Meine Selbstbefriedigungsfantasie
Das Sofa klemmte im Treppenhaus, und Lena fluchte leise, während sie mit dem Rücken gegen das feuchte Treppengeländer drückte. Nicht das polierte, glitschige Holz der Handläufe in den oberen Etagen – dieses hier war alt, der Lack stumpf und stumpfer von den Hunderten Händen, die es über Jahrzehnte berührt hatten. Es roch nach Bohnerwachs und dem säuerlichen Schweißgeruch, der von Mareks Hemd ausging. Dies war der Fall, als er sich mit dem schweren Ende des Zweisitzers an ihr vorbeischob und dabei kurz mit der Schulter ihre Brust streifte. Eine beiläufige Berührung, nichts weiter. Aber sie spürte sie wie einen kleinen elektrischen Schlag. Dieser fuhr von ihrer Brustwarze aus in den Magen und brachte dort etwas zum Klingen, das den ganzen Nachmittag über schon leise gesummt hatte. Sie hatten zu zweit den Transporter ausgeladen und Kommoden sowie Bücherkisten die drei Stockwerke hinaufgeschleppt. Bei jeder gebeugten Bewegung und jedem gemeinsamen Anheben war diese Spannung zwischen ihnen gewachsen. Es war eine Selbstbefriedigungsfantasie, kaum ausgesprochen und doch so gegenwärtig, dass die Luft im Treppenhaus dick davon war.
„Gleich haben wir’s“, sagte Marek und lächelte, dieses schiefe Lächeln, das sie schon den ganzen Tag nicht mehr losließ. Sein Hemd war am Kragen durchgeschwitzt. Die dunklen Locken klebten ihm an der Stirn. Als er sich jetzt neben ihr auf die Treppenstufe sinken ließ, stützte er die Arme auf die Knie und lag den Kopf in den Nacken. Sie konnte die feinen Fältchen um seine Augen sehen. Sie konnte auch die Art beobachten, wie seine Kehle sich bewegte, als er tief durchatmete. Sie kannte ihn seit Jahren, hatte ihn immer gemocht, aber heute – da war etwas anders. Vielleicht war es die Hitze in dem engen Treppenhaus, die stickige Nachmittagsluft, die durch das offene Fenster auf dem Halbabsatz hereinwehte und nach Lindenblüten und aufgewärmtem Asphalt roch. Vielleicht war es die körperliche Erschöpfung, die alles ein wenig unwirklicher machte, die Konturen weicher, die Hemmungen dünner. Vielleicht war es einfach dieser Moment: zwei Menschen, die sich auf einer Treppe zwischen dem zweiten und dritten Stock von den Strapazen eines Umzugs erholten. Es war mitten in einem Nachmittag, der nach nichts Besonderem verlangte und doch so viel versprach.
Lena zog die Knie an und schlang die Arme darum. Sie spürte den rauen Stoff ihrer Shorts auf den Oberschenkeln, die leichte Feuchtigkeit unter den Achseln und die warme Röte, die von ihrem Hals in die Wangen stieg. Sie trug ein ärmelloses Top, dünn und ausgebleicht. Plötzlich war sie sich sehr bewusst, wie der Stoff auf ihrer Haut lag. Sie fühlte auch, wie die Linie ihres Schlüsselbeins unter dem Träger hervorschaute und wie ihre Brüste sich mit jedem Atemzug hoben und senkten. Marek sagte nichts. Aber sein Blick glitt zu ihr herüber, blieb eine Sekunde länger als nötig an ihrem Hals hängen und wanderte tiefer. Kaum merklich, nur ein kurzes Zucken seiner Pupillen, aber sie sah es. Ihr ganzer Körper antwortete darauf mit einer Wärme, die von innen kam und sich langsam, fast träge in ihrem Unterleib ausbreitete.
