Wenn Würfel tiefer blicken lassen – eine sinnliche Anziehung zwischen Frauen

Anziehung zwischen Frauen
Lesedauer 15 Minuten

Sinnliche Anziehung zwischen Frauen

Frieda ließ den Würfelbecher auf das Holz klacken, ein kurzer, harter Laut, der Talia zusammenzucken ließ. „Du bluffst“, sagte Talia, während sie ihr Glas hob und den letzten Schluck Weißwein zwischen die Zähne sog. Frieda grinste nur, ohne den Becher zu heben. Sie saßen einander gegenüber auf dem niedrigen Wohnzimmertisch, die Knie fast berührend unter der Platte, das Spiel seit einer halben Stunde vergessen zwischen leeren Schalen und halbherzig sortierten Kartenstapeln. Es war kurz nach Mitternacht. Der Duft von geschmolzenem Kerzenwachs und kalt gewordenem Fladenbrot hing träge in der Luft. Die Straße draußen war so still, als hielte die ganze Stadt den Atem an. Diese unerwartete Intimität des Schweigens zwischen ihnen trug mehr Gewicht als jedes gesprochene Wort. Sie zog die Aufmerksamkeit beider Frauen unweigerlich zueinander – jene besondere Art der Anziehung zwischen Frauen, die nichts mit Dringlichkeit zu tun hat und alles mit dem Gefühl, endlich richtig gesehen zu werden.

„Ich bluffe nie bei zehn Punkten Differenz“, entgegnete Frieda und hob den Becher an. Die Würfel lagen exakt so, wie Talia sie befürchtet hatte. „Du hast mich“, murmelte Talia, lehnte sich zurück und streckte die Beine unter dem Tisch aus. Ihre nackten Fußsohlen berührten beinahe Friedas Knöchel. Beinahe.

Die Wohnung gehörte Talia, einem durchgestylten Altbau-Ding mit Stuck und schiefen Dielen, das sie vor zwei Jahren frisch bezogen hatte. Frieda kannte die Räume inzwischen beinahe so gut wie ihre eigenen – den Wasserdruck der Dusche, die quietschende Stelle im Flur, die optimale Sitzposition für gemeinsame Serienabende. Sie waren Freundinnen. Gute. Vertraute. Zweieinhalb Jahre Freundschaft, entstanden aus einem Yogakurs und vertieft durch unzählige Abende wie diesen, an denen sie nichts voneinander wollten außer Gesellschaft. Nichts anderes zumindest war ausgesprochen worden.

Doch heute lag etwas anderes zwischen ihnen, eine Substanz im Raum, die dichter war als Parfüm und Wein. Vielleicht war es der Monatsanfang gewesen, diese schwere Hitze der letzten Augusttage, die noch um Mitternacht durch die gekippten Fenster drückte, schwerelos und unnachgiebig. Vielleicht war es, dass beide bereits bei der zweiten Runde Gesellschaftsspiele ihre Blusenknöpfe geöffnet hatten, Frieda bis zum Brustansatz, Talia bis zum Bauchnabel. Vielleicht war es die Art, wie Frieda seit einer Weile immer dann lachte, wenn Talia einen ihrer seltenen, ganz und gar nicht lustigen Sätze sagte. Es war so, als kitzle sie das Lachen absichtlich aus sich heraus, um Talia nahe zu sein.

„Noch eine Runde?“, fragte Frieda unnötig. Sie fragte es nur, um sich zu erkundigen. Talia schüttelte den Kopf, die dunklen Locken fielen ihr über die Schulter, eine Strähne blieb am Ohr hängen. „Wein ist leer. Ich könnte noch einen Tee machen. Oder wir ziehen einfach weiter um.“ Sie deutete auf das Sofa, das hinter ihr stand wie eine unbeantwortete Frage, übersät mit Kissen, von denen keines an seinem ursprünglichen Platz lag. Frieda nickte, und die Bewegung war zögerlicher, als sie sein müsste. Jemand, der sie beobachtet hätte, hätte gesehen, dass der Abend unwiderruflich in eine Phase übergegangen war, aus der es keinen Rückweg gab, nur noch die Wahl zwischen Handlung und jahrelangem Verschweigen.

