann. Ich könnte dich stundenlang nur riechen.“
Ihre Lippen wanderten tiefer, über mein Schlüsselbein, während ihre Finger begannen, meine Bluse aufzuknöpfen. Ich half ihr, zog die Bluse aus, öffnete den Verschluss meines BHs und warf beides achtlos auf den Boden. Kira richtete sich kurz auf und betrachtete mich, meinen nackten Oberkörper, meine Brüste, die sich unter ihrem Blick anfühlten, als würden sie von innen heraus leuchten.
„Du bist so schön“, sagte sie, und es klang nicht wie ein Kompliment, sondern wie eine Feststellung, so selbstverständlich wie die Aussage, dass der Himmel blau war oder dass das Sofa grün war. „So unglaublich schön. Ich will dich überall berühren. Darf ich?“
„Ja“, hauchte ich. „Bitte. Überall.“
Ihre Hände legten sich auf meine Brüste, warm, rau und so sanft, dass ich die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte. Sie liefen lautlos über meine Wangen. Währenddessen nahm Kira meine Brustwarzen zwischen Daumen und Zeigefinger und rollte sie vorsichtig. Sie drückte und massierte, bis sie hart und empfindlich wurden und jede Berührung einen kleinen Blitz durch meinen Körper schickte. Sie beugte sich hinab und nahm eine meiner Brustwarzen in den Mund, und ihre Zunge war feucht und warm und bewegte sich in langsamen, genüsslichen Kreisen, die mich fast wahnsinnig machten.
Ich grub meine Hände in ihre kurzen Haare und drückte sie fester an mich. Währenddessen strich sie mit ihrer Zunge über meine Brustwarze, umspielte sie und saugte daran, bis ich stöhnte und mich ihr entgegenwölbte. Sie ließ von meiner Brust ab und küsste sich weiter nach unten, über meinen Bauch. Ihre Zunge zeichnete feuchte Muster auf meine Haut, tauchte kurz in meinen Bauchnabel, und meine Finger krallten sich in den roten Samt der Couch.
„Kira“, stöhnte ich. „Bitte. Ich halte das nicht mehr lange aus.“
Sie richtete sich auf und sah mich an, ihre Lippen feucht und leicht geschwollen von den Küssen. „Dann halt es nicht aus“, sagte sie leise. „Lass los. Ich fang dich auf. Ich verspreche es dir.“
Ihre Worte brachen etwas in mir auf, das lange verschlossen gewesen war. Ich zog sie zu mir hoch und küsste sie wild, während meine Hände den Bund ihrer Hose öffneten und sie ihr ebenso ungeduldig herunterzog wie ich meine Jeans. Wir halfen einander, befreiten uns von den letzten Kleidungsstücken, bis wir nackt auf dem roten Samt lagen, Haut an Haut, unsere Körper aneinandergepresst wie zwei Stoffbahnen, die darauf warteten, zusammengenäht zu werden.
Kiras Hand glitt zwischen meine Schenkel, und ich öffnete mich ihr bereitwillig, spürte ihre Finger, die mich erkundeten, so behutsam und präzise wie alles, was sie tat. Sie fand meine feuchte Mitte, ließ ihre Finger durch meine Falten gleiten, verteilte die Nässe, die sich dort gesammelt hatte, und stöhnte leise, als sie spürte, wie bereit ich für sie war.
„Du bist so nass“, flüsterte sie. „So warm. Ich will dich schmecken. Lass mich dich schmecken, Maja.“
Ich konnte nur nicken, während sie sich zwischen meine Beine schob, ihre Schultern unter meine Schenkel legte und ihren Mund auf mich senkte. Ihre Zunge war weich und fest zugleich. Sie leckte mich in langsamen, breiten Strichen, von unten nach oben, immer wieder, als würde sie ein exquisites Gericht kosten, das sie sich lange versagt hatte.
Ich spürte jede einzelne Geschmacksknospe auf meiner empfindlichsten Stelle und jede Bewegung ihrer Zungenspitze, die meine Klitoris umkreiste, sie streichelte, sie mit leichtem Druck massierte. Bis ich die Augen schloss und mich nur noch auf dieses Gefühl konzentrieren konnte, das meinen ganzen Körper erfasste.
Dein Puls unter meinen Lippen, dein Beben in meinen Händen
Meine Hände lagen auf Kiras Kopf, meine Finger spielten mit ihren kurzen Haaren, während sie mich mit einer Hingabe leckte, die mich sprachlos machte. Sie wechselte zwischen sanften, fast schüchternen Berührungen und einem festeren, fordernden Rhythmus, der mich immer weiter in einen Strudel aus Lust zog. Ich spürte, wie sich die Spannung in meinem Unterleib aufbaute, wie sich meine Muskeln zusammenzogen, wie mein Atem flacher und schneller wurde.
