Hemmungsloser Gruppensex beim WG-Casting: Als Mia und Felix lernten, sich fallen zu lassen

hemmungsloser Gruppensex
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Hemmungsloser Gruppensex

Mia schob ihre Hand unter Felix‘ Jacke und spürte, wie sich seine Bauchmuskeln unter ihren Fingerspitzen kurz anspannten. Die Wohnungstür stand einen Spalt offen, und das gedämpfte Gemurmel von drinnen klang wie das Summen eines Bienenstocks, den man im Sommer von weitem hört. Felix warf ihr einen Seitenblick zu, den sie schon hundertmal gesehen hatte. Es war dieses stumme Abfragen, ob sie noch bei sich war, ob die Lust noch echt war, ob sie nicht doch lieber umkehren wollten. Sie antwortete mit einem Druck ihrer Finger, der mehr sagte als jedes Wort. Ja, ich bin da. Ja, ich will das. Ja, es macht mir Angst, und genau deshalb will ich es.

Die Einladung hatte sie über ein geschlossenes Forum erreicht, eine dieser digitalen Hinterzimmer, in denen sich Erwachsene trafen, die wussten, dass das Leben mehr bereithielt als die Zweisamkeit des Reihenhauses. WG-Casting war eine Tarnbezeichnung, eine harmlose Hülle für das, was tatsächlich stattfand. Es war eine Zusammenkunft von Menschen, die sich nach etwas sehnten, das sie nur in den seltensten Momenten ihres Lebens zu fassen bekamen. Sie sehnten sich nach völliger, hemmungsloser Hingabe und dem Gefühl, für einen Abend nicht die Person sein zu müssen, die sie tagsüber waren. Hemmungsloser Gruppensex war das Ziel, aber eigentlich war es nur der Körper, der das tat. Die Seele suchte etwas anderes.

Sie traten ein, ohne zu klopfen, weil die Anweisungen das so vorsahen. Der Flur war eng und roch nach kaltem Zigarettenrauch und altem Laminat. Von links kam Licht, und sie gingen darauf zu. Der Raum, den sie betraten, war stattlicher als erwartet, ein ehemaliges Wohnzimmer, das jetzt nur noch aus Matratzen bestand, die aneinandergeschoben waren wie Inseln in einem Meer aus gedämpftem Licht. Zwei Stehlampen warfen warmes Orange in die Ecken, und die Vorhänge waren zugezogen, obwohl es draußen noch dämmerte. Auf den Matratzen lagen und saßen Menschen, vielleicht acht oder neun, manche halb entkleidet, andere noch vollständig angezogen. Alle waren in jenem Zustand zwischen Erwartung und Beklommenheit, den Mia so gut kannte, weil sie ihn selbst in sich trug.

Eine Frau mit platinfarbenem, schimmerndem Haar kam auf sie zu. Sie mochte Mitte dreißig sein, trug nur ein schwarzes Top und eine weit geschnittene Stoffhose, und ihr Lächeln war das Erste, was Mia an diesem Abend wirklich beruhigte. „Ihr seid neu“, sagte die Frau, und es war keine Frage, keine Prüfung. „Ich bin Lena. Kommt rein, setzt euch, trinkt was. Es gibt keinen Druck. Felix schüttelte ihre Hand ein wenig zu förmlich, was Mia rührte. Er war immer derjenige, der die Fassade aufrechterhielt, selbst jetzt, mitten in einer Situation, die jede Schein überflüssig machte. Sie stellten ihre Schuhe an den Rand, wie die anderen auch, und Mia bemerkte, wie sorgfältig alle sie nebeneinandergestellt hatten – diese kleine, fast rührende Geste der Ordnung inmitten des geplanten Kontrollverlusts.

