Unter flirrendem Neonlicht erwacht die einsame Lust – Eine erotische Geschichte aus der Umkleidekabine

Masturbation einsame Lust
Lesedauer 14 Minuten

Einsame Lust

Das scharfe Zischen der Dusche riss Emma aus ihren Gedanken. Sie stand reglos unter dem heißen Strahl, spürte, wie das Wasser über ihre Schultern rann, zwischen ihren Brüsten hindurch, den Bauch hinab. Das Hallenbad lag um diese Zeit längst verlassen, nur das monotone Brummen der Pumpen und das gelegentliche Tropfen irgendeines undichten Hahns durchbrachen die Stille. Der Geruch nach Chlor hing schwer in der Luft, vermischt mit dem süßlichen Duft des Duschgels, das sie eben großzügig auf ihren Schultern verteilt hatte.

Sie hatte die Bahnen heute länger gezogen als sonst. Zwei Stunden durchs Wasser gepflügt, bis ihre Muskeln brannten und ihr Kopf endlich leer war. Leer von den Präsentationen, den Mails, dem ganzen Büroirrsinn. Leer von der seltsamen Unruhe, die sie seit Wochen mit sich herumtrug und nicht benennen konnte. Oder vielleicht wollte sie sie nicht benennen.

Emma seifte sich bedächtig ein, ließ die Hände kreisen. Über ihre Arme, die vom Training noch warm waren. Über den flachen Bauch, der sich unter ihrer Berührung kurz anspannte. Ihre Finger glitten fast beiläufig über die Innenseite ihrer Oberschenkel, und ein leises Ziehen breitete sich von dort aus aus, wanderte tiefer und wurde schwerer. Sie hielt inne. Das Wasser prasselte auf die Fliesen, der Dampf hüllte sie ein wie ein warmer Kokon, und plötzlich war da dieses vertraute Verlangen – diese einsame Lust, die sich immer dann meldete, wenn sie zur Ruhe kam, wenn niemand zusah, wenn sie ganz bei sich war.

Sie öffnete die Augen und blickte an sich herab. Das Wasser perlte von ihrer Haut, glitzerte im fahlen Neonlicht, das die Kabine in ein kaltes Blau tauchte. Ihr Körper fühlte sich lebendig an, geladen. Jede Faser gespannt. Sie dachte an die leeren Umkleideräume hinter der Dusche, an die Bankreihen, die Spiegel, die Metallspinde. Niemand würde jetzt noch hier sein. Der Bademeister hatte bereits vor einer halben Stunde seinen Rundgang gemacht und die letzten Schwimmer hinausgescheucht. Sie war allein. Völlig allein.

Emma drehte das Wasser ab. Die plötzliche Stille war fast greifbar. Sie griff nach ihrem Handtuch, einem massiven, flauschigen Ding in verblichenem Aubergine, und wickelte es sich um den Körper. Das Frottee kratzte angenehm auf ihrer feuchten Haut. Barfuß trat sie aus der Duschkabine hinaus in den gekachelten Gang, der zu den Umkleiden führte. Das Licht hier draußen war noch fahler, noch kälter. Ihre nackten Füße hinterließen nasse Abdrücke auf dem Boden. Es roch nach Putzmittel und altem Wasser, aber darunter lag noch etwas anderes – der warme, unterschwellige Duft ihres eigenen Körpers, der sich mit dem Chlor vermischte.

Sie bog um die Ecke, stieß die Tür zum Damenumkleideraum auf – und erstarrte.

Da saß jemand. Auf der Holzbank, in der Mitte des Raums, völlig reglos. Ein Mann, vielleicht Anfang dreißig, dunkles Haar, das ihm in nassen Strähnen in die Stirn hing. Er trug nur eine Badehose, sein Oberkörper war nackt, die Schultern breit, die Arme auf die Oberschenkel gestützt. Er hob langsam den Kopf, als sie eintrat, und ihre Blicke trafen sich.