Frieda stand auf und ging um den Tisch herum, ohne ihn zu berühren. Talia hatte sich bereits erhoben und räumte ihre Seite der Glasplatte mit langsamen, bewussten Händen ab. Als Frieda hinter sie trat, blieb Talia stehen. Einfach so, mitten im Griff nach einer Serviette, der Arm noch halb ausgestreckt. Sie wartete. Frieda war jetzt nah genug, um das Waschmittel an Talias Hemd zu riechen und darunter die Haut, nur leicht salzig von der späten Sommerhitze. Sie hob ganz langsam die Hand, strich die festhängende Haarsträhne von Talias Ohr und legte sie über die Schulter.

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„Verheddert sich immer“, sagte Talia leiser als nötig, drehte aber den Kopf nicht um. Stattdessen lehnte sie sich ein winziges Stück zurück, nicht mehr als ein Atemzug, und ihr Rücken traf auf Friedas Brust. Einen Herzschlag lang standen sie so. Dann griff Talia nach der Serviette und zerknüllte sie in der Faust, was eine absurde Entschlossenheit in dieser kleinen Bewegung ausdrückte, während ihre andere Hand ruhig auf der Tischplatte liegen blieb.

„Ich kann den Tee machen“, sagte Frieda von hinten, ihr Atem strich über Talias Hals.

„Ja“, antwortete Talia und meinte etwas völlig anderes.

Wenn der Wein geleert ist und die Worte schwerer werden

Frieda machte keinen Tee. Sie ging in die Küche, das stimmte, öffnete den Schrank über dem Wasserkocher, schloss ihn wieder. Stand einfach da, die Hände auf die Arbeitsplatte gestützt, und blickte durch die halboffene Tür ins Wohnzimmer zurück. Dort hatte sich Talia auf das Sofa gesetzt, die Beine angezogen, die Arme um die Knie geschlungen. Sie sah nicht herüber, sondern auf das mittlerweile völlig abgeräumte Spielbrett, das noch auf dem Tisch lag wie eine erledigte Pflicht.

Es war seltsam, dachte Frieda, wie man zwei Jahre lang nebeneinander sitzen konnte, ohne zu wissen – nein, ohne zuzulassen –, dass jede Geste bereits Antwort war. Jede Umarmung zur Begrüßung, die eine Sekunde länger dauerte als üblich. Jedes Mal, wenn Talia im Kino ihren Kopf an Friedas Schulter lehnte und nach dem Abspann nicht sofort aufstand. Talias Lachen, wenn Frieda ein Glas umstieß, während andere Leute genervt geseufzt hätten. Die Selbstverständlichkeit, mit der sie einander Salat von der Gabel stibitzten oder das letzte Stück Brot teilten, ohne zu fragen. All das trug nun plötzlich eine dritte, bisher verborgene Bedeutung.

„Ich habe mich entschieden“, rief Frieda in die Stille, „keinen Tee. Zu warm.“ Sie trat aus der Küche, verschränkte die Arme vor der Brust und lehnte sich gegen den Rahmen. Talia sah auf. Ihre dunklen Augen glänzten im schwachen Licht der fast heruntergebrannten Kerzen, und der Raum zwischen Tür und Sofa war mit einem Mal voll von Möglichkeiten.

„Gut“, sagte Talia und klopfte auf die Polsterfläche neben sich. „Dann komm her.“ Sie sprach den Satz wie eine Feststellung, nicht wie eine Bitte. Etwas in Friedas Brust zog sich zusammen und weitete sich im selben Moment.

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Sie setzte sich, ließ ein Stück Abstand zwischen ihnen, das von beiden Seiten als albern empfunden wurde. Das Kissen zwischen ihnen lag wie ein Schiedsrichter, den niemand gerufen hatte. „Ich kann das Kissen da auch auf den Boden legen“, bot Frieda an, und es klang unabsichtlich wie ein Witz. Talia lachte leise, den Kopf gegen die Rückenlehne gelegt, der Hals lang und frei. Frieda sah die kleine Vertiefung zwischen ihren Schlüsselbeinen, in der sich ein Schatten sammelte, und wollte ihn mit der Daumenkuppe glattstreichen.

