Wo der Bass noch im Körper pocht, begann ihre heimliche Selbstbefriedigung – eine Nachtclub-Geschichte

heimliche Selbstbefriedigung
Lesedauer 14 Minuten

Heimliche Selbstbefriedigung

Das grelle Deckenlicht schnitt wie ein Messer durch den verrauchten Club, und Carolin blinzelte benommen. Der plötzliche Helligkeitswechsel ließ die soeben noch tanzende Menge kollektiv zusammenzucken – ein vielstimmiges Stöhnen, dann das schrille Klirren von Gläsern, die irgendein Kellner bereits vom Tresen räumte. Der Bass war verstummt, doch in Carolins Brustkorb pochte er noch nach, als hätte sich der Rhythmus in ihren Rippen festgesetzt.

Sie lehnte an einer der schwarz gestrichenen Säulen nahe der Tanzfläche und spürte, wie der Schweiß auf ihrer Haut langsam kühl wurde. Die klimatisierte Luft, die soeben noch angenehm gewesen war, fühlte sich jetzt beinahe frostig an. Um sie herum löste sich die Menge auf – Paare, die sich voneinander schälten, Freundinnen, die nach ihren Handys tasteten, Männer, die letzte Blicke über die Schulter warfen. Der Geruch von verschüttetem Wodka, süßlichem Parfum und warmen Körpern hing schwer im Raum, vermischt mit dem beißenden Aroma des Desinfektionsmittels, mit dem die Bar abgewischt wurde.

Carolin strich sich eine feuchte Haarsträhne aus der Stirn. Ihr Kleid klebte an ihrem Rücken, und sie war sich plötzlich überdeutlich bewusst, wie wenig Stoff sie trug. Ein hauchdünnes schwarzes Etwas, das mehr versprach, als es zeigte, und das sie vor Stunden mit einem selbstbewussten Lächeln im Spiegel begutachtet hatte. Jetzt, im grellen Licht der Aufräumphase, fühlte sie sich entblößt – nicht auf eine unangenehme Weise. Es war eher wie eine Schauspielerin nach dem letzten Vorhang, wenn die Illusion zerbricht und nur noch die rohe, ungeschminkte Realität übrig bleibt.

Sie war allein hier. Nicht einsam, das war ein Unterschied, den sie in den letzten Jahren zu schätzen gelernt hatte. Allein zu sein bedeutete Freiheit, bedeutete, dass niemand sie erwartete, niemand nach ihr fragte, niemand ihre Gedanken lesen wollte. Und ihre Gedanken kreisten, wie so oft in diesen Nächten, um eine ganz bestimmte Person.

Fabian stand an der Bar, halb abgewandt, und unterhielt sich mit dem Barkeeper. Carolin kannte ihn flüchtig – sie waren sich vor einigen Wochen durch gemeinsame Freunde vorgestellt worden, hatten ein paar belanglose Sätze gewechselt, und seitdem tauchte er immer wieder in ihrem peripheren Blickfeld auf. Er war nicht auffällig schön, nicht auf diese glattgebügelte Art, die Männern in ihren Dreißigern manchmal etwas Unnahbares gab. Aber er hatte Hände, die sie nicht vergessen konnte. Breite Handflächen, lange Finger, die Art von Händen, die zupacken konnten, ohne grob zu sein.

Als er ihr damals sein Glas entgegengehalten hatte – eine beiläufige Geste, ein flüchtiges Anstoßen –, hatte sie den Impuls unterdrücken müssen, ihre Finger mit seinen zu verschränken.

Jetzt beobachtete sie, wie er dem Barkeeper ein Zeichen gab, wie seine Schultern sich unter dem dunklen Hemd bewegten. Der Stoff spannte leicht über seinen Schulterblättern, und Carolin ertappte sich dabei, wie sie den Atem anhielt. Es war lächerlich. Sie war eine erwachsene Frau, siebenunddreißig Jahre alt und geschieden seit drei Jahren. Sie stand in einem leer werdenden Nachtclub und starrte einen Mann an, als wäre sie siebzehn und hätte gerade zum ersten Mal das Kribbeln im Bauch entdeckt.