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Der Raum summte weiter, dieses leise Gemurmel aus halblauten Gesprächen, das sich nie ganz entschlüsseln ließ. Ein Mann mit grauen Schläfen und einem faltigen Hemd saß in der Ecke und schaute einfach nur zu, wie eine junge Frau mit Dreadlocks einer anderen den Rücken massierte. Ein anderer, vielleicht Mitte zwanzig, hager und mit diesem hungrigen Blick, den Mia schon auf Fotos gesehen hatte, lag auf dem Bauch und hörte jemandem zu, der leise auf ihn einsprach. Es war kein Orchester, das auf seinen Einsatz wartete, sondern ein loses Ensemble, in dem jeder noch seinen Ton suchte. Felix legte seine Hand auf Mias Hüfte, genau an die Stelle, wo der Bund ihrer Jeans saß. Sie spürte, wie sich etwas in ihr öffnete, langsam, wie eine Tür, die man nach Jahren wieder aufstieß und deren Angeln zunächst widerwillig knarzten.

Als aus der Leere ein Raum wurde

Lena kam mit zwei Gläsern zurück, in denen etwas Klares schwappte, das nach nichts schmeckte und doch brannte. „Wasser mit Beigeschmack“, sagte Lena und zwinkerte. „Alkohol ist erlaubt, aber wir achten darauf, dass niemand betrunken ist. Das hier soll sich echt anfühlen, nicht betäubt.“ Mia trank einen Schluck und spürte das Ziehen in ihrer Kehle, dann in ihrer Brust, und dann dieses leise Kribbeln, das nichts mit dem Getränk zu tun hatte. Sie schaute zu Felix, der sein Glas in einem Zug leerte und dann hustete, und sie musste lächeln. Sie waren sieben Jahre zusammen, kannten jeden Zentimeter der Haut des anderen, jede Narbe, jede Geschichte, und waren doch noch immer fähig, sich gegenseitig zu überraschen. Vielleicht war das der Grund, warum sie hier waren. Nicht, weil ihnen etwas fehlte, sondern weil sie sich bewahren wollten, dass ihnen niemals etwas fehlen würde. Die Sehnsucht nach dem Anderen, dem Fremden, dem Unvorhersehbaren war nicht das Gegenteil von Liebe, sondern ihr Beweis. Nur wer sich seiner selbst und des anderen so sicher war, konnte sich diesen Hunger eingestehen.

Die Matratzen unter ihnen gaben nach, als sie sich setzten, und sofort fühlte sich Mia schwerelos, fast schwebend, wie in diesen Träumen, in denen man die Kontrolle über die Schwerkraft verliert. Der Mann mit den grauen Schläfen, der vorhin nur zugesehen hatte, drehte sich jetzt zu ihnen und nickte. „Ich bin Robert“, sagte er, und seine Stimme war tiefer, als sein Äußeres vermuten ließ, ein ruhiger Bass, der von irgendwo unter dem Brustbein zu kommen schien. „Ihr seid das Paar aus dem Forum, oder? Die, die geschrieben haben, dass sie nicht genau wissen, was sie suchen, aber dass sie es spüren werden, wenn sie es finden? Felix nickte. „Genau das haben wir geschrieben, ja. Ich wusste nicht, dass das jemand liest.“ Robert lächelte, und sein Lächeln war so traurig wie schön, das Lächeln eines Menschen, der viel verloren und viel gewonnen hatte. „Ich lese alles“, sagte er. „Worte sind das Einzige, was wir haben, bevor die Körper übernehmen.“

Eine Bewegung am anderen Ende des Raums lenkte Mias Aufmerksamkeit ab. Die Frau mit den Dreadlocks hatte ihre Massage beendet und küsste jetzt die andere Frau, langsam, als ob sie Zeit hätten bis zum Ende der Welt. Der Kuss war kein Schauspiel, kein Vorspiel für Voyeure, sondern etwas völlig in sich Ruhendes, fast Meditatives. Mia spürte, wie es in ihrem Bauch zog, wie etwas in ihr wach wurde, das sonst schlief. Nicht Neid, eher Sehnsucht – die Sehnsucht, sich so fallen lassen zu können. Sie sah zu Felix, und er sah bereits zu ihr. Seine Augen waren dunkel vor etwas, das sie nicht benennen konnte, aber sie kannte es. Sie kannte es aus den Nächten, in denen sie wach nebeneinander lagen und von Dingen redeten, die sie nie in die Tat umgesetzt hatten.