„Du riechst gut“, sagte sie stattdessen. Etwas, das man zu einer Freundin sagen konnte. Etwas, das man zu einer Freundin schon hundertmal gesagt hatte. Nur die Betonung war jetzt anders, dieser winzige Unterschied im Tonfall, der aus einem Satz eine Eröffnung macht.

Talia drehte den Kopf, langsam, bis sie Frieda direkt ansah. Ihre Lippen waren leicht geöffnet, die untere ein wenig trocken vom Wein, und Frieda erkannte mit einem heftigen, durch den ganzen Körper fahrenden Schrecken der Freude, dass Talia nichts erwidern würde. Talia wartete darauf, dass Frieda weitersprach, weiterhandelte und den nächsten Schritt tat, den nur Frieda tun konnte, weil Talia bereits alles gesagt hatte, was sie bereit war zu kommunizieren – nonverbal, tagelang, monatelang, vielleicht von Anfang an.

„Ich habe das noch nie“, begann Frieda, und ihre Stimme brach nicht, aber sie wurde dünn, unsicher in der Lage. Sie hüstelte, spürte die Hitze in ihrem Gesicht und ärgerte sich über sich selbst. „Also, mit einer Frau. Nicht, dass es mir nie in den Sinn gekommen wäre. Es war nur nie …“

„… nicht mit der richtigen Frau?“, ergänzte Talia, und jetzt lächelte sie, nicht triumphierend, sondern warm, mit einer unendlichen Geduld, die Frieda die Tränen in die Augen trieb, ohne dass sie hätte sagen können, warum.

„Ja. Nein. Nicht mit dir, bis jetzt. Bis eben, als ich hinter dir stand. Da dachte ich, wenn ich jetzt nicht irgendwas tue, dann platze ich auseinander vor lauter … vor lauter dem hier. Dem, was ich nicht benennen kann.“ Frieda schluckte und lachte nervös auf. „Klingt das bescheuert?“

„Es klingt wie die Wahrheit“, sagte Talia. Sie griff nach dem störenden Kissen, hob es zwischen ihnen heraus und warf es irgendwohin, wo es mit einem dumpfen Laut auf dem Teppich landete. „Und ich finde die Wahrheit ziemlich sexy.“ Sie streckte die Hand aus, eine einfache, alltägliche Hand mit kurzen Nägeln und einer winzigen Narbe am Zeigefinger vom letzten Umzug. Diese Hand legte sich nun auf Friedas Knie, Finger gespreizt, warmer Druck über dünnem Stoff, und ließ sie dort liegen, bis Frieda aufhörte, sich zu entschuldigen, und einfach nur noch fühlte.

Die erste Berührung, die keine Freundschaft mehr kennt

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Frieda atmete aus, als hätte sie Minuten die Luft angehalten. Sie legte ihre Hand auf Talias, die noch immer auf ihrem Knie ruhte, und verschränkte die Finger mit ihr. Nicht fest. Nur halt suchend, prüfend, wie der erste Schritt auf Eis. Talia beobachtete sie dabei mit einem Ausdruck, der Frieda fast um den Verstand brachte – diese Mischung aus Zärtlichkeit und unverhohlener Lust, die keinen Zweifel ließ und keinen Rückzieher forderte.

„Ich habe die Absicht, dich zu küssen“, sagte Frieda und errötete sofort, wie eine Sechzehnjährige vor dem Spiegel, die den Satz übt. Talia kam ihr entgegen, langsam und sehr langsam, und gab ihr Zeit, auszuweichen – Zeit, die Frieda nicht benötigte. Deren Mund war bereits geöffnet, bevor sie sich berührten, als wollten die Lippen nichts verpassen.

Der Kuss war weich, fragend. Nur ein erstes Drücken von Lippen auf Lippen, ein vorsichtiges Testen der Geometrie zweier Münder, die einander endlich gefunden hatten. Talia schmeckte nach Weißwein und einem Hauch Minze von der Zahnpasta, die sie vor zwei Stunden benutzt hatte, und darunter nach etwas Eigenem, das Frieda nicht beschreiben, sondern nur wiedererkennen konnte. Sie zog den Kopf leicht zurück, sah Talia an, sah die Frage in deren Augen und beantwortete sie, indem sie ihre Hand auf Talias Wange legte und sie wieder an sich zog.