„Danke, dass du hilfst“, sagte sie, und ihre Stimme klang rauer als beabsichtigt. „Ohne dich würde ich jetzt noch unten stehen und fluchen.“
„Dafür bin ich doch da.“ Er drehte sich zu ihr, legte den Arm auf das Treppengeländer hinter ihr, und sein Gesicht war jetzt näher. Sie konnte den Duft seiner Haut riechen, diese Mischung aus Seife und frischem Schweiß und etwas darunter, etwas Tieferem, das sie an feuchte Erde und Holzfeuer erinnerte. Seine Finger hingen nur Zentimeter von ihrer Schulter entfernt. Sie dachte an all die Male, die sie sich vorgestellt hatte, wie es wäre, diese Finger auf ihrer Haut zu spüren. Spät in der Nacht, allein in ihrem Bett, hatte sie die Hand unter der Decke. Draußen schlug der Regen gegen die Fensterscheibe und der Raum wurde nur vom bläulichen Schein ihres Handys erhellt. Sie hatte sich Folgendes vorgestellt. Wie er ihren Namen sagte, leise und kehlig. Wie er ihren Hals küsste, wie er die Träger ihres Tops über die Schultern schob und mit den Lippen der Linie ihres Schlüsselbeins folgte. Hatte sich vorgestellt, wie seine Hände unter den Bund ihrer Shorts glitten und sie aufstöhnte, wie sie sich ihm entgegenbog, wie seine Stimme in ihrem Ohr raunte. Es waren genaue, detaillierte Bilder gewesen, und ihr Körper hatte mit einer Intensität darauf reagiert, die sie immer wieder überraschte. Und jetzt, hier, auf dieser staubigen Treppe mit den abgetretenen Steinstufen und dem Geruch von fremdem Mittagessen, das aus einer der Wohnungen drang, jetzt fühlte sich diese Fantasie auf einmal greifbar an.
Warum diese Pause gefährlich wurde
Das Schweigen zwischen ihnen dehnte sich aus, füllte das Treppenhaus mit etwas, das fast körperlich war. Lena hörte ihren eigenen Herzschlag und spürte ihn im Hals und in den Handgelenken. Sie spürte ihn auch in jener pochenden Stelle tief unten im Bauch, wo die Spannung sich sammelte und darauf wartete, entladen zu werden – durch eine Bewegung, ein Wort oder eine Berührung. Marek spielte mit dem Saum ihres Tops, nur eine kleine, flatternde Bewegung seiner Finger. Aber es war, als ob jede Faser des Stoffes elektrisch aufgeladen wäre und die winzigen Impulse direkt an ihre Haut weitergäbe. Sie dachte an die letzte Nacht, an die Stille ihres Schlafzimmers und die Hitze ihres eigenen Körpers unter der dünnen Sommerdecke. Sie hatte an ihn gedacht, während ihre Finger ihren Bauch hinabglitten. Zuerst zaghaft, dann drängender. Sie hatte die Augen geschlossen und sich vorgestellt, es wären seine Hände, die ihre Brüste umfassten, und seine Zunge, die über ihre Brustwarzen strich. Sie hatte sich selbst in einen langsamen, fast meditativen Rhythmus gebracht, das Gesicht in die Kissen gepresst, seinen Namen auf den Lippen. Der Orgasmus hatte sie mit einer Wucht überrollt, die sie Minuten später noch atemlos in die Dunkelheit hatte starren lassen.
Jetzt saß er neben ihr, und so nah. Sie fragte sich, ob er es spüren konnte – ob er die sexuelle Energie wahrnehmen konnte, die zwischen ihnen hin und her schwang wie eine nicht greifbare Welle. Sein Blick hatte sich verändert, war dunkler geworden, konzentrierter, und sie sah, wie er mit der Zunge über seine Unterlippe fuhr, eine winzige, fast unbewusste Geste. Sie wollte etwas sagen, irgendetwas Leichtes, das die Spannung brechen würde. Aber die Worte blieben ihr im Hals stecken, weil sein Daumen jetzt tatsächlich ihre Schulter berührte. Es war nur ein Hauch, ein warmer Druck auf ihrer nackten Haut. Sie hörte, wie ihr Atem schärfer wurde und wie ihr Körper sich ihm unmerklich entgegenneigte.