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„Ich habe Angst“, flüsterte sie, so leise, dass nur er es hören konnte. „Aber es ist eine positive Angst. Die gleiche, die du hast, oder? Er nickte und nahm ihre Hand. Seine Finger waren kalt, was sie erstaunte, denn seine Hände waren nie so. „Die gleiche“, sagte er. „Und ich weiß auch nicht, was passiert, wenn diese Angst weg ist. Vielleicht ist dann einfach nur noch das da.“ Er zeigte mit dem Kinn auf die Matratzen, auf die Menschen, auf das warme orange Licht, und Mia verstand, was er meinte. Nacktheit. Nicht die körperliche, sondern die andere, die viel schwerer zu ertragen war. Die Nacktheit der Seele, wenn alle Wände gefallen sind.

In einer Handvoll Dunkelheit aufgelöst

Es war Lena, die die Stille brach – nicht die Ruhe des Raums, denn die war nie ruhig gewesen, sondern die Stille in Mia und Felix, dieses letzte zögernde Innehalten vor dem Schritt, den sie tun wollten und vor dem sie sich fürchteten. Lena kniete sich vor sie hin, und ihre Bewegungen waren so geschmeidig, dass Mia an Wasser dachte, an etwas völlig Widerstandsloses, das doch jeden Stein formen konnte. „Darf ich euch etwas vorschlagen?“, fragte Lena, und sie tat es so, dass es wirklich eine Frage war, keine Anordnung, keine Verführung. Sie wartete, bis beide genickt hatten. „Ihr seid ein Paar, und das ist wunderschön. Aber wenn ihr heute Abend wirklich hier sein wollt, dann müsst ihr euch für einen Moment voneinander lösen. Nicht für immer, nicht einmal für die ganze Nacht. Nur für einen Moment. Nur so lang, dass ihr spürt, dass ihr einzeln existiert. Ihr seid nicht nur die Hälfte von etwas, sondern vollständig und ganz. Könnt ihr das?

Felix zögerte. Mia sah, wie es in ihm arbeitete, wie die Worte zu Sätzen werden wollten und doch immer wieder abrissen. Sie kannte dieses Zögern, es war das gleiche, das sie fühlte – und zugleich wusste sie, dass sie genau hier stand, weil sie es überwinden wollte. „Ja“, sagte sie, bevor Felix antworten konnte, und ihre Stimme war fester, als sie erwartet hatte. „Ja, das können wir.“ Und dann sah sie Felix an, und er sah sie an, und in diesem Blick lag alles, was sie einander nie gesagt hatten, weil es keine Worte brauchte. Es war ein Abschied und eine Ankunft zugleich.

Lena nahm Mias Hand und zog sie sanft zu sich heran. „Komm mit“, sagte sie. „Du auch, Robert.“ Der Mann mit den grauen Schläfen erhob sich langsam, und Mia sah, dass er größer war, als sie gedacht hatte, und dass seine Hände breit waren und von feinen Linien durchzogen. Lena führte Mia zu einer Matratze in der Ecke, die etwas abseits lag, und Robert folgte ihnen mit diesem traurig-schönen Lächeln, das nie ganz aus seinem Gesicht wich. Mia drehte sich noch einmal um und sah Felix. Er kniete auf der Matratze und schaute ihr nach, und sein Blick war nicht eifersüchtig, nicht verletzt, sondern voller Staunen, als sähe er sie zum ersten Mal. Vielleicht war es das, dachte Mia. Vielleicht sah er sie jetzt zum ersten Mal wirklich – nicht als Teil von sich, sondern als etwas Eigenes.