Emma spürte, wie ihr das Blut in die Wangen schoss. »Entschuldigung«, sagte sie, »ich dachte … Ist das nicht das Damen …?«

»Ist es«, sagte er. Seine Stimme war ruhig, tief, ein wenig heiser. »Ich bin Lukas. Ich sollte hier eigentlich nicht sein.« Er machte eine Pause, musterte sie offen, ohne jede Hast. » Die Herrenumkleide ist überschwemmt. Ein Rohrbruch. Der Bademeister meinte, ich soll kurz hier rein. Ich dachte, es wäre eh niemand mehr da.«

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Sein Blick wanderte über ihr Handtuch, ihre nackten Schultern, die noch feuchten Beine, und blieb schließlich an ihrem Gesicht hängen. »Tut mir leid. Ich geh dann mal.« Er stand auf, zögerte aber.

Emma hätte jetzt nicken können. Hätte sagen können: „Ist in Ordnung, warte kurz draußen, ich zieh mich schnell um.“ Aber sie sagte nichts. Sie stand nur da, das Handtuch plötzlich viel zu dünn, und spürte, wie die Spannung in ihrem Inneren sich verdichtete, schwer wurde, sich ausdehnte wie etwas Lebendiges. Das Verlangen, das sie zuvor unter der Dusche gestreift hatte, war mit einem Mal wieder da – nur dass es sich jetzt an etwas anderes heftete. An seine Augen. An seinen Händen, die locker an seinen Seiten herabhingen. An die Art, wie er sie ansah.

»Müssen Sie nicht«, hörte sie sich sagen.

Lukas zog eine Augenbraue hoch. »Nicht?«

Sie schüttelte langsam den Kopf.

Die Stille zwischen zwei Atemzügen

Der Raum schrumpfte um sie beide. Die Spinde, die abgewetzten Holzbänke, die Spiegel mit ihren blinden Flecken – all das trat zurück, wurde zur Kulisse. Emma spürte die Kühle der Fliesen an ihren Fußsohlen, das Pochen ihres Pulses in den Schläfen. Lukas stand drei, vier Meter entfernt und rührte sich nicht. Er wartete. Und allein dieses Warten, dieses stumme, geduldige Abwarten, ließ eine Welle von Hitze durch ihren Körper strömen.

»Emma«, sagte sie. Mehr nicht. Einfach nur ihren Namen.

Er nickte bedächtig, als koste er die Silbe aus. »Emma.«

Etwas in seinem Tonfall ließ ihre Knie weich werden. Sie lehnte sich mit der Hüfte gegen den nächsten Spind, das kalte Metall eine willkommene Verankerung. Ihr Handtuch war locker um ihre Brust geschlungen, der Knoten saß kaum noch. Sie hob die Hand, als wollte sie es zurechtrücken, aber ihre Finger verharrten in der Luft. Lukas’ Blick folgte der Bewegung, blieb an ihren Knöcheln hängen, wanderte an ihren Waden hinauf, über die Knie, die Oberschenkel, bis dorthin, wo das Handtuch endete. Sie sah, wie sich seine Kehle bewegte, als er schluckte.

»Warum sind Sie wirklich noch hier?«, fragte er leise. Es klang nicht fordernd, nicht aufdringlich. Nur neugierig. Offen.

Emma suchte nach einer Antwort, die nicht zu viel verriet. Aber vielleicht war es längst zu spät für Ausflüchte. Vielleicht wollte sie auch gar keine mehr. »Ich war länger schwimmen«, sagte sie. »Und dann … unter der Dusche …« Sie zögerte. »Da habe ich gemerkt, dass ich gar nicht so müde bin, wie ich dachte.«

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Lukas lächelte. Es war ein schmales, wissendes Lächeln, das seine Augen kaum erreichte. »Was haben Sie gemerkt?«

Die Frage hing zwischen ihnen, und Emma wusste, dass sie jetzt entscheiden musste. Weiterspielen oder die Karten auf den Tisch legen. Ihr Puls hämmerte gegen ihre Rippen, eine wilde, ungestüme Trommel. Unter dem Handtuch spannte sich ihr Bauch an, ihre Brustwarzen waren hart und schmerzhaft empfindlich gegen das raue Frottee. Sie fühlte sich entblößt, obwohl sie bedeckt war – und gleichzeitig erregte sie genau das. Dieses Gefühl, gesehen zu werden. Beobachtet. Begehrt.

