Umzugskartons und die Kunst der lesbischen Verführung – Als Melina mir beim Einzug half, geschah mehr als nur Schleppen

lesbische Verführung
Lesedauer 14 Minuten

Die Kunst der lesbischen Verführung

»Das ist der letzte, oder?«

Melina stand im Türrahmen, die Hände in die Hüften gestemmt, und musterte den Stapel Umzugskartons, der sich im Flur des Studierendenwohnheims türmte. Ihr Atem ging noch etwas schneller als sonst, und an ihren Schläfen klebten ein paar dunkle Haarsträhnen, die sich aus dem lockeren Dutt gelöst hatten.

Ich nickte, während ich den Karton mit der Aufschrift »Küche – zerbrechlich« auf den Boden gleiten ließ. Meine Arme brannten. Draußen vor dem Fenster hing der Novemberhimmel wie nasses Zeitungspapier über den Dächern der Wohnheimsiedlung, und die Heizung unter dem Fensterbrett gluckerte leise vor sich hin.

»Gott, ich bin so froh, dass du da warst«, sagte ich und streckte den Rücken durch. »Allein hätte ich das nie geschafft.«

Melina lächelte, dieses halb schiefe Lächeln, das ich in den vergangenen Wochen so oft gesehen hatte, ohne es wirklich zu sehen. Wir kannten uns seit dem ersten Semester – zwei Jahre mittlerweile – und waren so etwas wie Freundinnen auf Distanz geblieben. Dieselbe Fachschaft, dieselben Partys, dieselben Gesichter in der Cafeteria. Aber nie mehr als das. Nie einen Abend zu zweit, nie ein Gespräch, das länger dauerte als eine Zigarettenlänge.

Bis sie sich vor drei Tagen angeboten hatte, mir beim Umzug zu helfen, und ich aus einem Grund Ja gesagt hatte, obwohl ich sonst immer alles allein machte.

Jetzt stand sie hier, in meinem neuen Zimmer, das nach kaltem Putzmittel und leerem Raum roch, und sah mich an, als würde sie auf etwas warten.

»Ich hole uns was zu trinken«, sagte ich. »Als Dankeschön. Oder als Bestechung, damit du beim Auspacken bleibst.«

Ihr Lachen war leise und ein wenig heiser. »Bei dem Angebot kann ich nicht nein sagen.«

Ich ging in die Kochnische, die kaum mehr war als zwei Herdplatten und ein Spülbecken, und öffnete den Kühlschrank. Eine Flasche Weißwein, halb voll, die ich gestern Abend nach der ersten Fuhre Kartons geöffnet hatte. Ich goss zwei Gläser ein, die ich aus einem der bereits geöffneten Kartons gefischt hatte, und drehte mich um.

Melina hatte sich auf die Fensterbank gesetzt, die Beine angezogen, die Arme um die Knie geschlungen. Draußen regnete es jetzt, ein feiner, stetiger Nieselregen, der gegen die Scheibe tickte wie tausend kleine Fingernägel. Das Licht im Raum war gedämpft, nur die Schreibtischlampe brannte und warf einen warmen Kegel auf den unverputzten Betonboden.

»Hier drin ist es eigentlich ganz gemütlich«, sagte sie und nahm das Glas entgegen. Unsere Finger berührten sich kurz. Ihre Haut war kalt von der feuchten Luft draußen, und ich spürte die Kälte noch einen Moment länger, als es nötig gewesen wäre.

Ich setzte mich zu ihr auf die Fensterbank, weil es der einzige Platz im Raum war, der nicht mit Kartons vollgestellt war. Unsere Schultern berührten sich fast. Der Wein war kühl und trocken und schmeckte nach nichts Besonderem, aber er wärmte von innen.