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Lena kniete sich hinter Mia und legte ihre Hände auf ihre Schultern. „Du zitterst“, sagte sie leise. „Das ist prima. Zittern ist Wahrheit.“ Ihre Hände glitten über Mias Arme, streiften den Stoff ihrer Bluse, und es war beinahe beiläufig, fast zärtlich, kein Angriff, sondern eine Berührung, die um Erlaubnis bat, noch bevor sie geschah. Robert stand vor Mia und sah sie an, einfach nur. Sein Blick wanderte von ihren Augen zu ihrem Mund, zu ihrem Hals, bis zu der Stelle, wo ihr Herz unter der Haut schlug. Er hob die Hand und legte sie auf ihre Brust, genau dorthin, und Mia spürte, wie ihr Herz gegen seine Handfläche pochte, als wollte es sich ihm zu erkennen geben. „Dein Herz schlägt schnell“, sagte Robert. „Aber es schlägt stark.“

Hinter ihr öffnete Lena die Knöpfe ihrer Bluse, einen nach dem anderen, und jeder geöffnete Knopf war wie ein Satz, der endlich gesprochen wurde. Die kühle Luft berührte Mias Haut, während Roberts Hand unter die geöffnete Bluse glitt und sanft, aber bestimmt die Wölbung ihrer Brust umfasste; seine Finger fanden ihre Brustwarze, die vor Erwartung hart war. Mia schloss die Augen und ließ den Kopf gegen Lenas Schulter sinken. „Schau nicht weg“, flüsterte Lena in ihr Ohr. „Bleib bei uns.“ Du bist sicher. Du bist so sicher wie noch nie.“ Mia öffnete die Augen und sah Robert an, während seine Finger ihre Brustwarze umspielten. Gleichzeitig griffen Lenas Hände in ihren Nacken und lösten die Verspannungen, von denen Mia nicht einmal gewusst hatte, dass sie sie trug.

Dann spürte sie, wie Robarts Hand tiefer wanderte, über ihren Bauch, und wie seine Finger die Gürtelschnalle ihrer Jeans fanden und sie mit einer Langsamkeit öffneten, die Mia fast wahnsinnig machte. Lena half ihr, die Jeans über die Hüften zu schieben. Und dann lag sie da, nur noch im Slip, zwischen diesen beiden Menschen, die vor einer Stunde noch Fremde gewesen waren und jetzt das Intimste mit ihr teilten. Sie nahmen es ihr jedoch nicht weg. Roberts Hand legte sich auf den feuchten Stoff zwischen ihren Beinen, und er spürte die Hitze, die sich dort gesammelt hatte. Mia stöhnte leise, ein Laut, der aus einer Tiefe kam, die sie nicht gekannt hatte. „Du bist bereit“, sagte Robert, und es war eine Feststellung, keine Frage. Dann schob er den Stoff zur Seite und seine Finger glitten in sie hinein. Mia hörte auf, Mia zu sein, für einen wunderbaren, erlösenden Moment.

Kein Zwischenraum, nirgends.

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Irgendwo in ihr registrierte sie, dass Lena sie auf die Matratze bettete, dass Robert seine Hose öffnete, dass die Geräusche um sie herum sich veränderten. Das Summen des Raums war jetzt kein Gemurmel mehr, sondern ein Chor aus Atemzügen und unterdrückten Lauten. Irgendwo, ganz weit weg, hörte sie Felix stöhnen, und dieser Laut traf sie tiefer als alles andere. Denn sie wusste, dass er jetzt das Gleiche erlebte wie sie, dass er sich verlor und zugleich fand. Roberts Körper senkte sich auf sie, und sie spürte sein Gewicht, seine Wärme. Dann nahm sie wahr, wie er in sie eindrang, wie er sie ausfüllte mit einer Selbstverständlichkeit, die nichts Rohes hatte, nichts Gewaltsames, sondern die natürliche Fortsetzung all der Blicke und Berührungen war, die sie in den letzten Minuten erfahren hatte.