»Dass ich … Sie brach ab, schüttelte den Kopf. Statt zu antworten, griff sie nach dem Knoten des Handtuchs und zog. Der Stoff löste sich, glitt an ihrem Körper herab, blieb einen Moment an ihren Hüften hängen, bevor er zu Boden fiel. Sie stand nackt vor ihm, das Neonlicht zeichnete ihre Konturen nach, ihr Körper war noch feucht vom Duschwasser, einzelne Tropfen glitzerten auf ihrer Haut wie winzige Diamanten.

Lukas holte tief Luft. Seine Hände ballten sich kurz zu Fäusten, dann entspannten sie sich wieder, als müsse er sich bewusst zur Ruhe zwingen. »Du bist wunderschön«, murmelte er.

Es war das erste Du. Emma registrierte den Wechsel, und ein kleiner Schauer rieselte ihr das Rückgrat hinab. Sie hob das Kinn, sah ihn direkt an. »Und was ist mit dir?«, fragte sie. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, aber sie zitterte nicht. »Warum bist du noch hier?«

Lukas strich sich mit der Hand durchs nasse Haar. Er wirkte plötzlich verlegen, fast jugendlich, obwohl sein Körper alles andere als jungenhaft war. »Ich wollte noch ein paar Bahnen ziehen«, sagte er. »Nach einem langen Tag. Und dann …« Er stockte. »Dann habe ich Geräusche gehört. Aus der Damendusche.«

Emma erstarrte. »Was für Geräusche?«

Sein Blick wich von ihrem Blick ab, während er etwas auf dem Boden suchte, aber nichts fand. »Ein Atemzug. Oder ein Seufzen. Ganz leise. Aber es hat mich … elektrisiert.«

Die Worte trafen sie mit einer Wucht, die sie nicht erwartet hatte. Er hatte sie gehört. Hatte sie unter der Dusche gehört, als ihre Finger über ihre Oberschenkel gestrichen waren, als dieses Verlangen sie durchzuckt hatte, diese einsame Lust, die sie kaum wahrhaben wollte. Sie spürte, wie die Hitze in ihr aufstieg, ihre Wangen, ihren Hals, ihre Brust überzog. Und zugleich wurde die Spannung zwischen ihren Beinen fast unerträglich.

»Und dann bist du hier reingekommen«, sagte sie. Es war keine Frage.

»Dann bin ich hier reingekommen«, bestätigte er. »Und habe gewartet. Ich wusste ja nicht …« Er breitete die Hände aus, eine hilflose Geste. »Ich wusste nicht, ob du allein bist. Ob du überhaupt hier reinkommst. Ob du mich rauswirfst oder die Bademeister rufst.«

»Und?« Emma machte einen Schritt auf ihn zu. Dann noch einen. Die Kälte der Fliesen war jetzt egal, die Nacktheit ebenfalls. Da war nur noch dieser Sog zwischen ihnen, der alle Regeln aushebelte. »Was willst du jetzt?«

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Lukas hob die Hand, zögerte, als warte er auf ein Signal. Emma nickte kaum merklich, und er legte seine Finger an ihre Hüfte. Die Berührung war federleicht, kaum mehr als ein Hauch. Dennoch durchfuhr sie ein heißer Schrecken, eine wilde Freude, ein Zittern, das von seinen Fingerspitzen ausging und sich in ihrem ganzen Körper ausbreitete. Seine Haut war warm, überraschend weich an den Kuppen, mit leichter Hornhaut an den Handballen.