Diesmal tiefer. Diesmal mit Zunge, mit dem leisen feuchten Laut, den zwei Münder machen, wenn sie nicht mehr nur tasten, sondern nehmen wollen. Frieda spürte Talias Zunge an ihrer Unterlippe entlangfahren, zögernd zuerst, dann forschender. Sie öffnete sich bereitwillig, ließ Talias Zunge hinein und stöhnte in den Kuss hinein, als Talias Zungenspitze ihre fand und ein stilles Zwiegespräch begann.

Ihre Hände, die noch immer aufeinanderlagen, lösten sich gleichzeitig. Talias Arme fuhren um Friedas Hals, Friedas Hände glitten in Talias Haar, lösten deren lockeren Knoten im Nacken, lösten ihn, die dunklen Strähnen rieselten über ihre Finger. Der Geruch von Talias Shampoo stieg ihr in die Nase, schwer und süßlich wie Jasmin, vermischt mit dem animalischen Duft warmer Kopfhaut. Frieda vergrub ihr Gesicht sekundenlang in Talias Haar, atmete, atmete, atmete, bis ihr fast schwindlig wurde.

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„Ist das okay?“, flüsterte Talia an ihrem Ohr. Ihre Lippen streiften das Ohrläppchen, während sie sprach. Frieda nickte heftig und drängte sich näher an sie heran, bis ihre Brüste sich berührten durch den Stoff der Kleidung. Beide gaben ein kurzes, scharfes Einatmen von sich.

„Mehr als okay“, keuchte Frieda und küsste Talias Hals, diesen langen, weißen, der sie schon den ganzen Abend verrückt machte. Ihre Lippen wanderten den Pulsschlag entlang, fühlten, wie er unter der Haut pochte, schneller als normal. Sie leckte über die Stelle, an der das Blut am dichtesten unter der Oberfläche floss, und Talias Kopf fiel zurück, was ihr mehr Fläche gab – ein stummes Angebot, das Frieda mit hungrigen Küssen annahm. Sie küsste die hervorstehende Sehne, saugte sanft an der Haut, ohne einen Abdruck zu hinterlassen, nur den Geschmack von Salz und die spezifische Süße, die Talias Haut ausmachte.

„Zieh mich aus“, hörte Frieda sich sagen, und es war kein Befehl, eher ein Flehen. Talia legte ihre Hände an den Saum von Friedas Bluse, hob das leichte Leinen an und zog es über ihren Kopf, als würde sie ein unersetzliches Geschenk auspacken. Der BH darunter war schwarz und schlicht, nichts Besonderes, aber die Art, wie Talia ihn betrachtete, ließ ihn bedeutsam werden. Ihre Finger folgten den Trägern über die Schultern, den Rändern des Cups entlang, außen herum, noch nicht unter dem Stoff.

„Du bist so schön“, murmelte Talia, und es klang nicht wie ein Kompliment, sondern wie eine schlichte Feststellung, die sie selbst überraschte. Frieda griff hinter ihren eigenen Rücken, öffnete den Verschluss mit einer routinierten Bewegung, die plötzlich gar nicht mehr gewohnheitsmäßig war, sondern die bedeutsamste Handlung ihres Lebens. Der BH fiel, sie zog ihn unter den Trägern hervor und warf ihn achtlos neben das Kissen auf den Boden. Talias Blick senkte sich auf ihre Brüste, und in diesen paar Sekunden schien die Zeit die Luft anzuhalten.

„Darf ich?“ Talias Hände schwebten über Friedas Brustwarzen, die hart waren und ein wenig schmerzten vor lauter Erwartung. Frieda nickte. Sofort legten sich Talias warme Handflächen auf sie und spürten die Kühle der eigenen Brustwarze gegen die Hitze der Hand. Sie rieben in kleinen Kreisen, bis Frieda die Augen schloss und ein langgezogener, fast klagender Laut aus ihrer Kehle drang. Dass es Talia war, die sie berührte – Talia, mit der sie über Gehaltsverhandlungen diskutiert und küchenfertig geschnittenes Gemüse geteilt hatte –, gab jeder Berührung eine zusätzliche Dimension. Es fand ein Abtragen des Gewohnten statt, ein Freilegen neuer Haut unter der Haut. Anziehung zwischen Frauen, dachte Frieda benommen, bevor das Denken ganz aussetzte. So fühlte sie sich also an, wenn man aufhörte, sie zu bekämpfen.