»Weißt du«, sagte Melina nach einer Weile, »ich habe mich immer gefragt, warum wir eigentlich nie was zusammen machen. So richtig, meine ich.«

Ich drehte das Glas in meinen Händen. »Keine Ahnung. Vielleicht, weil wir uns immer nur in Gruppen gesehen haben? Da bleibt man in seiner Rolle.«

»Und welche Rolle hast du da?«

Die Frage traf mich unvorbereitet. Ich überlegte einen Moment zu lang. »Die, die immer funktioniert, glaube ich. Die, die keine Hilfe benötigt.«

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Melina sah mich an, und in ihren Augen war etwas, das ich nicht benennen konnte. Kein Mitleid, eher so etwas wie Wiedererkennen. »Deshalb hast du auch so gezögert, als ich gefragt habe, ob ich helfen soll.«

»Vielleicht.«

Draußen wurde es langsam dunkel, obwohl es erst später Nachmittag war. Der Regen wurde stärker, prasselte jetzt gegen das Fenster, und die Welt jenseits der Scheibe verschwamm zu einem grauen, wabernden Nichts. Hier drinnen war es still, bis auf das Ticken des Regens und das leise Summen der Heizung.

Melina stellte ihr Glas auf dem Fensterbrett ab und zog ihre Strickjacke enger um die Schultern. Sie trug einen dicken, grob gestrickten Pullover darunter, rostrot, mit einem Rollkragen, der ihr Kinn umschmeichelte. Ihre Hände waren schmal, die Finger lang, die Nägel kurz und unlackiert.

»Ich mag dieses Zimmer«, sagte sie. »Es hat was. So etwas wie eine Höhle. Vor allem bei dem Wetter.«

»Höhlen sind gut«, sagte ich. »Da kann man sich verkriechen.«

»Allein oder zu zweit?«

Die Frage hing einen Moment zwischen uns, bevor ich antwortete. »Kommt darauf an, wer die andere Person ist.«

Ein Atemzug, der zu lange dauerte

Ich weiß nicht, wer von uns zuerst den Blick senkte. Vielleicht waren wir es beide gleichzeitig, vielleicht war es nur der Wein, der den Moment schwerer machte, als er war. Aber etwas Unbekanntes hatte sich verschoben, ein kaum merkliches Beben in der Luft zwischen uns, das vorher nicht da gewesen war.

Melina nahm ihr Glas wieder auf und trank einen Schluck. Ihre Lippen blieben einen Moment länger am Rand, als nötig gewesen wäre, und ich ertappte mich dabei, wie ich hinsah. Nicht auf das Glas, sondern auf die Lippen. Auf die Art, wie sie sich leicht verformten, wie ein winziger Tropfen Wein am unteren Rand hängen blieb, bevor sie ihn mit der Zunge aufnahm.

»Was?«, fragte sie, und ihr Mund verzog sich zu einem Ausdruck, der zwischen Belustigung und etwas anderem lag.

»Nichts«, sagte ich viel zu schnell. »Ich habe nur – nichts.«

Sie lachte leise und stellte das Glas endgültig weg. Dann stand sie auf, streckte sich, und ich sah, wie sich der Pullover über ihrem Rücken spannte, wie die Konturen ihrer Schulterblätter kurz sichtbar wurden, bevor sie wieder in der Wolle verschwanden.

»Soll ich dir helfen, ein paar Kartons auszupacken?«, fragte sie. »Sonst sitzt du morgen immer noch zwischen lauter Pappe.«

Ich nickte dankbar und stand ebenfalls auf. Meine Beine fühlten sich seltsam an, als hätte ich zu lange in einer unbequemen Position gesessen, obwohl die Fensterbank gar nicht so unbequem gewesen war.

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Wir öffneten den nächstbesten Karton. Bücher. Melina las die Titel auf den Buchrücken, während sie sie ins Regal stellte, und kommentierte jeden zweiten. Dass sie nie verstanden hatte, warum alle Welt Thomas Mann so großartig fand. Dass sie heimlich Krimis verschlang, die sie sich aus der Stadtbibliothek lieh, weil sie sich schämte, sie zu kaufen. Dass sie als Teenagerin eine Phase hatte, in der sie nur französische Lyrik las, obwohl sie kein Wort Französisch verstand, nur weil sie den Klang mochte.

Ich hörte ihr zu und merkte, wie ich sie mit anderen Augen sah. Nicht mehr als die nette Kommilitonin aus der Fachschaft, sondern als jemanden mit Kanten und Geheimnissen und einem Geschmack, den ich nicht erwartet hatte.