»Ich beabsichtige, dich anzufassen«, sagte er. »Und ich will, dass du mich anfasst. Aber vor allem will ich …« Er beugte sich ein Stück vor, sein Atem strich über ihre Schläfe. »… dich ansehen. Wenn du dich berührst.«

Was das Spiegelbild verrät

Das Verlangen, das Emma seit Tagen, vielleicht seit Wochen in sich getragen hatte, verdichtete sich zu einem einzelnen, glasklaren Punkt. Lukas’ Worte hallten in ihr nach, und sie spürte, wie die einsame Lust, die unter der Dusche noch ein diffuses Pochen gewesen war, eine neue Form annahm. Sie war nicht mehr einsam. Sie war geteilt. Und genau das machte sie so unerträglich scharf.

Ohne den Blick von ihm zu lösen, wich sie einen halben Schritt zurück. Ihre Fersen stießen gegen das Handtuch am Boden. Sie bückte sich nicht danach. Stattdessen drehte sie sich um, langsam, fast feierlich, und ging zu der Bank, die vor den majestätischen Spiegeln stand. Ihr Spiegelbild kam ihr entgegen – eine nackte Frau mit geröteten Wangen, das Haar ein nasser, dunkler Strang über der Schulter, die Brustwarzen aufgerichtet, die Schenkel leicht gespreizt bei jedem Schritt. Hinter sich sah sie Lukas, der ihr mit den Augen folgte, reglos, den Mund leicht geöffnet.

Sie setzte sich auf die Bank, das Holz war glatt und kühl unter ihren Pobacken. Dann lehnte sie sich zurück, stützte sich mit den Händen ab und öffnete die Beine. Ganz langsam, Zentimeter um Zentimeter. Ihr Spiegelbild tat es ihr gleich, und sie sah sich selbst, wie sie sich öffnete, sah die dunklen Schamlippen, die feuchte Spalte dazwischen, das zarte Rosa im Inneren.

Lukas trat hinter sie. Sie sah ihn im Spiegel näher kommen, sah, wie sein Blick an ihrem Körper herabglitt und dort verharrte, wo sie sich ihm darbot. Seine Hand legte sich auf ihre Schulter – eine Geste, die fast keusch wirkte, ein Kontrast zu dem, was zwischen ihnen brannte.

»Fass dich an«, flüsterte er, und sein Flüstern klang rau, als müsse er gegen einen Widerstand ansprechen. »Bitte. Zeig mir, wie du dich berührst, wenn niemand zusieht.«

Emma schloss die Augen. Seine Bitte war so direkt, so unverschämt, dass sie einen Moment brauchte, um sich zu sammeln. Aber dann glitt ihre rechte Hand an ihrem Bauch hinab, über das weiche Dreieck ihrer Schambehaarung, und ihre Finger fanden den kleinen, empfindlichen Punkt, der unter ihrer Berührung sofort anschwoll. Sie stöhnte leise auf – das erste, das sie an diesem Abend nicht unterdrückte – und der Klang hallte von den Kacheln wider, traf ihr Ohr als etwas zugleich Vertrautes und völlig Neues.

»Schau mich an«, murmelte Lukas. »Schau in den Spiegel.«

Sie öffnete die Augen und sah sich selbst. Sah ihre Finger, die ihre Klitoris umkreisten, erst langsam, dann etwas schneller. Sah, wie ihre Schamlippen sich röteten, wie ihr Becken sich der Bewegung entgegenhob. Und hinter sich sah sie Lukas, dessen Hand noch immer auf ihrer Schulter lag, während die andere sich auf seine Badehose legte, wo sich eine deutliche Wölbung abzeichnete.