Frieda streifte ihrerseits Talia das seidene Trägertop über die Schultern. Sie verhedderte sich kurz im Arm. Sie lachten miteinander, während sie kämpften, um endlich frei zu sein. Dann waren auch Talias Brüste nackt, voll und schwer mit üppigen, dunkleren Brustwarzen, die sich sofort unter Friedas Blick versteiften. Talias Haut war ein paar Töne heller als ihre eigene. Frieda fand sich dabei, den Unterschied einfach nur zu bestaunen, während sie mit den Fingerkuppen über das Brustbein strich, den Bauch hinab und über die feinen Härchen unterhalb des Nabels glitt.

„Du zitterst“, bemerkte Talia und griff nach Friedas Hand, hielt sie fest gegen ihren Bauch. Frieda spürte die Wärme, die durch die dünne Haut drang, und die leichte, kaum sichtbare Bewegung des Atems. Sie fühlte sich, als stünde sie an einem Abgrund, von dem sie nicht runter-, sondern in den sie hineinfallen wollte, kopfüber und blind.

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Talia zog Frieda zu sich hinüber, bis sie beide halb auf dem Sofa lagen, ineinander verschlungen wie Satzzeichen, die eine Sprache bildeten, die sie erst im Schreiben erlernten. Frieda lag auf dem Rücken, das Gesicht nach oben, die Haare über ein Kissen gebreitet. Talia lag halb über ihr, und die langen Locken fielen wie ein Vorhang und schirmten sie ab von der übrigen Welt.

„Ist dir kalt?“, fragte Talia, und Frieda verneinte mit einem Kopfschütteln, obwohl ihre Brustwarzen hart waren und die Gänsehaut auf ihren Armen brannte. „Mir ist gar nichts kalt“, sagte sie, und es klang heiser. „Mir ist alles zu warm. Du machst mich warm.“ Sie zog Talia herunter und presste ihre Brüste aneinander. Sie spürte die festen Spitzen der anderen Frau gegen ihre eigene Weichheit drücken. Dann rieb sie sich leicht an ihr, ein erstes Aneinandergleiten, das noch keinen Zweck verfolgte außer der reinen Empfindung.

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Talias Mund wanderte hinab, küsste Friedas Halsbeuge, den oberen Rand der Brust, näherte sich der Brustwarze in einer Spirale, als nähere sie sich einem heiligen Zentrum, das sie nicht voreilig entweihen wollte. Als ihre Lippen endlich die harte Spitze umschlossen, schoss ein kleiner Schrei aus Friedas Kehle, halb erstickt, halb jubelnd. Talia saugte sanft, ihre Zunge spielte mit ihr und ließ sie gegen den Gaumen schnellen. Frieda grub die Fingernägel in Talias Rücken, nicht um sie zu kratzen, sondern nur um etwas zu halten. Irgendetwas in dieser Welt, die sich um sie drehte.

„Das ist … oh Gott, Talia, das ist …“ Frieda brach ab, Worte waren plötzlich völlig nutzlos. Stattdessen griff sie nach Talias Hose, fummelte am Knopf, forderte gleichzeitig Talias Mund zurück auf ihre andere Brust, die jetzt schmerzlich vernachlässigt war, und lachte fast hysterisch über ihre eigene Gier. Talia half ihr und löste den Knopf. Sie zog den Reißverschluss herunter und kniete auf dem Sofa. Dann streifte sie die dünne Leinenhose ab, gefolgt von dem schlichten schwarzen Slip, der – Frieda sah es und stöhnte leise – im Schritt vollkommen durchnässt war.