Er bewegte sich langsam, und jede Bewegung war eine Frage, auf die ihr Körper antwortete, bevor ihr Verstand die Worte formen konnte. Ihre Hüften hoben sich ihm entgegen und ihre Hände krallten sich in seinen Rücken. Sie spürte jede Faser seines Hemdes, das er noch immer trug. Es war dieses dumme, vorzügliche Hemd, das jetzt zwischen ihnen war wie ein letzter Rest von Welt, der sie daran erinnerte, wer sie außerhalb dieses Raums waren. Lena legte sich neben sie, küsste ihren Hals und ihre Brust, während ihre Hand auf Mias Bauch lag, genau dort, wo sich Roberts Stöße als leichte Bewegungen abzeichneten. „Du bist so schön“, sagte Lena, und Mia glaubte ihr, zum ersten Mal in ihrem Leben wirklich und ohne Vorbehalt.

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Robert wurde schneller, und sein Atem war rauer. Mia spürte, wie sich etwas in ihr zusammenzog, wie eine Welle, die sich aufbaute, höher und höher. Dann brach sie über ihr zusammen, und sie schrie auf, einen Laut, der aus ihrem Bauch kam und ihren ganzen Körper erschütterte. Sie spürte, wie Robert in ihr zuckte und sich in ihr ergoss, und sie hielt ihn fest, so fest, wie sie noch nie jemanden gehalten hatte, der nicht Felix war, und es war wohltuend, gut, gut.

Als sie die Augen öffnete, sah sie Felix. Er lag auf der anderen Seite des Raums und auch er war nackt. Die Frau mit den Dreadlocks lag halb auf ihm. Eine andere Frau, eine, die Mia vorher nicht bemerkt hatte, kniete neben ihm und hielt seine Hand. Seine Augen trafen ihre, und in diesem Blick lag alles, was sie einander nie sagen konnten, weil Sprache zu klein war für das, was sie jetzt empfanden. Es war keine Scham, keine Reue, nicht einmal Triumph. Es war etwas, das viel älter war, etwas, das schon in ihnen gewesen sein musste, bevor sie sich kannten, und das jetzt seinen Ausdruck gefunden hatte.

Sie streckte die Hand nach ihm aus, und obwohl sie ihn nicht erreichen konnte, wusste sie doch, dass er sie sah, dass er verstand, dass er bei ihr war, selbst jetzt, selbst hier, in diesem Raum voller Körper, Schweiß und dem Geruch von Sexualität, den keine Kerze und keine Lüftung je vertreiben konnte. Hemmungsloser Gruppensex war das leere Wort, das sie hierher gelockt hatte. Aber was sie gefunden hatten, war etwas anderes. Es war eine Freiheit, die sich nicht gegen ihre Liebe richtete, sondern sie erst zu dem machte, was sie immer hatte sein sollen – ein Geschenk, kein Besitz.

Was bleibt, wenn der Rauch sich legt

Später – Minuten, Stunden, sie wusste es nicht – saßen sie wieder am Rand der Matratzen, angezogen, die Schuhe wieder an den Füßen. Die Fassade war wieder aufgebaut, aber durchlässig jetzt, durchscheinend wie ein Vorhang im Gegenlicht. Die anderen waren noch da, manche ineinander verschlungen, andere in Gespräche vertieft, die niemand mithörte, weil alles gesagt war, was gesagt werden musste. Lena brachte ihnen Tee, richtigen Tee diesmal, ohne „Beigeschmack“, und ihr Lächeln war das gleiche wie zu Beginn, warm und ohne Forderung. „Ihr seid gut darin“, sagte sie. „Die meisten Paare, die zum ersten Mal kommen, halten sich fest wie Ertrinkende. Ihr habt losgelassen. Das ist selten.“

Mia hielt die Tasse mit beiden Händen und spürte, wie die Wärme durch das Porzellan in ihre Finger kroch. Ihr Körper fühlte sich an wie nach einer langen Reise, müde und wach zugleich, und in ihrem Bauch war dieses Gefühl, für das sie noch kein Wort gefunden hatte. Es war keine Leere, keine Trauer, keine Erschöpfung. Es war, als ob etwas in ihr umgeräumt worden wäre, als ob die Möbel in ihrem Inneren jetzt anders stünden und der Raum plötzlich größer, heller und offener wirke.