„Kira, ich komme“, presste ich hervor. „Bitte hör nicht auf, bitte, bitte, ich bin so nah –“
Sie hörte nicht auf. Sie verstärkte den Druck ihrer Zunge und fand meinen Rhythmus. Sie passte sich ihm an, trieb mich weiter und weiter, bis die Welt um mich herum verschwand. Nur noch dieses eine Gefühl existierte, diese eine Empfindung, die mich erfasste und durch meinen ganzen Körper schleuderte.
Ich kam mit einem lauten, kehligen Schrei, den ich nicht zurückhalten konnte. Meine Hüften zuckten gegen ihren Mund, meine Finger krallten sich in ihre Haare, und ich spürte, wie sich Welle um Welle der Lust in mir entlud, eine nach der anderen, bis ich erschöpft und zitternd auf dem Samt lag und kaum noch atmen konnte.
Kira ließ von mir ab und kroch zu mir hoch, legte sich neben mich und zog mich in ihre Arme. Ihre Lippen waren feucht von mir, und als sie mich küsste, schmeckte ich mich selbst auf ihrer Zunge, salzig, fremd und seltsam vertraut zugleich. Ich schmiegte mich an sie und spürte ihre Brüste an meinen und ihre harten Brustwarzen, die sich in meine Haut drückten. Ich wusste, dass ich sie jetzt berühren wollte und dass ich ihr das zurückgeben wollte, was sie mir gerade geschenkt hatte.
„Jetzt du“, flüsterte ich und schob sie sanft auf den Rücken. „Ich will dich fühlen. Ich will dich schmecken. Ich will, dass du unter meinen Händen genauso zitterst wie ich unter deinen.“
Ich küsste mich ihren Hals hinab, über ihre Schultern, zu ihren Brüsten, die kleiner waren als meine, aber unglaublich empfindsam, wie ich schnell merkte. Ihre Brustwarzen richteten sich unter meiner Zunge auf, wurden hart und spitz. Kira stöhnte leise, ihre Hände in meinen Haaren, während ich an ihr saugte und leckte und ihr mit meinen Zähnen vorsichtig knabberte. Ihre Haut schmeckte nach Salz und etwas Blumigem, das ich nicht benennen konnte, und ich konnte nicht genug davon bekommen.
Ich wanderte tiefer, küsste ihren flachen Bauch, ließ meine Zunge über ihre Hüftknochen gleiten, spürte, wie sie unter mir zuckte und bebte. Ihre Schenkel waren fest und muskulös von der jahrelangen körperlichen Arbeit, und sie öffnete sie für mich ohne Zögern, ohne Scham, mit einer Selbstverständlichkeit, die mich tief berührte. Ich kniete mich zwischen ihre Beine und betrachtete sie einen Moment lang, ihr Geschlecht, das sich mir darbot, die dunklen, feuchten Locken, die rosigen, geschwollenen Lippen, die im gedämpften Licht glänzten.
„Du bist so schön“, sagte ich und wiederholte damit ihre Worte, weil sie die einzig richtigen waren. „So unglaublich schön. Ich will dich überall berühren. Darf ich?“
Sie lächelte, und in diesem Lächeln lag alles, was ich wissen musste. Ich senkte meinen Kopf und küsste sie dort, wo sie am empfindlichsten war, spürte ihre Wärme und ihre Feuchtigkeit, schmeckte sie, und es war ein Geschmack, den ich nie wieder vergessen würde. Meine Zunge fand ihre Klitoris, diese kleine, harte Perle, die unter meiner Berührung zuckte. Ich umspielte sie, leckte sie und saugte sie sanft in meinen Mund, während meine Finger in sie eindrangen, erst einer, dann zwei. Sie waren sofort von ihrer Enge und ihrer Hitze umschlossen.
Kira stöhnte meinen Namen, ihre Hüften bewegten sich gegen meine Hand, und ich spürte, wie sie sich mir entgegendrängte, wie sie sich meinen Fingern und meiner Zunge hingab, ohne Vorbehalt, ohne Zurückhaltung. Ich fand einen Rhythmus, der sie höher und höher trieb, und ich spürte, wie ihre Muskeln sich um meine Finger zusammenzogen, wie ihr Atem stockte, wie ihr ganzer Körper sich anspannte in diesem einen, unendlichen Moment vor der Erlösung.
„Komm für mich“, flüsterte ich gegen ihre feuchte Haut. „Lass los. Ich halte dich. Ich verspreche es dir.“
Und sie kam, mit einem Schrei, der sich anhörte wie mein Name. Ihre Hände krallten sich in den Samt, ihr Rücken wölbte sich von der Couch, und ich hielt sie, meine Finger tief in ihr, meine Zunge fest auf ihrer Klitoris. Während sie sich in Wellen um mich herum entlud, eine nach der anderen, sank sie erschöpft zurück und sah mich mit tränenfeuchten Augen an.