Aber es war mehr als Kribbeln. Es war ein Ziehen, das tief in ihrem Unterleib begann und sich langsam, beharrlich ausbreitete. Sie kannte dieses Gefühl. Sie hatte es in den letzten Wochen immer dann gespürt, wenn sie an Fabian dachte – spätabends in ihrer Wohnung, wenn die Stille zu laut wurde und ihre Gedanken anfingen, Bilder zu malen. Bilder von seinen Händen. Von seinem Mund. Von dem, was passieren könnte, wenn sie den Mut fände, mehr als nur Höflichkeiten auszutauschen.

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Das Clubpersonal begann, die Stühle hochzustellen. Eine Reinigungskraft schob einen breiten Besen über die Tanzfläche, und das rhythmische Schaben des Borstenklangs mischte sich mit dem gedämpften Gemurmel der letzten Gäste. Carolin rührte sich nicht von der Säule. Sie wusste, dass sie gehen sollte – ihre Wohnung war nur fünfzehn Minuten zu Fuß entfernt, und morgen früh wartete ein voller Terminkalender auf sie. Aber irgendetwas hielt sie fest, ein unsichtbarer Haken, der sich in ihre Brust gebohrt hatte und sie nicht losließ.

Sie sah, wie Fabian sich vom Tresen löste. Er drehte sich um, ließ den Blick über den halbleeren Raum schweifen, und für einen winzigen Moment trafen sich ihre Augen. Carolinens Herz setzte einen Schlag aus. Er lächelte – nicht das höfliche, distanzierte Lächeln, das man Fremden schenkt, sondern etwas Langsameres, Wissenderes. Dann wandte er sich ab und ging in Richtung der Toiletten.

Carolin atmete aus. Sie hatte nicht gemerkt, dass sie die Luft angehalten hatte. Ihre Finger krallten sich in den rauen Stoff der Säulenverkleidung, und sie spürte, wie die Wärme in ihren Körper zurückkehrte, diesmal nicht von der Anstrengung des Tanzens, sondern von etwas ganz anderem. Sie schob sich von der Säule weg, und ihre Absätze klackerten dumpf auf dem klebrigen Boden, als sie ihm folgte.

Der Flur, der alles veränderte

Der Gang zu den Toiletten war schmal und schlecht beleuchtet. Eine einzelne Neonröhre flackerte über der Tür zum Damen-WC. Der Geruch von Zigarettenrauch hing hier noch dichter als im Hauptraum, als hätten sich die Schwaden in diesem engen Korridor gefangen und weigerten sich, zu verfliegen. Carolin machte langsamere Schritte, als sie um die Ecke bog. Ihr Herz hämmerte gegen ihre Rippen, und sie fragte sich, was genau sie hier eigentlich tat.

Fabian stand mit dem Rücken zur Wand, ein Bein lässig angewinkelt, und tippte auf seinem Handy herum. Als er sie kommen hörte, blickte er auf, und dieses Mal war das Lächeln breiter, offener. Kein Zufall mehr, kein flüchtiges Über-den-Raum-Hinwegsehen. Er hatte auf sie gewartet.

»Ich hatte gehofft, dass du mir folgst«, sagte er. Seine Stimme war tiefer, als Carolin sie in Erinnerung hatte, oder vielleicht lag es an der Akustik des engen Flurs, die jeden Klang intimer machte.

Sie blieb etwa zwei Meter vor ihm stehen. Aus der Nähe konnte sie die feinen Linien um seine Augen erkennen. Sie sah den leichten Schatten eines beginnenden Bartes auf seinen Wangen, die Art, wie sein Hemd am Kragen ein wenig offen stand und den Ansatz seines Schlüsselbeins freigab. Er roch nach etwas Holzigem, vermischt mit dem salzigen Duft von getrocknetem Schweiß – kein aufdringliches Parfum, sondern etwas Natürliches, das direkt in Carolins limbisches System wanderte und dort einen Schalter umlegte.