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»Du bist so verdammt schön«, sagte er heiser. »Schau, wie dein Körper reagiert. Schau, wie nass du bist.«

Emma blickte in den Spiegel und sah, was er meinte. Ihre Finger glänzten vor Feuchtigkeit, die Spalte zwischen ihren Beinen schimmerte im Neonlicht. Ihr Körper bereitete sich vor, öffnete sich, sehnte sich nach mehr. Sie ließ einen Finger tiefer gleiten, tauchte ein in die Hitze ihres eigenen Inneren, und ein Stöhnen löste sich aus ihrer Kehle, tiefer diesmal, animalischer.

Lukas’ Atem ging schneller. Seine Hand auf ihrer Schulter krallte sich leicht fest, dann löste sie sich, strich über ihren Rücken, verfolgte die Linie ihrer Wirbelsäule bis zum Ansatz ihrer Hüfte. Die Berührung war wie ein Stromschlag, der ihre einsame Lust in etwas Größeres verwandelte, etwas, das sie beide einschloss.

»Mehr«, flüsterte sie. Es war eine Bitte und ein Befehl zugleich.

Lukas verstand. Seine Hand wanderte nach vorn, legte sich auf ihre, die noch immer zwischen ihren Beinen lag. Für einen Moment ruhten ihre Finger übereinander, dann führte er ihre Hand, zeigte ihr, wie er sie berühren wollte. Seine Finger drückten die ihren tiefer, dirigierten sie in einem langsameren Rhythmus, einem, der die Spannung nicht sofort löste, sondern hielt, dehnte, zu etwas fast Unerträglichem steigerte.

»So«, murmelte er an ihrem Ohr. Sein Atem war heiß, seine Lippen fast an ihrem Haar. »Langsam. Halt es aus. Lass es wachsen.«

Emma gehorchte. Ihre Finger bewegten sich unter seiner Führung, glitten über ihre Klitoris, tauchten in ihre Öffnung, kamen zurück, nasser noch als zuvor. Ihre Hüfte begann, sich im Rhythmus zu wiegen. Sie sah im Spiegel, wie ihr ganzer Körper dieser Bewegung folgte, wie ihre Brüste im Takt wippten und wie sich ihre Bauchmuskeln anspannten und entspannten. Sie war ein Instrument, und sie spielte sich selbst, während Lukas ihre Hand hielt und sie dabei beobachtete.

Zwischen Neonröhren und nackter Haut

Die Spannung in Emmas Unterleib wurde unerträglich. Jeder Kreis, den ihre Finger unter Lukas’ Führung zogen, stieß sie näher an den Rand. Ihre Atemzüge gingen als offene, kehlige Laute durch den Raum, spiegelten sich an den Kacheln, kamen als Echo zurück. Das Neonlicht flackerte einmal kurz, als könne es die elektrische Ladung zwischen ihnen nicht mehr bändigen. Oder vielleicht war es nur das Vorschaltgerät, das seinen Dienst versagte – Emma war es egal. Nichts war mehr egal außer dem Druck in ihrem Becken und den Augen, die sie im Spiegel fixierten.

Lukas ließ ihre Hand los. Für eine quälende Sekunde dachte sie, er würde aufhören, sie zu berühren, aber dann spürte sie seine Finger an ihrer Hüfte, dann an ihrem Bauch, dann tiefer. Nicht eindringend, nur zeichnend. Er malte Muster auf ihre nasse Haut. Er umkreiste ihre Schamlippen, ohne sie zu berühren, und folgte der Linie ihrer Leistenbeuge bis fast dorthin, wo ihre eigenen Finger noch immer pausierten. Er wich dann wieder zurück.

»Du bringst mich um«, keuchte sie.

»Noch nicht«, erwiderte er, und sie hörte das Lächeln in seiner Stimme. »Noch halte ich dich nur am Leben. Sterben lassen kann ich dich später.«

Er kniete sich hinter sie auf die Bank, seine Knie zu beiden Seiten ihrer Hüften. Durch den Spiegel sah sie seinen Oberkörper dicht an ihrem Rücken, seine Brust schimmerte feucht, die Muskeln zeichneten sich unter der Haut ab wie unter einer dünnen Seidenschicht. Seine Badehose war jetzt auf Augenhöhe mit ihrem Hinterkopf, und sie spürte die Festigkeit darin, als er sich gegen ihren Rücken lehnte.