Der nächste Karton war mit »Schlafzimmer« beschriftet. Bettwäsche, eine Nachttischlampe, ein Stapel Unterwäsche, den ich hastig in die noch leere Kommode stopfte, bevor Melina etwas dazu sagen konnte. Sie tat so, als hätte sie nichts gesehen, aber ich bemerkte das winzige Zucken in ihrem Mundwinkel.

Dann zog sie etwas aus dem Karton, das ich nicht sofort erkannte. Ein kleines, in Seidenpapier gewickeltes Päckchen, das ich ganz vergessen hatte. Sie wog es in der Hand, sah mich fragend an.

»Was ist das?«

»Ach, das ist nichts. Nur so ein – Ding.«

»Ein Ding?« Sie zog eine Augenbraue hoch. »Jetzt bin ich neugierig.«

Bevor ich protestieren konnte, hatte sie das Seidenpapier aufgeschlagen. In ihrer Hand lag eine kleine, handgefertigte Keramikschale, innen glasiert in einem tiefen, fast schwarzen Blau, außen rau und unglasiert wie nackte Erde. Ich hatte sie vor einem Jahr auf einem Töpfermarkt gekauft, an einem viel zu heißen Sommertag, und seitdem nie einen Platz dafür gefunden.

»Die ist wunderschön«, sagte Melina leise. »Warum hast du die versteckt?«

»Habe ich nicht. Ich habe sie nur – vergessen.«

Sie drehte die Schale in ihren Händen, ließ die Finger über die raue Außenseite gleiten. Ihre Bewegungen waren langsam, fast zärtlich, und ich konnte den Blick nicht von ihren Händen lösen.

»So was muss man doch zeigen«, sagte sie. »So was stellt man nicht in einen Karton.«

Sie stellte die Schale vorsichtig auf die Fensterbank, genau dorthin, wo vorhin ihr Weinglas gestanden hatte. Das blaue Innere fing das letzte graue Licht des Tages ein und schien von innen zu leuchten.

»Da steht sie gut«, sagte ich. »Da hast du recht.«

Melina drehte sich zu mir um, und plötzlich standen wir sehr nah beieinander. So nah, dass ich den Geruch ihrer Haut wahrnehmen konnte – etwas Frisches, leicht Zitroniges, vermischt mit dem Rauch der Zigarette, die sie vorhin draußen geraucht hatte, und darunter ein Hauch von Schweiß von der Schlepperei.

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»Dir ist kalt«, sagte sie.

Erst da merkte ich, dass ich fröstelte. Die Heizung war noch nicht richtig warm geworden, und der Regen hatte die Temperatur im Raum sinken lassen. Ich rieb meine Oberarme, aber bevor ich etwas sagen konnte, hatte Melina ihre Strickjacke ausgezogen und legte sie mir um die Schultern.

Der Stoff war noch warm von ihrem Körper. Es war eine unerwartete, intime Wärme, die mich kurz den Atem anhalten ließ.

»Danke«, sagte ich. Meine Stimme klang leiser, als ich beabsichtigt hatte.

Melina antwortete nicht. Sie sah mich nur an, und in diesem Blick lag etwas, das mich gleichzeitig festhielt und freigab. Als würde sie mir eine Frage stellen, ohne die Worte dafür zu benutzen.

Der Moment, in dem alles hätte kippen können

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Ich hätte den Moment vorbeigehen lassen können. Hätte einen Witz machen, mich abwenden, den nächsten Karton öffnen können. Alles wäre weitergegangen wie vorher, und wir hätten uns am Montag in der Uni wieder gesehen und wären die gleichen Freundinnen auf Distanz geblieben, die wir immer gewesen waren.

Aber ich tat es nicht.

Stattdessen griff ich nach ihrer Hand. Es war keine bewusste Entscheidung, eher ein Impuls, dem mein Körper folgte, bevor mein Kopf ihn aufhalten konnte. Ihre Finger waren immer noch kalt, und ich spürte die feinen Knochen unter der Haut, die kleinen Schwielen an den Fingerkuppen von den Saiten der Gitarre, auf der sie manchmal spielte.

Melina sah auf unsere Hände hinunter, dann wieder in mein Gesicht. Sie sagte nichts, aber sie zog ihre Hand auch nicht zurück. Stattdessen drehte sie sich langsam um, sodass unsere Handflächen aneinanderlagen, und verschränkte ihre Finger mit meinen.