„Lena“, murmelte er, und die Art, wie er ihren Namen aussprach, langsam und bedeutungsvoll, als wäre es das erste Mal, ließ ihre Knie weich werden. Sein Daumen machte jetzt eine winzige, kreisende Bewegung auf ihrer Schulter. Sie spürte, wie ihre Brustwarzen sich unter dem dünnen Stoff zusammenzogen und wie die Feuchtigkeit zwischen ihren Schenkeln zunahm. Es war eine warme, pulsierende Nässe, die den Stoff ihres Slips bereits durchtränkte. Niemand hätte diese Nähe geplant, niemand hätte diesen Moment konstruieren können – er ergab sich einfach, organisch und unvermeidlich wie das Atmen selbst. Sie legte ihre Hand auf sein Knie, und sie wusste nicht, ob es eine bewusste Entscheidung war oder ob ihr Körper einfach tat, was er tun musste. Sein Knie war warm und fest unter dem rauen Jeansstoff, und er atmete scharf ein, als ihre Finger sich leicht in den Stoff krallten.
Es wäre so einfach, aufzustehen und das Sofa die letzten Stufen hinaufzutragen. Es wäre so einfach, so zu tun, als wäre nichts geschehen, die leichte Röte auf ihren Wangen der Anstrengung zuzuschreiben, den schnelleren Puls dem Treppensteigen. Aber sie wollte nicht aufstehen, sie wollte genau hier bleiben, auf dieser schmutzigen Treppe mit dem durchgesessenen Läufer und dem toten Insekt auf dem Fensterbrett. Sie wollte diesen Moment nicht enden lassen, bevor er nicht alles aus ihr herausgeholt hatte, was er versprach. Ihre Fantasien waren immer abstrakt gewesen, sicher in der Distanz ihrer eigenen Vorstellung gefangen, aber dies hier war real und roch nach Bohnerwachs und Lindenblüten und seiner Haut.
Etwas steigt die Treppe hinauf, das nicht von außen kommt.
Mareks Hand war jetzt an ihrem Hals, seine Finger langsam und tastend, als läsen sie eine Blindenschrift aus Puls und Sehnen. Lena schloss die Augen, und die Dunkelheit hinter ihren Lidern war erfüllt von der Intensität seiner Berührung. Er folgte mit dem Daumen der Linie ihrer Halsschlagader, glitt hinab zu der Mulde zwischen den Schlüsselbeinen, und sie neigte den Hals nach hinten, bot ihm mehr Fläche, eine stumme Einladung. Seine Lippen waren plötzlich an ihrem Ohr, sein Atem warm und feucht. Sie spürte, wie eine Gänsehaut ihre Arme hinabrieselte, wie jeder Muskel in ihrem Körper sich anspannte, so kurz vor dem Beben.
„Ich habe das auch“, flüsterte er, und seine Stimme war so leise, dass sie mehr eine Vibration war, die von seinem Mund auf ihre Haut übersprang. „Nachts. In meinem Bett. Ich stell mir dich vor.“
Die Worte trafen sie wie ein Schlag, fuhren ihr in den Magen und tiefer, ließen ihren Unterleib sich verkrampfen in einer süßen, schmerzhaften Kontraktion, die fast einem kleinen, vorauseilenden Orgasmus glich. Er hatte sich also auch selbst berührt, allein in seinem Zimmer, die Decke zurückgeschlagen, die Hand um seinen Schwanz, während er an sie dachte. Sie sah es vor sich, klar und detailliert. Wie er die Augen zusammenkniff, wie seine Hüfte sich rhythmisch bewegte, wie seine Hand schneller wurde und sein Atem sich in kleinen, kehligen Lauten entlud. Die Vorstellung machte sie fast wahnsinnig vor Geilheit. Sie drückte die Beine fester zusammen, denn das Klopfen zwischen diesen wurde so intensiv. Die Reibung des rauen Shortsstoffs gegen ihre Klitoris ließ sie kurz aufkeuchen.