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»Zieh sie aus«, sagte sie.

Lukas griff nach dem Bund, zögerte. »Bist du sicher?«

Statt einer Antwort griff Emma nach hinten, packte den elastischen Stoff und zog. Die Badehose glitt über seine Hüften, seine Erektion sprang frei, und im Spiegel sah sie ihn, wie er war – hart, die Haut straff und glatt, die Spitze dunkel und feucht. Sie wollte ihn anfassen, aber er schüttelte sachte den Kopf, nahm ihre Hand und führte sie zurück zwischen ihre Schenkel.

»Du zuerst«, murmelte er. »Ich will sehen, wie du kommst. Ich will dein Gesicht sehen, wenn es passiert. Alles andere kann warten.«

Seine Worte lösten etwas in ihr. Vielleicht war es die Selbstverständlichkeit, mit der er ihr Vergnügen über seines stellte. Vielleicht war es der Klang seiner Stimme, der ihr suggerierte, dass er wirklich nichts anderes wollte, als sie zu beobachten. Oder vielleicht war es einfach die einsame Lust, die endlich aus ihrer Isolation befreit war, die jetzt einen Zeugen hatte und sich daran entzündete. Emma begann, ihre Finger schneller zu bewegen. Kreisend, reibend, drückend. Ihre linke Hand wanderte zu ihrer Brust, knetete das empfindliche Fleisch, kniff die Brustwarze zwischen Daumen und Zeigefinger. Der Schmerz mischte sich mit der Lust, trieb sie höher, machte sie atemlos.

Lukas’ Hände lagen auf ihren Schultern, massierten die verspannten Muskeln, strichen über ihren Nacken, gruben sich in ihr feuchtes Haar. Sie spürte seinen Atem an ihrem Ohr, seine rauen Ausatmungen, wenn sie stöhnte, seine stockenden Einatmungen, wenn sie sich in einem besonders heftigen Schauder verlor.

»Schau in den Spiegel«, befahl er. »Schau dich an. Du bist so kurz davor, ich sehe es. Deine Oberschenkel zittern. Dein Bauch zuckt. Deine Lippen sind geschwollen. Schau hin.«

Emma schlug die Augen auf, die sie unbewusst geschlossen hatte, und sah ihr Spiegelbild. Die Frau, die ihr entgegenblickte, war eine Fremde und zugleich sie selbst. Das Gesicht gerötet, die Augen glasig, der Mund halb offen. Ihre Finger zwischen den Beinen bewegten sich wie von einem eigenen Willen beseelt. Während der Mann hinter ihr sie hielt, stützte er sie und dirigierte sie wie ein Instrument, das kurz vor der finalen Kadenz stand.

»Lukas«, flüsterte sie. Es war eine Warnung und ein Geständnis zugleich. »Ich … ich kann nicht mehr …«

»Doch, du kannst«, sagte er. »Komm für mich. Jetzt.«

Seine letzte Anweisung war der Auslöser. Emma spürte, wie die Spannung in ihr barst, wie eine Welle von ihrer Mitte ausging und alles mitriss, was sie war. Ihr Rücken wölbte sich, ihre Hüfte stieß gegen ihre Hand, ein Schrei löste sich aus ihrer Kehle und hallte von den Kacheln wider. Sie sah im Spiegel, wie ihr Körper sich aufbäumte, wie sich ihr Mund öffnete, wie sich ihre Augen weit aufrissen, bevor die Lider schwer wurden und sie nur noch fühlen konnte. Sie spürte das Pochen in ihrer Mitte. Die Kontraktionen kamen von innen und durchschüttelten sie wie elektrische Schläge. Die Hitze breitete sich in ihrem gesamten Unterleib aus und machte sie taub für alles außer diesem einen, überwältigenden Gefühl.