Jetzt kniete Talia nackt vor ihr, makellose Haut im Kerzenlicht, die Schamhaare zu einem schmalen Streifen getrimmt, darunter das dunkle Rosa ihrer Schamlippen, die bereits geschwollen waren und glänzten. Sie roch nach Erregung, diesem unverkennbaren animalischen Duft, der Frieda stärker in den Kopf stieg als jeder Wein. Sie setzte sich auf und streckte die Hand aus. Dann legte sie die Hand, unendlich behutsam, auf Talias Schoß, als wolle sie ein verängstigtes Tier beruhigen. Obwohl gar keine Angst im Raum war, waren nur Vorfreude und ein ungeheurer Hunger vorhanden.

Talia stützte die Hände auf Friedas Schultern und ließ sich langsam auf ihren Schoß sinken, bis sie rittlings auf deren Oberschenkeln saß, ihr Mittelpunkt nur Zentimeter von Friedas Körper entfernt. „Berühr mich“, sagte sie, selbst jetzt keine Bitte, sondern ein tiefes, heiliges Verlangen. Frieda legte die Handflächen an Talias Innenschenkel, strich aufwärts, spürte das feine Zittern der Muskeln unter der Haut, und dann, endlich, legte sie die Finger an die feuchten Lippen.

Sie war noch nie so behutsam gewesen, nicht bei sich selbst und nicht bei den Männern, mit denen sie geschlafen hatte. Sie erkundete Talia so, wie sie ein Kunstwerk untersucht hätte – langsam und andächtig. Sie prüfte die Beschaffenheit, die samtene Glätte der äußeren Lippen, die weiche Fülle der inneren, die sich unter ihrer Berührung wie Blütenblätter unter dem ersten Licht öffneten. Talia wiegte sich auf ihr, die Augen geschlossen, der Mund halb geöffnet.

„Weiter“, flüsterte sie, und Frieda schob einen Finger zwischen die nassen Falten, spürte die unerwartete Hitze im Inneren und die Enge, die sie umschloss, noch bevor sie ganz eingedrungen war. Sie bewegte ihn langsam vor und zurück, sah, wie Talias Bauchmuskeln sich anspannten, hörte den stockenden Atem, fühlte die Hände der anderen Frau auf ihren Schultern krallen.

„Noch einen“, forderte Talia, und Frieda fügte einen zweiten Finger hinzu, dehnte sie kaum merklich, kurvte sie leicht aufwärts, suchte nach dem rauen Punkt, den sie von sich selbst kannte. Sie fand ihn nicht sofort. Aber als sie ihn entdeckte, als ihre Fingerspitzen über die geriffelte Stelle an Talias vorderer Innenwand strichen, zuckte Talia zusammen und stieß einen Laut aus, der kein Wort mehr war, sondern reiner, ungefilterter Körper. Frieda wiederholte die Bewegung, rhythmischer jetzt, mit mehr Druck, beobachtete fasziniert, wie Talias Kitzler anschwoll, sich aus seiner Kapuze schob, steif, rot und vollkommen exponiert.

„Darf ich dich lecken?“, fragte Frieda. Die Frage war kaum ausgesprochen, da lag Talia schon auf dem Rücken. Sie zog Frieda mit beiden Händen zwischen ihre Schenkel und breitete sich vor ihr aus wie eine Landschaft, die nur darauf gewartet hatte, bereist zu werden. Frieda kniete sich zwischen Talias Beine und senkte den Kopf. Sie zog den intensiven Duft ein, der ihr entgegenschlug – schwer, erdig, nach Meer und Moschus und etwas undefinierbar Talia-Eigenem, das sie für immer wiedererkennen würde.

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Ihre Zunge berührte zuerst die Innenseite von Talias Oberschenkel und leckte eine lange Spur bis zur Leiste hinauf, fast bis zum Knie, während sie den Schoß noch aussparten und die Verzögerung wie eine karamellisierte Kruste auf Crème brûlée genossen. Dann, nach einer kleinen Ewigkeit, in der Talias Hand sich in ihr Haar krallte und sie mit einem erstickten Fluch vorwärtszog, tauchte Friedas Zunge endlich in die nassen Falten ein.