Was zwischen Samt und Sägemehl begann
Wir lagen lange Zeit einfach nur da, unsere Körper ineinander verschlungen. Die rote Samtcouch unter uns roch jetzt nach uns, nach Schweiß und Lust und dieser unbeschreiblichen Mischung aus zwei Frauen, die einander gefunden hatten. Die Uhr im vorderen Raum schlug sechs Mal, und irgendwo draußen fuhr ein Auto vorbei, aber hier drinnen, in dieser kleinen Werkstatt, schien die Zeit stillzustehen.
„Ich wusste nicht, dass mir das gefehlt hat“, sagte ich schließlich und legte meine Lippen an Kiras Schläfe. „Ich dachte, ich wäre vollständig. Allein. Ich dachte, ich bräuchte niemanden mehr, um glücklich zu sein. Aber das hier – das ist etwas anderes. Das ist nicht zu gebrauchen. Das ist Wollen. Und das ist ein riesiger Unterschied.“
Kira drehte sich zu mir und stützte sich auf einen Ellbogen. Sie sah mich mit diesen graublauen Augen an, die jetzt weicher wirkten als zuvor, wärmer, als hätte unsere Nähe etwas in ihr gelöst, das lange festgesessen hatte. „Ich habe auch nicht danach gesucht“, sagte sie. „Ich lebe seit zehn Jahren allein, und ich war zufrieden damit. Mehr als zufrieden. Aber dann kamst du herein, und du hast den Samt nicht mit den Fingern überprüft, sondern mit der ganzen Hand, und ich wusste, dass du anders bist. Dass du Dinge fühlst, statt sie nur zu sehen. Und das hat mich umgehauen, Maja.
Das hat mich komplett umgehauen.
Ich lächelte und strich ihr eine Haarsträhne aus der Stirn, die gar nicht da war, weil ihre Haare zu kurz waren, um ihr ins Gesicht zu fallen. Es war eine Geste, die ich mir angewöhnt hatte. Sie ergab keinen Sinn und doch war sie genau richtig. „Was machen wir jetzt?“, fragte ich. „Ich meine, ich muss mein Sofa mitnehmen. Das war ja eigentlich der Grund, warum ich hergekommen bin. Aber ich will nicht, dass das hier endet, nur weil das Sofa fertig ist.“
„Ich will auch nicht, dass es endet“, sagte Kira. „Ich weiß nicht, was das hier ist oder was es werden kann. Aber ich weiß, dass ich dich wiedersehen will. Nicht als Kundin. Sondern als das, was du jetzt für mich bist. Was auch immer das ist.“
Sie setzte sich auf, griff nach ihrem Hemd, das auf dem Boden lag, und zog es über, ohne es zuzuknöpfen. Der Anblick ihrer nackten Haut unter dem offenen Hemd, ihrer Brüste, die sich unter dem grauen Stoff abzeichneten, ließ mein Herz schneller schlagen, obwohl ich dachte, ich hätte mich gerade erst beruhigt.
„Ich komme morgen wieder“, sagte ich. „Nicht wegen des Sofas. Wegen dir. Und dann sehen wir weiter. Schritt für Schritt. Naht für Naht. Bis wir wissen, ob das hier hält, was es verspricht.“
Kira lächelte, und es war dasselbe Lächeln wie vorhin, das Lächeln, das ihr ganzes Gesicht veränderte und sie jünger und weicher und verletzlicher machte. „Naht für Naht“, wiederholte sie. „Das gefällt mir. Das ist ein guter Plan für eine Polsterin. Und für eine Lektorin, die Bücher rettet. Vielleicht können wir beide etwas retten, das wir längst verloren geglaubt haben.“
Ich stand auf, zog mich langsam an, spürte ihre Blicke auf meiner Haut, und es war ein gutes Gefühl, beobachtet zu werden von jemandem, der mich wirklich sah. Als ich fertig angezogen war, half sie mir, das Sofa in meinen Kombi zu laden, und unsere Hände berührten sich erneut; wieder verspürte ich diesen kleinen elektrischen Schlag, den ich jetzt einordnen konnte.
Bevor ich einstieg, küsste sie mich noch einmal, mitten auf der Straße, ohne sich darum zu scheren, wer uns sehen könnte. Es war ein kurzer Kuss, aber er enthielt ein Versprechen, das keiner Worte bedurfte. Ich fuhr los, das reparierte Sofa auf der Ladefläche, und ich wusste, dass ich morgen wiederkommen würde. Nicht, weil ich musste. Sondern weil ich es wollte. Mit jeder Faser meines Seins.
– ENDE –
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