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Lukas hielt sie, während sie kam. Seine Hände umschlossen ihre Schultern, gaben ihr Halt, während ihr Körper zuckte und bebte. Als die Wellen endlich abebbten, sank sie gegen ihn, ihr Kopf fiel gegen seine Brust, und sie spürte seinen Herzschlag, der fast so schnell ging wie ihrer. Sein Brustkorb hob und senkte sich, seine Haut war heiß und salzig.

»Wow«, hauchte sie. Mehr brachte sie nicht heraus.

Lukas lachte leise. Es war ein zufriedenes, fast ehrfürchtiges Lachen. »Ja«, sagte er. »Wow.«

Das Schweigen nach dem Beben

Sie blieben lange so sitzen, Emmas Rücken an Lukas’ Brust, ihre Körper aneinandergepresst, die feuchte Wärme zwischen ihnen ein tröstliches Band. Die Neonröhren summten ihr eintöniges Lied, irgendwo in der Ferne tropfte ein Wasserhahn, und die Welt außerhalb der Umkleidekabine schien unwirklich, ein ferner Traum, aus dem sie noch nicht erwachen wollten.

Emma spürte seine Erektion an ihrem unteren Rücken, hart und ungeduldig. Ihre einsame Lust war gestillt, seine nicht. Sie wollte sich umdrehen, ihn berühren, aber ihre Muskeln gehorchten ihr noch nicht. Also griff sie einfach nach hinten, tastete blind nach ihm, und als ihre Finger ihn fanden – die seidige Haut, die pochende Härte –, hörte sie ihn scharf einatmen.

»Du musst nicht«, sagte er, aber seine Stimme klang brüchig.

»Ich will aber«, erwiderte sie.

Sie drehte sich um, endlich, und sah ihn zum ersten Mal von Angesicht zu Angesicht, ohne den Filter des Spiegels zwischen ihnen. Seine Augen waren dunkel, fast schwarz im Neonlicht, die Iris nur ein schmaler Ring um die geweiteten Pupillen. Schweißperlen standen auf seiner Stirn, und seine Lippen waren trocken, leicht aufgesprungen. Sie beugte sich vor und küsste ihn. Kein zarter Kuss, sondern ein offener, hungriger, der all die Spannung entlud, die sich zwischen ihnen aufgebaut hatte, seit sie in diesen Raum getreten war.

Seine Hände fanden ihre Hüften, zogen sie auf seinen Schoß. Sie spürte ihn zwischen ihren Beinen, heiß und fest, und ein neuerliches Ziehen breitete sich in ihrem Unterleib aus. Sie war empfindlich, fast übersättigt von ihrem eigenen Orgasmus, aber das Verlangen nach ihm war stärker.

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Emma führte ihn zu ihrer Öffnung, ließ ihn ihre Nässe spüren, die von ihrer Lust und seiner Bereitschaft zeugte. Dann sank sie auf ihn herab, langsam, Zentimeter um Zentimeter, und beide stöhnten auf, als er sie vollständig ausfüllte. Sie begann, sich zu bewegen, ihre Hüfte kreisen zu lassen, und er begegnete jedem ihrer Stöße, seine Hände auf ihrem Rücken, seine Lippen an ihrem Hals.

Es dauerte nicht lange. Zu sehr war er erregt, zu lange hatte er gewartet. Als er kam, grub er sein Gesicht in ihre Schulter. Sein ganzer Körper spannte sich an wie ein Bogen, und ein Laut brach aus ihm heraus, der halb Stöhnen, halb Lachen war. Es war ein Ausdruck der Befreiung, der Entladung, des völligen Ausgeliefertseins.

Danach herrschte Stille. Die Umkleidekabine, die zuvor Zeugin ihrer Lust gewesen war, umschloss sie nun wie ein schützender Kokon. Emma rührte sich nicht von Lukas’ Schoß, genoss das Gefühl von Schwerelosigkeit, das ihren Körper durchströmte. Der Chlorgeruch hatte sich mit dem schweren Duft von Sex vermischt, das Neonlicht flackerte, als wollte es sie daran erinnern, dass dieser Ort nicht für die Ewigkeit bestimmt war.