Sie schmeckte Talia – ein Geschmack, den sie nicht beschreiben konnte, nur dass er der richtige war und dass sie mehr davon wollte, immer mehr. Sie leckte von unten nach oben und teilte die inneren Lippen mit der Zungenspitze. Sie fuhr in kleinen Kreisen um die Öffnung, tauchte kurz hinein, um die Enge zu fühlen, und zog sich wieder zurück, um gegen den Kitzler zu streichen. Talia schrie auf, ein kurzer, erstaunter Laut, als hätte sie selbst nicht mit der Intensität gerechnet. Ihre Hüften hoben sich und drängten sich gegen Friedas Mund, während Frieda ihre Arme um Talias Schenkel legte und sie festhielt, während ihre Zunge schneller wurde, rhythmisch und unerbittlich.

Sie spürte, wie Talias Körper sich anspannte, wie die Muskeln um ihren Mund zu pochen begannen, wie Talias Atem in halbierte Stöße zerfiel, und sie wusste, was kam, noch bevor es kam. „Komm“, flüsterte sie gegen Talias Kitzler, den Mund voll von ihr, die Vibration ihrer eigenen Stimme durch Talias Nerven jagend, „komm für mich, Talia, bitte.“ Talia kam mit einem erstickten Aufschrei, der wie Friedas eigener Name klang, während sie pulsierend um Friedas Zunge lag, heiß und überwältigend. Dies dauerte so lange, dass Frieda nicht aufhörte zu lecken. Talia drückte ihre Schultern weg und lag lachend, weinend und fluchend auf dem Sofa. Sie sah aus, als habe sie zum ersten Mal im Leben wirklich atmen gelernt.

Kein Spiel mehr, nur noch dieser neue, gemeinsame Morgen.

Es dauerte eine ganze Weile, bis eine von ihnen sprach. Der Kerzenschein flackerte über ihre nassen, verschlungenen Körper, zeichnete Lichtinseln auf Haut, die sich noch immer hob und senkte im Rhythmus langsamer werdenden Atems. Talia hatte Frieda den Arm um die Schultern gelegt, diese hatte ihren Kopf an Talias Brust gebettet, und sie hörte deren Herz schlagen – noch immer schnell, aber nicht mehr panisch, sondern kraftvoll und zuversichtlich wie ein eingehaltenes Versprechen noch während es gegeben ward.

„Ich kann meine Beine nicht spüren“, sagte Talia schließlich in die Stille hinein, und Frieda kicherte gegen ihre Haut, ein kleines, verschwörerisches Kichern, das Talia am ganzen Körper kitzelte. „Soll ich einen Krankenwagen rufen? ‚Meine Freundin hat mich zu gut geleckt, bitte kommen Sie schnell‘?“

Talia lachte, ein Lachen, das aus dem Bauch kam und sie beide durchschüttelte. „Meine Freundin“, wiederholte sie, und einen Moment lang hingen die Worte im Raum wie eine Frage, die keine Frage sein wollte. Dann fügte Talia leiser hinzu: „Das hat was. Das hat ziemlich was. Sie küsste Friedas Haaransatz. Frieda spürte die Bewegung in jeder Faser ihres Körpers, als wäre sie, die eben noch so aktiv gewesen war, jetzt vollkommen passiv und durchlässig geworden für jede noch so kleine Zärtlichkeit.

„Du hast mich nicht kommen lassen“, erinnerte Talia sie plötzlich, hob den Kopf und blickte an sich herab, über ihre eigenen Brüste hinweg auf Friedas verschleiertes Gesicht. „Also, du hast mich kommen lassen, aber ich hab dich nicht …“ Sie ließ den Satz unvollendet, und ihre Hand wanderte bereits Friedas Bauch hinab, glitt über die sanfte Rundung, tiefer, bis ihre Finger die lockigen Haare erreichten und darunter die Nässe, die sich dort gesammelt hatte, während Frieda sich nur um Talia gekümmert hatte.

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„Oh“, sagte Talia nur, und ihre Stimme war ehrfürchtig. „So nass. So lange schon? Frieda nickte, die Augen geschlossen, die Zähne in die Unterlippe gegraben. Als Talias Mittelfinger zwischen ihre Beine glitt, als er die geschwollenen Lippen teilte und ohne Umschweife in sie eindrang, stieß Frieda einen Laut aus, der irgendwo zwischen Stöhnen und Schluchzen lag.