„Was stellst du dir vor?“, fragte sie, und ihre Stimme war jetzt nur noch ein heiseres Flüstern, brüchig und voller Verlangen. Seine Finger wanderten weiter und zeichneten die Konturen ihres Tops nach. Sie glitten über den Stoff, der ihre Brust bedeckte. Sie spürte, wie ihre Brustwarze sich hart und schmerzhaft gegen den dünnen Baumwollstoff drückte und regelrecht bettelte, berührt zu werden. Das Treppenhaus war still bis auf das entfernte Rauschen des Verkehrs draußen und das leise Ticken der alten Standuhr in Frau Müllers Wohnung zwei Stockwerke tiefer. Kein Laut von Schritten, keine Stimme, keine Tür, die sich öffnete. Sie waren allein, abgeschnitten von der Welt, in dieser engen, verwinkelten Treppenhauserinnerung, die für immer nach Sex und Geheimnis riechen würde.
„Alles“, sagte er und lächelte wieder dieses schiefe, fast schüchterne, das in so krassem Kontrast zu der Hand stand, die jetzt ihren Oberkörper umfasste, fest und zielgerichtet, der Daumen über die Brustwarze streichend, bis sie die Zähne zusammenbiss und ein kleiner, erstickter Laut aus ihrer Kehle drang. „Ich stell mir vor, wie du unter mir liegst und meinen Namen stöhnst. Wie du die Augen verdrehst und deine Fingernägel in meinen Rücken gräbst. Wie du kommst und dabei meinen Namen rufst.“
Lenas Hand, die immer noch auf seinem Knie lag, schob sich höher, folgte der Naht seiner Jeans, spürte die Härte darunter, die Hitze, die selbst durch den dicken Stoff drang. Ihr Mund war trocken, und sie leckte sich über die Lippen. Währenddessen ertasteten ihre Finger die Konturen seines Schwanzes. Sie fühlten die Länge, die Dicke und das leichte Zucken, das durch den Stoff zu spüren war. Sie hatte sich das so oft vorgestellt, aber die Realität war schärfer, intensiver, überwältigender. Der Geruch, die Wärme, der Anblick seines Gesichts, das jetzt ganz in ihrer Nähe war, die dunklen Augen halb geschlossen, die Lippen leicht geöffnet, überwältigten sie.
Was auf dem Treppenabsatz geschieht, bleibt nicht nur dort

Ihre Hand öffnete seinen Gürtel, weil sie es tun musste, weil ihr Körper keine andere Möglichkeit mehr zuließ. Das metallische Klicken der Schnalle klang überlaut in der Stille. Dann hörte er das Zischen des Reißverschlusses, das Rascheln von Stoff. Er half ihr und schob Jeans und Boxershorts über seine Hüften. Schließlich befreite er seinen Schwanz, der hart, rot und feucht an der Spitze gegen seinen Bauch ragte. Lena hielt einen Moment inne, einfach nur schauend, das Bild in sich aufsaugend. Das Licht, das durch das schmale Treppenhausfenster fiel und seine Haut golden färbte, ließ sie für einen Moment innehalten. Auch die Ader, die an der Unterseite entlanglief, und der Tropfen, der sich an der Eichel sammelte und in der Nachmittagssonne glitzerte, trugen zu diesem Moment bei.