»Ich wusste nicht, ob ich den Mut haben würde«, gab sie zu. Ihre eigene Stimme klang rauer als beabsichtigt.

Fabian steckte das Handy in die Hosentasche und richtete sich auf. Er war nicht viel größer als sie, vielleicht einen halben Kopf, aber seine Präsenz füllte den schmalen Gang vollständig aus. »Und? Hast du ihn gefunden?«

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Statt einer Antwort trat Carolin einen Schritt näher. Der Abstand zwischen ihnen schrumpfte auf eine Armlänge, dann auf weniger. Sie konnte die Wärme spüren, die von seinem Körper ausging, und sie fragte sich, ob er ihr Herzklopfen hören konnte, so laut, wie es in ihren eigenen Ohren dröhnte.

»Ich habe dich den ganzen Abend beobachtet«, sagte Fabian leise. »Du bewegst dich, als ob die Musik nur für dich spielt.«

Carolin schluckte. »Vielleicht tut sie das.«

Seine Hand hob sich, langsam, als wollte er ihr jede Gelegenheit geben, zurückzuweichen. Seine Finger berührten ihren Unterarm, kaum mehr als ein Hauch, aber Carolin spürte die Berührung wie einen elektrischen Schlag. Ihre Haut kribbelte, und die feinen Härchen auf ihren Armen stellten sich auf.

»Du zitterst«, stellte er fest.

»Ich friere nicht.«

Er lächelte wieder, dieses langsame, wissende Lächeln, das ihre Knie weich werden ließ. Seine Finger wanderten höher, über ihren Ellbogen, den Oberarm entlang, bis sie an ihrem Schlüsselbein ankamen. Carolin hielt den Atem an, als seine Fingerspitzen die empfindliche Haut dort erkundeten, als zeichneten sie eine unsichtbare Linie, die nur sie beide sehen konnten.

Der Flur war still, bis auf das entfernte Klappern aus dem Hauptraum und das Summen der Neonröhre. Niemand kam hierher; die letzten Gäste waren entweder schon gegangen oder im Begriff, es zu tun. Sie waren allein, abgeschirmt von der Welt, in dieser seltsamen Zwischenzone zwischen Nacht und Morgen, zwischen dem, was war, und dem, was sein könnte.

Fabians Hand legte sich um ihren Nacken, sanft, aber bestimmt. Seine Finger vergruben sich in den feuchten Haaren an ihrem Hinterkopf, und Carolin ließ den Kopf ein wenig nach hinten fallen, gab den Widerstand auf, den sie ohnehin nur halbherzig aufrechterhalten hatte. Sein Daumen strich über ihre Wange, und sie spürte die raue Textur seiner Haut, die kleinen Schwielen, die von irgendeiner handwerklichen Tätigkeit zeugten.

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»Ich will dich küssen«, sagte er, und es war keine Frage, sondern eine Feststellung, ein Versprechen.

»Dann tu es.«

Seine Lippen trafen ihre, weich, warm und genau mit dem richtigen Maß an Druck. Carolin hatte viele erste Küsse erlebt – ungeschickte, feuchte, enttäuschende –, aber dieser hier war anders. Er schmeckte nach dem Bier, das er getrunken hatte, und nach etwas Süßlichem, das sie nicht zuordnen konnte, und seine Zunge war neugierig, ohne aufdringlich zu sein. Er küsste sie, als hätte er alle Zeit der Welt, als gäbe es nichts Wichtigeres als die Art, wie ihre Lippen sich öffneten und seine Berührung erwiderten.