„Ich hab vor, dich zu schmecken“, murmelte Talia, zog den nassen Finger heraus und führte ihn zu ihrem Mund, leckte ihn ab, während Frieda ihr zusah. Dann beugte sie sich hinab und küsste die Innenseiten von Friedas Schenkeln. Sie arbeitete sich vor mit der gleichen Geduld, die Frieda ihr hatte zuteilwerden lassen. Als ihre Zunge endlich Friedas Zentrum fand, fuhr deren Rücken vom Sofa hoch, als hätte jemand einen elektrischen Strom hindurchgejagt. Dieselbe Magie, die sie Minuten zuvor erlebt hatten, spiegelte sich nun in umgekehrter Richtung. Es gab Anziehung zwischen Frauen, die sich nicht verbrauchte, sondern multiplizierte, je mehr sie einander gaben. Es war ein unendlicher Kreislauf aus Lust und Zärtlichkeit, ohne Anfang und Ende.

Talia war konzentriert und fast wissenschaftlich in ihrer Hingabe. Sie erkundete Friedas intimste Stellen mit einer Mischung aus Zungenspitze, Lippen und gelegentlichem behutsamen Saugen. Das ließ Frieda gegen das Kissen pressen und jede Kontrolle über ihre eigenen Laute verlieren. Sie hörte sich stöhnen, wimmern, Talias Namen flüstern, schreien – alles in kurzer Folge, als probiere sie ein neues Vokabular aus, das sie nie gelernt hatte und sofort perfekt beherrschte.

Als sie kam, mit einem langgezogenen „Ja, ja, genau da, bitte, Talia, ja!“, zogen sich die Muskeln ihres Beckenbodens um Talias Finger zusammen, die irgendwann während des Geschehens in sie geglitten waren. Die Wellen rollten durch sie hindurch, eine nach der anderen. Schließlich sank sie erschöpft in die Polster und fühlte sich, als hätte sie ein neues Land entdeckt, von dem auf keiner Karte die Rede war.

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Sie blieben liegen, wo sie waren, unfähig, sich voneinander zu lösen. Währenddessen wurde draußen der Himmel durch die Gardinen langsam fahl und die ersten Geräusche der erwachenden Stadt drangen zu ihnen. Diese Geräusche waren gedämpft und unwirklich wie die akustische Kulisse eines Films. Irgendwann stand Talia auf, zog eine Wolldecke vom Sessel und breitete sie über sie beide. Als sie sich wieder duckte, den Kopf auf Friedas Schulter bettend, seufzte sie zufrieden.

„Und was jetzt?“, fragte Frieda, die Stimme rau vom vielen Stöhnen.

„Jetzt frühstücken wir erst mal“, sagte Talia, und ihre Stimme hatte diesen pragmatischen, fast trockenen Ton, den Frieda so an ihr liebte. „Dann wirst du mir beim Aufräumen helfen. Dann werde ich dich wahrscheinlich wieder ausziehen und mit ins Bett nehmen. Und dann …“ Sie zuckte mit den Achseln. „Dann sehen wir weiter. Aber anders als vorher. Weniger Spielabende und mehr sowas hier.“ Sie deutete mit dem Kinn auf ihre nackten, ineinander verschlungenen Körper unter der Decke. „Wenn du magst.“

„Ich mag“, sagte Frieda einfach, und es war das Wahre, was sie seit langem gesagt hatte. Sie dachte an das unaufgeräumte Spielbrett auf dem Tisch, an die vergessenen Würfel, an die völlig bedeutungslosen Punkte und Spielregeln. Kein gewonnenes Spiel der Welt hätte sich so anfühlen können wie dieser Moment, in dem sie sich endlich nichts mehr beweisen mussten.

Talia küsste ihre Schläfe, und Frieda küsste Talias Handgelenk, und der Morgen kroch herein, zögerlich und respektvoll, als ob er wüsste, dass er eine Schwelle übertreten würde, hinter der nichts mehr so sein konnte wie zuvor. Und nichts sollte so sein wie zuvor.

– ENDE –

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