Sie beugte sich vor und nahm ihn in den Mund, ohne zu zögern, ohne nachzudenken, einfach nur dem Instinkt folgend, der sie antrieb wie eine Naturgewalt. Sein Geschmack – leicht salzig, erdig, eine Spur von Moschus – füllte ihren Mund und sie hörte ihn aufstöhnen. Es war ein tiefes, kehliges Geräusch, das vom engen Treppenhaus zurückgeworfen wurde und ihr wie ein Echo ihrer eigenen Lust entgegenkam. Ihre Zunge spielte mit der Eichel, umkreiste die empfindliche Spitze, während ihre Hand den Schaft umfasste und in einem langsamen, gleichmäßigen Rhythmus auf und ab glitt. Mareks Finger gruben sich in ihre Schultern, hielten sie fest, ohne sie zu bedrängen. Sein Atem wurde zu einem schnellen, abgehackten Hecheln, das sie antrieb, zügiger zu werden, tiefer zu nehmen, ihn ganz in ihren Mund und in ihre Kehle gleiten zu lassen.
Doch er zog sie sanft zurück, seine Hände an ihren Wangen, seine Augen plötzlich sehr ernst. „Nicht ohne dich“, murmelte er, und seine Stimme war belegt, rau, kaum mehr als ein Krächzen. „Ich will dich auch schmecken.“
Er schob sie zurück gegen die Wand, die kühlen, unebenen Steine in ihrem Rücken, und seine Hände glitten unter den Bund ihrer Shorts, zogen sie mitsamt dem Slip über ihre Hüften. Sie trat sie ungeduldig von den Füßen. Sie spürte die kühle Luft auf ihrer nassen, geschwollenen Haut. Dann kniete er vor ihr nieder, direkt auf dem abgewetzten Treppenläufer, seine Schultern zwischen ihren geöffneten Schenkeln. Sein erster Kuss auf ihren Venushügel ließ sie zusammenzucken, so intensiv war die Empfindung. Wochen und Monate der Fantasie, der einsamen Berührungen in dunklen Nächten – all die aufgestaute Energie kanalisierte sich in diesen einen Punkt.
Seine Zunge fand ihre Klitoris und begann einen langsamen, kreisenden Tanz, der sie fast verrückt machte. Sie krallte die Hände in seine Haare und zog ihn fester an sich heran. Er verstand und wurde drängender. Er variierte zwischen flachen, leckenden Bewegungen und tiefem, saugendem Druck, der Wellen von Elektrizität durch ihren ganzen Körper schickte. Lena presste die Hand auf ihren Mund, um nicht laut aufzuschreien. Er ließ zwei Finger in sie gleiten, tief und dann noch tiefer, und führte sie mit einer präzisen, fast chirurgischen Sicherheit zu jenem Punkt, von dem aus es kein Zurück mehr gab. Sie kam mit einem erstickten Schrei, der sich in ihrer Kehle brach und als zitterndes Wimmern entwich. Ihr Rücken bog sich von der Wand weg, ihre Oberschenkel pressten sich um seinen Kopf, und die Welt um sie herum löste sich auf in ein einziges, gleißendes Licht.
Der Duft von Bohnerwachs und das, was bleibt
Er hielt sie, bis das Zittern nachließ, seine Hände warm und beruhigend auf ihren Hüften, sein Gesicht an ihren Bauch gelehnt. Ihr Atem beruhigte sich allmählich, das Hämmern ihres Herzens wurde zu einem rhythmischen Pochen, das gleichmäßig und fast hypnotisch in ihren Schläfen widerhallte. Die Luft im Treppenhaus war schwer und süß, gesättigt mit ihrem Geruch. Sie roch nach Sex und Erschöpfung und etwas anderem, etwas, das nach Zärtlichkeit roch und nach dem Versprechen, dass dies kein Ende war, sondern ein Anfang.