Carolin spürte, wie ihr Körper reagierte, lange bevor ihr Verstand die Situation vollständig erfasst hatte. Ihre Hände, die bisher nutzlos an ihren Seiten hingen, fanden den Weg zu seiner Taille und krallten sich in den Stoff seines Hemdes. Sie zog ihn näher, bis ihre Körper sich berührten. Sie spürte die Härte seiner Brust durch den dünnen Stoff, die Wärme, die von ihm ausging, und das leichte Beben, das durch seine Muskeln lief.

Er war genauso erregt wie sie.

Die Erkenntnis traf sie mit einer Wucht, die ihr den Atem raubte. Sie war nicht allein mit diesem Verlangen, diesem hungrigen, pulsierenden Ding, das in ihr gewachsen war und jetzt gegen ihre Zurückhaltung drängte wie eine Flutwelle gegen einen brüchigen Damm.

Der Raum hinter der Tür

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Fabian löste sich von ihr, nur für einen Moment, nur so weit, dass er ihr in die Augen sehen konnte. Seine Pupillen waren geweitet, und sein Atem ging schneller als zuvor. »Nicht hier«, murmelte er.

Er griff nach ihrer Hand und zog sie den Flur weiter entlang, vorbei an den Toiletten, bis zu einer unscheinbaren Tür am Ende des Ganges. Sie war nicht abgeschlossen. Dahinter lag ein kleiner Lagerraum, vollgestellt mit Bierkästen und Putzmitteln, aber mit einem Stück freiem Boden und einer Neonröhre, die ein fahles, kaltes Licht verbreitete. Es war nicht romantisch, nicht einmal annähernd, aber Carolin war in diesem Moment alles egal außer der Tatsache, dass Fabian die Tür hinter ihnen schloss und den Riegel vorschob.

Die Stille, die sie umfing, war fast vollkommen. Nur das leise Summen der Neonröhre und ihr eigener, beschleunigter Atem waren zu hören. Carolin lehnte mit dem Rücken an der kühlen Wand, und Fabian stand vor ihr, so nah, dass sie die Wärme seines Körpers spürte, ohne dass er sie berührte.

»Wir müssen nichts tun«, sagte er. Seine Stimme war rau, aber kontrolliert. »Sag einfach, wenn du aufhören willst.«

Carolin schüttelte den Kopf. »Ich will nicht aufhören.«

Sie griff nach seinem Hemd, zog ihn zu sich heran, und diesmal war der Kuss fordernder, dringlicher. Ihre Zungen trafen sich, und sie schmeckte ihn jetzt intensiver: das Bier, das Süßliche und darunter etwas, das einfach nur er war. Seine Hände wanderten über ihren Körper, als wollten sie jede Kontur auswendig lernen – ihre Taille, ihre Hüften, die Rundung ihres Pos. Sie packte ihn fester, als sie erwartet hatte, und genau so, wie sie es sich vorgestellt hatte.

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Sie stöhnte leise in seinen Mund, und das Geräusch schien sie zu ermutigen. Seine Finger fanden den Saum ihres Kleides und schoben ihn nach oben, Zentimeter für Zentimeter, bis sie die kühle Luft auf ihren nackten Oberschenkeln spürte. Carolin trug keinen Strumpfhalter, nur hauchdünne Strümpfe, die knapp über dem Knie endeten, und sie hörte, wie Fabian scharf die Luft einzog, als seine Finger die nackte Haut darüber berührten.

»Du bist unglaublich«, flüsterte er.

Seine Hand wanderte höher, und Carolin spreizte unwillkürlich die Beine, um Platz für ihn zu schaffen und ihn einzuladen. Seine Finger ertasteten den Rand ihres Slips, den feuchten Stoff, der sich bereits an ihre Schamlippen schmiegte, und sie spürte, wie er lächelte, ohne den Kuss zu unterbrechen.

»Du bist so nass«, murmelte er gegen ihre Lippen.

Carolin antwortete nicht – sie konnte nicht. Ihre Fähigkeit, Worte zu formen, war irgendwo zwischen dem Kribbeln in ihrer Brust und dem Pochen zwischen ihren Beinen verloren gegangen. Sie drängte sich seiner Hand entgegen, ein stummes Flehen, und er verstand.