»Vanessa«, sagte sie leise. Nur meinen Namen. Aber die Art, wie sie ihn aussprach, war anders als vorher. Weniger beiläufig. Als würde sie ihn zum ersten Mal wirklich aussprechen.

Ich spürte mein Herz schlagen, ein dumpfes, schnelles Pochen, das bis in meine Fingerspitzen ausstrahlte. Der Regen draußen war jetzt nur noch ein fernes Rauschen, die Heizung ein leises Summen im Hintergrund. Die Welt hatte sich auf diesen einen Punkt zusammengezogen, auf unsere Hände, auf den halben Meter Luft zwischen unseren Gesichtern.

»Ich weiß nicht, was hier gerade passiert«, sagte ich. Meine Stimme klang rauer als sonst.

»Muss man das wissen?«

Sie machte einen kleinen Schritt auf mich zu. Jetzt waren es nur noch wenige Zentimeter zwischen uns, und ich konnte die winzigen goldenen Punkte in ihren braunen Augen sehen, die ich vorher nie bemerkt hatte. Ihre Lippen waren leicht geöffnet, und ich sah, wie sich ihre Brust unter dem dicken Pullover hob und senkte, schneller als normal.

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Ich hob meine freie Hand und legte sie an ihre Wange. Die Haut war weich und kühl, und unter meinen Fingerspitzen spürte ich den Ansatz ihres Kiefers, den Knochen, der sich hart unter der Haut abzeichnete. Melina schloss für einen kurzen Moment die Augen und lehnte sich in die Berührung hinein, fast unmerklich, als würde sie gegen etwas in sich ankämpfen und es gleichzeitig zulassen.

»Ich habe so lange gewartet«, flüsterte sie.

»Worauf?«

»Dass du mich siehst. Nicht nur anschaust. Sondern siehst.«

Ihre Worte trafen mich an einer Stelle, die ich selbst kaum kannte. Ich dachte an all die Male, die wir uns in der Cafeteria gegenübergestanden hatten, an die beiläufigen Gespräche über Seminare und Klausuren, an die Abende auf Partys, an denen wir uns immer nur kurz zugeknickt hatten. Und ich fragte mich, wie viel von dem, was jetzt zwischen uns war, schon die ganze Zeit da gewesen war, unsichtbar und unausgesprochen.

Statt einer Antwort beugte ich mich vor und küsste sie.

Es war kein zögerlicher Kuss, kein vorsichtiges Antasten. Es war, als würde etwas aufbrechen, das zu lange verschlossen gewesen war. Ihre Lippen waren weich und ein wenig trocken von der Heizungsluft, und sie schmeckten nach Wein und nach etwas anderem, das ich nicht benennen konnte. Ihre Hand löste sich aus meiner und fuhr in meinen Nacken, zog mich näher, während ihre andere Hand meine Hüfte fand und sich dort festkrallte, als müsste sie sich vergewissern, dass ich wirklich da war.

Ich stolperte einen halben Schritt rückwärts, stieß gegen einen der Kartons, und wir lachten beide kurz und atemlos in den Kuss hinein, ohne ihn zu unterbrechen. Melinas Zunge glitt über meine Unterlippe, fordernd und fragend zugleich, und ich öffnete den Mund und ließ sie hinein. Der Kuss wurde tiefer, drängender, und ich spürte, wie sich etwas in meinem Unterleib zusammenzog, ein warmes, ziehendes Gefühl, das sich nach unten ausbreitete.

Ihre Strickjacke rutschte von meinen Schultern und fiel zu Boden, aber ich fror nicht mehr. Melinas Körper an meinem war warm, und durch den dicken Pullover spürte ich die Konturen ihrer Brüste, die sich gegen meine pressten. Ich legte meine Hände auf ihren Rücken, fuhr die Wirbelsäule entlang nach unten, spürte die Mulde über ihrem Steißbein, die sich unter meinen Fingern wölbte.

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Wir lösten uns voneinander, beide außer Atem. Melinas Wangen waren gerötet, und ihre Lippen glänzten feucht im Licht der Schreibtischlampe. Sie sah aus, als hätte sie gerade etwas Verbotenes getan und würde es sofort wieder tun.