Sie zog ihn hoch und küsste ihn. Es war ihr erster richtiger Kuss auf den Mund. Er schmeckte nach ihr und nach sich selbst und nach etwas, das nur er war. Es war eine Mischung, die sie süchtig machen konnte. Seine Hände schlangen sich um ihre Taille, zogen sie eng an sich, und sie spürte seinen immer noch harten Schwanz gegen ihren Bauch drücken, warm und fordernd. Sie ließ eine Hand abwärts gleiten, umfasste ihn und führte ihn zwischen ihre Schenkel, rieb die feuchte Spitze über ihre Klitoris, langsam, fast grausam, während sie über seinen kehligen Fluch gegen ihren Hals lächelte.
Sie liebten sich dort, auf dem abgetretenen Treppenläufer, ungeschützt, dringlich und ganz ohne die Zurückhaltung, die erste Male sonst begleitet. Sie kannten sich aus ihren Fantasien, und die Realität war nur die Vollendung dessen, was ihre Körper schon lange wussten. Er drang tief in sie ein, und sie schlang die Beine um seine Hüften und ließ ihn das Tempo bestimmen, erst langsam und tief, dann schneller und härter, bis die Steinwand in ihrem Rücken bei jedem Stoß vibrierte und ihre Kehle sich um ein Stöhnen krampfte, das sie nicht länger unterdrücken konnte, das sie auch nicht mehr zurückhalten wollte.
„Komm für mich“, flüsterte er an ihrem Ohr, seine Stimme ein heiseres Beben. Genau diese Worte, dieses Echo ihrer einsamen Nächte, ihrer heimlichen Selbstbefriedigungsfantasie, die jetzt Fleisch und Blut und Schweiß und Samen geworden war, kippte sie über die Kante. Sie kam mit einem Aufschrei, der die Stille des Treppenhauses zerriss. Sie spürte, wie sein Körper sich kurz darauf versteifte, wie er tief in ihr pulsierte, während sein Gesicht in ihrer Halsbeuge vergraben war und ein ersticktes Stöhnen auf ihren Lippen lag.
Danach lagen sie einfach da, auf dem schmutzigen Läufer, zwischen toten Insekten und dem Geruch von Bohnerwachs, ihre Kleider verrutscht und verschwitzt, ihre Körper verschlungen. Das Licht, das durchs Fenster fiel, hatte sich verändert, war jetzt golden und tief, und irgendwo in der Ferne klingelte ein Fahrrad. Das Sofa stand immer noch schief in der Kurve des Treppenhauses, seine Polster staubig, seine Beine noch mit Umzugsdecken umwickelt. Es war ein Möbelstück, nicht mehr und nicht weniger. Es war ein stummer Zeuge von etwas, das Kameras nicht einfangen konnten. Doch es war so real wie die feuchte Stelle auf Lenas Oberschenkel und der Abdruck von Mareks Zähnen auf ihrer Schulter.
„Ich glaube, wir sollten das Sofa doch noch hochtragen“, sagte sie irgendwann, und ihre Stimme war träge und zufrieden. Er lachte, ein tiefes, entspanntes Lachen, das in seiner Brust vibrierte und durch ihren ganzen Körper hallte. Später würden sie tatsächlich die letzten Stufen nehmen, die Wohnung einrichten, Pizza bestellen und vorgeben, als wäre nichts geschehen. Aber sie wussten beide, dass etwas geschehen war, das mehr war als nur ein Moment der Lust auf einer schmutzigen Treppe. Es war eine Überschreitung, ein Schritt von der Fantasie in die Wirklichkeit, und diese hatte einen Geruch – nach altem Wachs, nach Sommer, nach ihnen.
Und während sie sich anzogen und das Sofa unter gemeinsamen, nun viel vertrauteren Berührungen die letzten Stufen hinaufhievten, dachte Lena an den Abend, der vor ihnen lag. Sie dachte an die Nacht und an all die Morgen danach. Sie hatten eine Schwelle überschritten, und auf der anderen Seite wartete etwas, das schon vor langer Zeit begonnen hatte. Es hatte begonnen in einsamen Nächten, unter dünnen Decken, mit geschlossenen Augen und dem Namen des jeweils anderen auf den Lippen.
– ENDE –
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