Seine Finger schoben den dünnen Stoff zur Seite und berührten sie direkt. Carolin keuchte auf. Die Berührung war so intensiv, dass sie für einen Moment die Kontrolle über ihren Körper verlor. Ihre Hüften zuckten vor, ihre Finger krallten sich in seine Schultern, und ein Laut, der irgendwo zwischen einem Stöhnen und einem Schluchzen lag, entkam ihrer Kehle.

Fabians Finger bewegten sich langsam, erkundend. Er teilte ihre Schamlippen, strich über ihre Klitoris, die geschwollen und empfindlich unter seiner Berührung pulsierte. Carolin hatte sich unzählige Male in den letzten Wochen genau das vorgestellt – seine Hände auf ihr, in ihr –, aber die Realität übertraf jede Fantasie. Seine Finger waren geschickt, wissend, und sie fanden genau den Rhythmus, den sie brauchte, ohne dass sie ihn hätte leiten müssen.

»Ja«, presste sie hervor. »Genau da.«

Er senkte den Kopf und küsste ihren Hals, während seine Finger ihre Klitoris in langsamen, gleichmäßigen Kreisen massierten. Carolin spürte, wie sich die Spannung in ihrem Unterleib aufbaute, Schicht um Schicht, wie ein Turm, der immer höher wuchs und zu schwanken begann. Sie war so nah, so kurz davor, und sie wollte sich fallen lassen, wollte sich dieser Welle hingeben, die in ihr aufstieg –

Doch Fabian zog seine Hand zurück.

Carolin stöhnte auf, diesmal vor Frustration. » Was –

»Nicht so schnell«, sagte er, und seine Stimme war dunkel vor Erregung. »Ich will dich ansehen.«

Er trat einen halben Schritt zurück, und Carolin fühlte sich plötzlich exponiert unter seinem Blick. Ihr Kleid war bis zur Taille hochgeschoben, ihr Slip zur Seite gezerrt, ihre Schenkel glänzten feucht im Neonlicht. Aber in seinen Augen lag keine Spur von Spott oder Distanz – nur blankes, unverhohlenes Begehren.

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»Fass dich selbst an«, sagte er. »Ich will sehen, wie du dich berührst.«

Carolin zögerte. Sie hatte Männer in ihrer Fantasie beobachtet, hatte sich vorgestellt, wie es wäre, vor jemandem die Kontrolle zu verlieren, aber es tatsächlich zu tun, war etwas anderes. Es fühlte sich an wie ein Sprung von einer Klippe – beängstigend und befreiend zugleich.

Ihre Hand zitterte, als sie sie zwischen ihre Beine führte. Ihre Finger waren kälter als seine, und die Berührung war vertraut und fremd zugleich. Sie kannte ihren eigenen Körper, wusste genau, welche Stellen die empfindlichsten waren, welcher Druck, welcher Rhythmus sie am schnellsten zum Höhepunkt brachte. Aber es vor Fabians Augen zu tun, unter seinem brennenden Blick, verwandelte den vertrauten Akt in etwas völlig Neues.

Sie begann, ihre Klitoris zu reiben, langsam zunächst, in kleinen Kreisen. Fabian beobachtete sie, ohne sich zu bewegen. Aber sie konnte sehen, wie sich seine Brust unter dem Hemd hob und senkte und wie seine Hände sich zu Fäusten ballten, als müsste er sich zurückhalten.

»Schneller«, sagte er heiser.

Carolin gehorchte. Ihre Finger bewegten sich schneller, drängender, und sie spürte, wie die Spannung zurückkehrte, wie sie sich in ihrem Unterleib sammelte und ausbreitete, bis sie jeden Nerv in ihrem Körper erfasst hatte. Sie schloss die Augen, aber Fabians Stimme holte sie zurück.