»Das war lange überfällig«, sagte sie, und ihre Stimme war heiserer als sonst.

»Viel zu lange.«

Ich zog sie zu dem schmalen Bett, das in der Ecke des Zimmers stand, noch unbezogen, nur die Matratze mit einem Laken bedeckt. Wir setzten uns, und Melina zog ihren Pullover über den Kopf. Darunter trug sie ein schlichtes, schwarzes Top, das an ihren Schultern von einem feinen Träger gehalten wurde. Ihre Schlüsselbeine traten scharf hervor, und ich beugte mich vor und küsste die Stelle, wo der Hals in die Schulter überging. Ihre Haut war salzig und warm, und ich spürte ihren Puls unter meinen Lippen, schnell und gleichmäßig.

Sie stöhnte leise, ein Laut, der tief aus ihrer Kehle kam, und ließ den Kopf zurückfallen. Ihre Hände fanden mein Haar, wühlten sich hinein, hielten mich fest, während ich mit meinen Lippen ihren Hals entlangfuhr, über das Schlüsselbein, hinunter zum Ansatz des Tops.

»Zieh das aus«, flüsterte ich, und meine Stimme klang fremd in meinen eigenen Ohren, tiefer und fordernder, als ich sie kannte.

Melina gehorchte ohne Zögern. Sie streifte das Top über den Kopf, und darunter war nichts als Haut. Ihre Brüste waren klein und fest, die Brustwarzen dunkel und hart von der kühlen Luft im Raum. Ich nahm eine davon in den Mund, saugte leicht daran, und Melina keuchte auf und krallte ihre Finger in meine Schultern.

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Ich ließ mir Zeit. Ließ meine Zunge langsam um ihre Brustwarze kreisen, spürte, wie sie unter meiner Berührung noch härter wurde. Melinas Atem ging stoßweise, und ihre Hüften bewegten sich unruhig auf der Matratze. Meine linke Hand lag auf ihrem Bauch, spürte die angespannten Muskeln unter der Haut, die sich bei jeder Berührung zusammenzogen.

»Vanessa«, murmelte sie, und mein Name in ihrem Mund war wie eine Aufforderung, der ich nicht widerstehen konnte.

Ich ließ meine Hand tiefer gleiten, über den Bund ihrer Jeans, die noch nass war vom Regen an den Knöcheln. Ich öffnete den Knopf, zog den Reißverschluss herunter, und Melina hob die Hüften, damit ich ihr die Hose über die Schenkel streifen konnte. Darunter trug sie schlichte, schwarze Baumwollslips, die sich feucht anfühlten, als meine Finger darüberstrichen.

»Du bist schon so nass«, sagte ich leise, mehr zu mir selbst als zu ihr.

»Schon die ganze Zeit«, antwortete sie. »Schon als du vorhin meine Hand genommen hast. Vielleicht schon vorher.«

Ich schob den Slip zur Seite und ließ meine Finger durch ihre feuchten, weichen Falten gleiten. Melina stöhnte auf und spreizte die Beine weiter. Ihre Klitoris war geschwollen und hart unter meinen Fingerspitzen, und als ich sie mit leichtem Druck umkreiste, bäumte sie sich auf und grub ihre Fersen in die Matratze.

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»Nicht aufhören«, keuchte sie. »Bitte nicht aufhören.«

Ich beugte mich über sie und küsste sie wieder, während meine Finger ihren Rhythmus fanden. Langsame Kreise, dann schneller, dann wieder langsamer, ein Spiel aus Druck und Entspannung, das ich nach ihren Reaktionen steuerte. Wenn sie die Luft anhielt, wurde ich langsamer. Wenn sie stöhnte, wurde ich schneller. Ich lernte ihren Körper in diesen Minuten, lernte die Sprache ihrer Muskeln und Seufzer, die Grammatik ihrer Lust.

Mit der anderen Hand öffnete ich meine eigene Jeans, schob sie zusammen mit dem Slip nach unten, befreite mich aus dem feuchten Stoff. Die kühle Luft auf meiner nackten Haut war wie ein kleiner Schock, aber Melinas Hand fand sofort den Weg zwischen meine Beine, und ihre Finger waren warm und wissend.