»Wir sollten …«, begann Lukas.

»Ja«, sagte Emma. Aber sie rührte sich nicht.

Schließlich, nach einer kleinen Unendlichkeit, löste sie sich von ihm. Ihre Schenkel zitterten, als sie aufstand. Das Handtuch, das vor einer halben Ewigkeit zu Boden gefallen war, lag noch immer da. Sie hob es auf, wickelte es sich um den Körper, der sich auf eine Weise neu anfühlte, die sie nicht in Worte fassen konnte.

Lukas zog seine Badehose wieder an, stand auf, strich sich durchs Haar. Sein Blick wanderte durch den Raum, dann zu ihr zurück. »Bereust du es?«, fragte er.

Emma schüttelte den Kopf. »Nein. Du?«

»Nein.« Er zögerte, griff dann nach ihrer Hand und drückte sie kurz. Es war eine Geste, die nicht nach Erklärungen verlangte. »Vielleicht … sieht man sich wieder?«

Sie lächelte. »Vielleicht. Ich bin öfter hier. Donnerstags, meistens. Spät.«

»Donnerstags, spät«, wiederholte er, als präge er sich einen Merkspruch ein. Dann lächelte er – dieses schmale, wissende Lächeln, das sie vom ersten Moment an in seinen Bann gezogen hatte. »Ich werd’s mir merken.«

Er ging zur Tür, drehte sich noch einmal um. Für einen Moment hingen seine Augen an ihr, als wollten sie sich jedes Detail einprägen – das nasse Haar, das Handtuch, die nackten Schultern, die träge Zufriedenheit in ihrem Blick. Dann nickte er, ein stummes Versprechen, und trat hinaus in den gekachelten Gang. Seine Schritte verhallten, die Tür zum Foyer öffnete und schloss sich, und Emma war wieder allein.

Sie stand reglos in der Stille und lauschte. Das Tropfen des Wasserhahns, das Summen der Neonröhren, ihr eigener Atem – all das war unverändert, und doch war alles anders. Die einsame Lust, die sie unter der Dusche noch für eine rein private Angelegenheit gehalten hatte, war zu einer geteilten Erfahrung geworden, und das änderte alles. Sie wusste nicht, ob sie Lukas jemals wiedersehen würde. Aber sie wusste, dass sie nächsten Donnerstag wiederkommen würde. Spät. Nach dem Schwimmen. Und sie wusste, dass sie fortan jedes Mal, wenn sie diesen Raum betrat, nach ihm Ausschau halten würde.

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Emma öffnete ihren Spind und begann, sich anzuziehen. Der Abend war noch jung, die Nacht noch lang. Irgendwo in der Stadt würde Lukas jetzt nach Hause gehen, mit dem Geruch ihrer Haut auf seiner und dem Echo ihres Stöhnens in seinen Ohren. Sie lächelte bei dem Gedanken. Dann griff sie nach ihrer Sporttasche, warf sich die Jacke über und trat hinaus in die Nacht. Die Nacht war frischer als erwartet und doch nicht kühl genug, um das Feuer zu löschen, das unter ihrer Haut weiterglomm.

Hinter ihr fiel die Tür ins Schloss. Das Hallenbad versank in Stille, die Neonröhren flackerten noch einmal, dann gaben sie ihren Dienst auf und überließen die leeren Kabinen der Dunkelheit. Nichts blieb zurück von dem, was geschehen war – nichts außer einem Handtuch auf dem Boden, dem zarten Duft von Sex in der Luft und zwei Menschen, die an diesem Abend gelernt hatten, dass die einsame Lust manchmal nur einen Zeugen braucht, um sich in etwas viel Größeres zu verwandeln.

– ENDE –

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