»Sieh mich an. Ich will deine Augen sehen, wenn du kommst.«

Sie zwang sich, die Lider zu heben, seinen Blick zu erwidern. Seine Augen waren dunkel, fast schwarz im fahlen Licht, und sie beobachtete, wie seine Hand sich zu seinem Gürtel bewegte, ihn öffnete und den Reißverschluss herunterzog. Der Anblick seiner Finger, die sich um seine eigene Härte schlossen, ließ Carolin beinahe die Kontrolle verlieren.

Ihre Finger bewegten sich jetzt in einem wilden, verzweifelten Rhythmus, und sie spürte, wie die Welle sich aufbaute, höher und höher, bis sie nicht mehr aufzuhalten war. Ihr Orgasmus traf sie mit einer Wucht, die sie auf die Zehenspitzen trieb. Sie schrie auf – ein erstickter, kehliger Laut, der von den Wänden des kleinen Lagerraums zurückgeworfen wurde. Während die Wellen durch ihren Körper pulsierten, eine nach der anderen, gaben ihre Knie nach und sie sackte gegen die Wand.

Was Worte nicht sagen können

Carolin brauchte mehrere Sekunden, um wieder zu sich zu finden. Ihr Körper zitterte noch, kleine Nachbeben, die durch ihre Muskeln liefen, und ihre Atmung war flach und stoßweise. Sie spürte die kühle Wand in ihrem Rücken und den rauen Betonboden unter ihren nackten Füßen. Sie hatte ihre Schuhe irgendwann abgestreift, ohne es zu merken. Außerdem spürte sie die Wärme, die immer noch von ihrem Zentrum ausging, eine pochende, lebendige Hitze.

Fabian stand immer noch vor ihr, aber seine Hand hatte sich von seinem Glied gelöst. Er hatte sie nicht berührt, während sie gekommen war; er hatte nur zugesehen, und allein diese Vorstellung – dass er sich genommen hatte, was er brauchte, indem er sie beobachtete – ließ Carolins Unterleib erneut pulsieren.

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»Komm her«, sagte sie, und ihre Stimme war rau von dem Schrei, den sie nicht hatte zurückhalten können.

Er trat näher, und sie griff nach seinem Gürtel, zog ihn vollends herunter, befreite ihn aus seiner Hose. Sein Glied war hart und warm in ihrer Hand, und sie spürte, wie er zusammenzuckte, als ihre Finger sich darum schlossen. Sie kannte diesen Moment – den winzigen Augenblick der Unsicherheit, bevor ein Mann sich fallen ließ –, und sie genoss ihn. Genoss die Macht, die sie in diesem Moment hatte, die Kontrolle, die sie über seine Lust ausübte.

»Du hast mich beobachtet«, sagte sie leise, während ihre Hand sich langsam auf und ab bewegte. »Jetzt will ich dich beobachten.«

Fabian stöhnte auf. Seine Hüften bewegten sich unwillkürlich, stießen in ihre Hand, und sie spürte, wie seine Zurückhaltung bröckelte. Er hatte sich so lange beherrscht, hatte die Kontrolle behalten, während sie sich vor ihm verloren hatte, aber jetzt war er an der Reihe.

Carolin beschleunigte den Rhythmus, und sie sah, wie seine Augen sich schlossen, wie seine Lippen sich öffneten, wie seine Finger sich in ihre Schultern krallten, als suchte er Halt. Sie beobachtete jede Nuance seines Gesichtsausdrucks, das Zucken seiner Mundwinkel und das Flattern seiner Lider. Sie achtete auch auf die Art, wie seine Stirn sich in Falten legte, als kämpfte er gegen etwas an, das er nicht kontrollieren konnte.

»Lass los«, flüsterte sie. »Ich will dich kommen sehen.«

Und er ließ los. Sein Körper versteifte sich, seine Hüften stießen ein letztes Mal gegen ihre Hand, und dann kam er mit einem tiefen, kehligen Stöhnen, das von den Wänden widerhallte. Carolin spürte die Wärme seines Samens auf ihren Fingern, sah, wie die Spannung aus seinem Körper wich, wie seine Schultern sich senkten und sein Atem langsamer wurde.