Wir lagen jetzt nebeneinander auf der schmalen Matratze, die Beine ineinander verschlungen, die Hände am Körper der anderen. Der Regen draußen war zu einem gleichmäßigen Trommeln geworden, das gegen die Fensterscheibe schlug wie ein Herzschlag. Ich spürte Melinas Finger in mir, erst einen, dann zwei, wie sie sich langsam hineinschoben und wieder zurückzogen, während ihr Daumen meine Klitoris in kleinen Kreisen massierte.

»So«, flüsterte sie an meinem Ohr. »Genau so.«

Ich schloss die Augen und ließ mich fallen. Das ließ zu, dass die Empfindungen mich überfluteten: die Hitze, die sich von meinem Unterleib ausbreitete, das Ziehen, das immer drängender wurde. Gleichzeitig spürte ich Melinas Körper unter meinen Fingern, ihre Nässe, ihre Wärme, die Art, wie sie sich um meine Finger schloss, wenn ich tiefer in sie eindrang.

Wir bewegten uns im gleichen Rhythmus, als hätten wir nie etwas anderes getan. Mein Daumen fand ihre Klitoris, und ich spürte, wie sie zuckte, wie ihre Muskeln sich anspannten. Ihr Atem wurde flacher, schneller, und ihre Finger in mir wurden fordernder, drängender.

»Ich komme«, stieß sie hervor. »Ich – oh Gott –«

Ihr Körper spannte sich an wie ein Bogen, ihre Hüften drückten sich meiner Hand entgegen, und dann spürte ich, wie sie kam: ein pulsierendes Zucken um meine Finger herum, das sich in Wellen durch ihren Körper fortsetzte. Sie schrie nicht, sondern stieß einen langen, kehligen Laut aus, der an einem anderen Ort zwischen Stöhnen und Schluchzen lag, und ich hielt sie fest, während sie zitterte und bebte.

Der Anblick, das Gefühl, die Geräusche – es war zu viel. Meine eigene Erregung, die ich immerzu zurückgehalten hatte, entlud sich in einer plötzlichen, überwältigenden Welle. Melinas Finger in mir, ihr Daumen auf meiner Klitoris, ihr heißer Atem an meinem Hals – ich kam mit einer Heftigkeit, die mich selbst überraschte, spürte, wie sich alles in mir zusammenzog und dann explodierte, wie meine Muskeln sich um ihre Finger krampften, wie ich ihren Namen sagte, immer wieder, als wäre er das einzige Wort, das ich noch kannte.

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Danach lagen wir still. Die Matratze unter uns war feucht von Schweiß, und die Luft im Raum war schwer und warm. Draußen war es jetzt vollständig dunkel, und der Regen prasselte immer noch gegen das Fenster, aber leiser jetzt, als hätte auch er sich erschöpft.

Melina hatte ihren Kopf an meine Schulter gelegt, und ich spürte ihren Atem an meinem Hals, gleichmäßig und ruhig. Meine Hand lag auf ihrem Rücken, und ich zeichnete mit den Fingerspitzen kleine Kreise auf ihre Haut, ohne darüber nachzudenken.

»Das war«, begann sie, hielt dann inne.

»Ja«, sagte ich. »Das war es.«

Was von diesem Nachmittag bleibt

Einmal stand ich auf, auf wackligen Beinen, und holte die Decke aus dem Bettwäsche-Karton. Sie roch noch nach meiner alten Wohnung, nach Lavendel und Staub und etwas, das ich nicht benennen konnte. Ich breitete sie über uns, und Melina zog sie bis zum Kinn und kuschelte sich enger an mich.

»Ich habe Hunger«, sagte sie nach einer Weile.

Ich lachte leise. »Ich habe nur Cornflakes und Wein. Und vielleicht noch eine Packung Kekse.«

»Kekse – klingt perfekt.«

Ich fand die Kekse in einem Karton mit der Aufschrift »Schreibtisch«, zusammen mit einem Stapel alter Notizzettel und einem kaputten Kugelschreiber. Wir aßen sie im Bett, die Krümel fielen auf das Laken, und es war mir egal. Melina hatte sich mein T-Shirt übergestreift, das ich vorhin ausgezogen hatte, und sah darin so selbstverständlich aus, als würde sie es schon seit Jahren tragen.