Felix legte seinen Arm um ihre Schulter, ganz selbstverständlich, und diese Beiläufigkeit war vielleicht das Wichtigste an diesem Abend. Dass sie sich verlieren konnten und doch wieder fanden, dass sie einzeln existieren konnten und trotzdem zusammen. „Ich habe dir zugesehen“, sagte er leise. „Nicht immerzu, aber einen Moment lang. Du hattest die Augen geschlossen, und dein Gesicht war so offen, so völlig ungeschützt. Ich habe dich noch nie so gesehen.“ Seine Stimme war belegt, und Mia spürte, wie ihr Hals eng wurde. „Ich habe dich auch gehört“, sagte sie. „Du hast gestöhnt, und ich wusste sofort, dass du es warst. Ich würde dein Stöhnen unter tausend anderen erkennen. Und ich habe mich gefreut. Ich habe mich wirklich gefreut, dass du das erlebst, auch wenn es nicht mit mir war. Vielleicht gerade deshalb.“

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Robert war gegangen, ohne sich zu verabschieden, und Mia fragte sich, ob sie ihn jemals wiedersehen würden und ob es eine Rolle spielte. Er war kein Ziel gewesen, kein Ersatz, sondern ein Instrument, ein Schlüssel für eine Tür, die sie selbst nicht hatten öffnen können. Sie würde sein Gesicht vergessen, aber sie würde nie vergessen, wie es sich angefühlt hatte, keine Angst zu haben.

Bevor sie gingen, trat die Frau mit den Dreadlocks auf sie zu. Sie trug jetzt einen Kimono aus dünnem Stoff, und ihre Augen waren klar und wach. „Kommt wieder“, sagte sie. „Nicht nächste Woche, nicht nächsten Monat. Aber wenn die Sehnsucht wieder da ist. Sie wird wiederkommen. Sie kommt immer wieder.“ Sie drückte Mias Hand, fest und kurz, und dann war sie weg, verschluckt vom gedämpften Licht und dem Summen der Gespräche, das nie ganz aufgehört hatte.

Der Flur roch immer noch nach kaltem Rauch und altem Laminat, als sie gingen. Außerdem stand die Wohnungstür immer noch einen Spalt offen, als ob nie jemand daran gedacht hätte, sie zu schließen. Draußen war es Nacht geworden, eine kühle, klare, und sie gingen schweigend nebeneinander her, die Hände ineinander verhakt, aber nicht krampfhaft, sondern locker, wie zwei Menschen, die sich vertrauen. Die Stadt um sie herum war laut und gleichgültig, aber sie hörten sie nicht, weil sie noch ganz erfüllt waren von dem, was hinter ihnen lag.

An der nächsten Ecke blieb Mia stehen und sah Felix an. „Ich liebe dich“, sagte sie, und es klang anders als sonst, schwerer, wie ein Wort, das man zum ersten Mal ausspricht, obwohl man es schon tausendmal gesagt hat. Felix lächelte, dieses schiefe Lächeln, das sie von Anfang an geliebt hatte. „Ich weiß“, sagte er. „Und ich liebe dich. Und jetzt lass uns nach Hause gehen. Ich will mit dir allein sein. Nur mit dir.“ Und sie ging, und sie wusste, dass sie wiederkommen würde. Keiner der beiden Zeitpunkte ist geeignet. Aber wenn die Sehnsucht wieder da war.

– ENDE –

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