Sie blieben einen Moment so stehen, ineinander verkeilt, keuchend, schwitzend, die neonbeleuchtete Enge des Lagerraums um sie herum wie eine Blase, die sie vom Rest der Welt abschirmte. Carolin spürte, wie ihr Herz allmählich zur Ruhe kam, wie die pochende Hitze in ihrem Unterleib einem warmen, zufriedenen Glühen wich.

Fabian öffnete die Augen und sah sie an. Sein Blick war weich, fast verwundert, als hätte er nicht erwartet, dass das hier passieren würde. Oder als wäre es genau so passiert, wie er es sich vorgestellt hatte, und er konnte es selbst kaum glauben.

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»Das war –«, begann er, aber Carolin schüttelte den Kopf.

»Sag nichts. Nicht jetzt.«

Sie wollte keine Worte, keine Analysen, keine vorsichtigen Formulierungen, die das Erlebte in etwas Alltägliches verwandeln würden. Sie wollte diesen Moment bewahren, genau so, wie er war – roh, intensiv und vollkommen unvernünftig.

Er schien zu verstehen. Er nickte nur und griff nach einem der Putzlappen, die auf einem der Regale gestapelt waren, um sich notdürftig zu säubern. Carolin richtete ihr Kleid, strich den Stoff glatt, der an ihren Oberschenkeln klebte, und suchte mit den Füßen nach ihren Schuhen. Die Bewegungen waren unbeholfen, fast schüchtern, ein seltsamer Kontrast zu dem, was gerade zwischen ihnen passiert war.

Als sie beide wieder einigermaßen hergerichtet waren, durchbrach Fabian die Stille. »Ich will dich wiedersehen. Nicht nur so.« Er machte eine vage Handbewegung, die den Lagerraum, den Club, die ganze Situation umfasste. »Richtig. Bei Tageslicht.«

Carolin lächelte. »Bei Tageslicht? Das klingt fast altmodisch.«

»Vielleicht bin ich altmodisch.«

Sie griff in ihre kleine Handtasche, die sie während des gesamten Geschehens nicht ein einziges Mal losgelassen hatte, und zog eine Visitenkarte heraus. Nicht ihre private, sondern die geschäftliche – aber darauf stand ihre Handynummer. Sie drückte sie ihm in die Hand.

»Ruf mich an. Oder schreib. Aber warte nicht zu lange.«

Er steckte die Karte ein, ohne sie anzusehen, und seine Finger berührten ihre noch einmal, eine flüchtige, fast zärtliche Geste. Dann schob er den Riegel zurück und öffnete die Tür.

Das Echo der Nacht

Der Hauptraum des Clubs war jetzt fast leer. Die Stühle standen ordentlich auf den Tischen, die Tanzfläche war gefegt, und hinter der Bar wischte ein letzter Mitarbeiter die Regale aus. Das grelle Deckenlicht brannte unvermindert, aber es wirkte jetzt weniger schneidend, weniger feindselig – vielleicht, weil Carolins Augen sich daran gewöhnt hatten, vielleicht, weil etwas in ihr sich verändert hatte.

Sie trat aus dem schmalen Flur in die Weite des Raumes. Plötzlich fühlte sie sich seltsam schwerelos, als hätte sie ein Gewicht abgeworfen, von dem sie nicht einmal gewusst hatte, dass sie es trug. Ihre Beine waren noch immer ein wenig wacklig, und zwischen ihren Schenkeln spürte sie das anhaltende Pochen ihrer Erregung, das auch der Höhepunkt nicht vollständig gelöscht hatte. Es war wie eine Glut, die unter der Asche weiterglomm, bereit, bei der kleinsten Berührung wieder aufzuflammen.

Fabian ging neben ihr, schweigend, aber seine Nähe war tröstlich, nicht bedrängend. Als sie den Ausgang erreichten, blieb er stehen.