»Weißt du, was komisch ist?«, sagte sie und biss in den dritten Keks. »Ich habe heute Morgen noch gedacht: Heute hilfst du Vanessa beim Umzug, und das war’s. Kein Gedanke daran, dass ich am Ende des Tages in ihrem Bett liegen würde.«

»Ging mir genauso«, sagte ich. »Wobei – vielleicht nicht ganz genauso.«

Sie sah mich fragend an.

»Ich habe dich schon immer gemocht«, gab ich zu. »Aber ich habe es nie zugelassen. Nicht wirklich. Es war einfacher, dich auf Distanz zu halten.«

»Warum?«

Ich überlegte. Draußen hatte der Regen fast aufgehört, nur noch einzelne Tropfen tickten gegen die Scheibe. Die Heizung war jetzt richtig warm geworden, und die Luft im Zimmer war trocken und schwer.

»Angst, glaube ich«, sagte ich schließlich. »Angst, dass es kompliziert wird. Dass es unsere Freundschaft zerstört. Dass du nicht interessiert bist.«

Melina lächelte, dieses halb schiefe Lächeln, das ich jetzt zum ersten Mal wirklich verstand. »Ich war interessiert. Schon seit dem ersten Semester. Ich habe nur nie den Mut gehabt, es zu zeigen.«

»Und heute?«

»Heute war alles anders. Der Regen, das Zimmer, die Kartons. Du warst anders. Offener. Als hättest du deine Rüstung zu Hause gelassen.«

Ich dachte an den Moment auf der Fensterbank, an meine Worte über die Rolle, die ich immer spielte. Die, die keine Hilfe benötigte. Vielleicht hatte sie recht. Vielleicht hatte ich heute, zwischen all den Kartons und dem Novemberregen, tatsächlich etwas abgelegt, das ich sonst immer trug.

»Und was jetzt?«, fragte ich.

Melina stellte die Kekspackung auf den Boden und drehte sich zu mir um. Ihr Gesicht war dicht vor meinem, und ich konnte die goldenen Punkte in ihren Augen wieder sehen, die jetzt im warmen Licht der Schreibtischlampe funkelten.

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»Jetzt«, sagte sie, »bleibe ich erst mal hier. Wenn du nichts dagegen hast. Und dann sehen wir weiter.«

Ich war damit einverstanden. Ich hatte überhaupt nichts dagegen.

Später, als wir das Licht ausgemacht hatten und die Dunkelheit des Novemberabends das Zimmer füllte, lag ich noch lange wach. Melina atmete tief und gleichmäßig neben mir, ihre Hand lag locker auf meinem Bauch, und ich spürte die Wärme ihres Körpers durch das T-Shirt und die Decke hindurch.

Draußen fuhr ein Auto vorbei, die Scheinwerfer strichen über die Zimmerdecke und verschwanden wieder. Der Regen hatte ganz aufgehört, und durch das Fenster sah ich, wie sich die Wolken teilten und ein einzelner, kalter Stern hindurchblitzte.

Ich dachte an die Kartons, die morgen immer noch darauf warteten, ausgepackt zu werden. An die Bücher, die bisher nicht im Regal standen, an die Kleider, die noch in den Umzugskisten lagen. An die kleine Keramikschale auf der Fensterbank, die das Licht eingefangen hatte und von innen leuchtete.

Und ich dachte daran, dass manche Dinge ihre Zeit benötigen. Zwei Jahre hatten wir nebeneinanderher gelebt, ohne uns wirklich zu sehen. Zwei Jahre, in denen dieser Nachmittag immer möglich gewesen war, aber nie stattgefunden hatte. Bis heute. Bis zu diesem Novembertag mit seinen Kartons und seinem Regen und seiner unerwarteten Wärme.

Melina bewegte sich im Schlaf, und ihre Hand glitt tiefer, legte sich auf meine Hüfte. Ich lächelte in die Dunkelheit hinein und schloss die Augen.

Morgen würden wir die Kartons auspacken. Zusammen.

– ENDE –

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