»Ich bringe dich nach Hause«, sagte er.

Es war keine Frage, sondern eine Feststellung, und Carolin widersprach nicht. Sie nickte nur und trat durch die Tür, die er ihr aufhielt, hinaus in die kühle Nachtluft.

Die Straße war leer, der Himmel über den Dächern der Stadt färbte sich bereits in einem tiefen Blau, das den nahenden Morgen ankündigte. Carolin atmete tief ein und ließ die frische Luft in ihre Lungen strömen. Sie roch den entfernten Duft von Backwaren aus einer Bäckerei, die bereits geöffnet hatte, und das feuchte Aroma von Straßen, die kurz zuvor gereinigt worden waren.

Sie gingen schweigend nebeneinander her, ihre Schritte synchron, als hätten sie diesen Weg schon hundertmal gemeinsam zurückgelegt. Carolin spürte die Wärme seines Körpers neben sich, und sie ertappte sich dabei, wie sie lächelte – ein leises, inneres Lächeln, das niemand sehen konnte außer ihr selbst.

Als sie vor ihrer Haustür standen, blieb sie zögernd stehen. Der Augenblick des Abschieds war immer der schwierigste, der Moment, in dem die Magie der Nacht mit der Nüchternheit des Alltags kollidierte. Aber Fabian machte es ihr leicht.

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Er beugte sich zu ihr hinunter und küsste sie auf die Stirn, eine Geste, die so zärtlich und unerwartet war, dass Carolin die Tränen in die Augen schossen. »Bis bald«, sagte er. Keine leeren Versprechungen, keine großen Worte. Nur diese zwei Silben, die alles enthielten, was sie zu hoffen wagte.

Sie sah ihm nach, wie er die Straße hinunterging, bis seine Silhouette mit den Schatten verschmolz. Dann schloss sie die Tür auf und trat in das stille Treppenhaus, in dem der Geruch von Bohnerwachs und alten Holzdielen hing.

In ihrer Wohnung angekommen, ließ sie die Tür ins Schloss fallen und lehnte sich mit dem Rücken dagegen. Ihre Wohnung war dunkel, nur das schwache Licht der Straßenlaterne fiel durch die halbgeöffneten Jalousien und malte Streifen auf den Parkettboden. Sie zog ihre Schuhe aus, ließ die Handtasche auf den kleinen Tisch im Flur fallen und ging barfuß ins Schlafzimmer.

Dort setzte sie sich auf die Bettkante und ließ den Abend Revue passieren. Die Bilder waren noch frisch, lebendig, als hätte jemand einen Film in ihrem Kopf abgespielt, den sie jederzeit zurückspulen und erneut ansehen konnte. Fabians Hände auf ihrer Haut. Seine Stimme, die ihr Anweisungen gab. Der Ausdruck in seinen Augen, als er sie beobachtete. Und dann, unweigerlich, die Erinnerung an ihre eigene Hand zwischen ihren Beinen, an die heimliche Selbstbefriedigung, die gar nicht heimlich gewesen war, sondern geteilt, bezeugt, vervielfacht durch seinen Blick.

Carolin spürte, wie die Wärme zurückkehrte, wie das Pochen zwischen ihren Schenkeln lauter wurde, fordernder. Sie war noch immer erregt, noch immer nicht gesättigt, und sie wusste, dass sie in dieser Nacht keinen Schlaf finden würde, wenn sie diesem Verlangen nicht noch einmal nachgab.

Sie legte sich auf das kühle Laken, schob ihr Kleid erneut nach oben, und diesmal war da keine Neonröhre, kein Lagerraum, kein Publikum außer den Schatten an der Wand. Aber Fabian war trotzdem da – in ihren Gedanken, in ihrer Fantasie, in der Art, wie ihre Finger sich bewegten, als wären es seine.

Und als sie kam, diesmal leise, mit einem erstickten Flüstern, das nur die Dunkelheit hörte, wusste sie, dass dies erst der Anfang war.

– ENDE –

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